Anzeigen
This player requires Adobe Flash Player 10 or greater. Download here.

For more information on the video player provided on this site, visit Streamingbolaget.

Meeresalgen – ihre Bedeutung als Lebensmittel


food-monitor | 16. Januar 2009, 18:35 Uhr | Rubrik: Fachinformationen |
Leser: 799 | Heute: 2 | Zuletzt am 30 . Juli 2010

Meeresalgen sind in Küstenländern seit jeher Bestandteil der traditionellen Ernährung. In den meisten ostasiatischen Ländern, insbesondere in Japan, China und Korea, werden Algen auf vielfältigste Weise als Nahrungsmittel genutzt, während sie in Europa noch kaum Eingang in die Speisepläne gefunden haben. Erst vor Kurzem ist das Interesse an Algen als wertvolles Nahrungsmittel erwacht, dem diverse gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Zeit also, einige wichtige Fakten zusammenzufassen.


Die verschiedenen Arten von Meeresalgen

Meeresalgen sind ein in Salzwasser gedeihender Algentyp, der – ähnlich den Pflanzen an Land – Sonnenlicht zum Wachstum benötigt. Es gibt mehr als zehntausend verschiedene Arten von Meeresalgen, und viele davon eignen sich gut für den menschlichen Verzehr. Die am häufigsten konsumierte Algenart ist die Rotalge Nori. In Japan werden die Nori-Blätter zum Einrollen von Sushi verwendet. In Schottland kennt man diese Alge als „sloke” und in Wales unter dem Namen „laver“, wo sie traditionell zu Brotfladen verarbeitet wird. Kombu und Wakame sind Braunalgen, die im Fernen Osten als Gewürz für Eintöpfe und Suppen verbreitet sind. Grünalgen wie Meersalat und Seegras, die in Europa an den Küsten Grossbritanniens, Irlands und Skandinaviens wachsen, können roh als Salat gegessen oder zu Suppen verarbeitet werden. Weitere Speisealgen sind unter anderem Hijiki, Wrack, Meeresspaghetti, Dulse und Irlandmoos (Carrigeen). In der Regel sind Speisealgen in getrockneter Form im Handel.


Nährstoffgehalt

Eine neuere Studie untersuchte die Nährstoffgehalte verschiedener Speisealgen und verglich die Gehalte einer typischen Portion (8 g getrocknete Algen) mit den empfohlenen Tagesmengen an diesen Nährstoffen sowie mit dem Nährstoffgehalt gängiger Lebensmittel.1


Mineralstoffe

Da die Meeresalgen Mineralstoffe aus dem Meerwasser absorbieren, sind sie besonders reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Kalzium und Eisen reichern sich in Meeresalgen in der Regel deutlich stärker an als in Landpflanzen. So enthält z. B. eine 8 g-Portion von getrocknetem Kombu viel mehr Kalzium als ein Glas Milch, und eine Portion Dulse liefert mehr Eisen als ein 100 g-Stück Beefsteak (obwohl die Absorption unter Umständen nicht so gut ist).

Meeresalgen sind auch besonders reich an dem für die Schilddrüsenfunktion so wichtigen Jod. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung warnt allerdings vor Algenarten, die einen übermässig hohen Jodgehalt aufweisen, und empfiehlt die Festsetzung sicherer Obergrenzen für den Jodgehalt von Speisealgenprodukten in der EU.2 In Braunalgen können sich zudem auch Schwermetalle wie Arsen anreichern. In einer Studie aus dem Jahre 2004 wurde festgestellt, dass Hijiki-Algen einen beträchtlichen Arsengehalt aufwiesen.3 Die englische Lebensmittelsicherheitsbehörde (Food Standards Agency/FSA) empfiehlt den Verbrauchern, möglichst keine Hijiki-Algen zu verzehren.4 Schliesslich ist auch der oft hohe Natriumgehalt der Speisealgen vor allem für jene ein Thema, die aus gesundheitlichen Gründen auf ihre Salzzufuhr achten müssen.


Ballaststoffe

Meeresalgen sind reich an löslichen Ballaststoffen wie Alginaten, Carrageen und Agar, die nur unvollständig im Darm verdaut werden und das Sättigungsgefühl verstärken. Alginate und Carrageene aus Meeresalgen werden auch eingesetzt, um verarbeiteten Lebensmitteln wie z. B. Würsten oder Croissants die richtige Textur und Stabilität bzw. Haltbarkeit zu verleihen. Obwohl Faserextrakte aus Meeresalgen über ein gewisses Potenzial als Hilfsmittel zur Gewichtsabnahme verfügen, erzeugt allein schon die Aufnahme von Speisealgen ein Sättigungsgefühl vergleichbar mit Obst oder Gemüse. Eine 8 g-Portion getrockneter Speisealgen deckt etwa ein Achtel des täglichen Ballaststoffbedarfs eines Erwachsenen ab, ähnlich wie eine Banane.1


Sonstige Nährstoffe

Meeresalgen enthalten sehr wenig Fett und sind, je nach Sorte, sehr proteinreich. Viele der Speisealgen weisen Gehalte an essenziellen Aminosäuren auf, die jenen von Hülsenfrüchten und Eiern gleichkommen. Auch die Vitamine A, C und E sind in beachtlichen Mengen vorhanden. Meeresalgen sind aber vor allem auch eine der wenigen pflanzlichen Quellen von Vitamin B12, was sie als Nahrungsergänzung für Vegetarier oder Veganer besonders interessant macht.


Der potenzielle Gesundheitswert der Speisealgen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Meeresalgen in breitem Masse therapeutisch eingesetzt, ihre Bedeutung als Heilpflanzen ist allerdings im Westen noch weitgehend unbekannt. Erste Forschungen weisen darauf hin, dass bestimmte, als Fucoidane bezeichnete Polysaccharide, die vorwiegend in Braunalgen wie Kombu oder Wakame enthalten sind, eine krebshemmende Wirkung besitzen könnten.5 Diese potenziellen gesundheitsfördernden Effekte sind jedoch noch nicht am Menschen untersucht worden. Die Ballaststoffe der Algen wirken positiv auf den Verdauungstrakt und fördern den Fettstoffwechsel. Auch entzündungshemmende und antioxidative Effekte wurden den Meeresalgen in Studien zugeschrieben, doch fehlen auch hier noch die entsprechenden Untersuchungen zum Nachweis der Wirkung beim Menschen.6

Zusammenfassung

Meeresalgen stellen eine hervorragende Quelle für Ballaststoffe, Mineralstoffe und Phytonährstoffe dar.1 Sie sind als Nahrungsmittel sicher, doch ist bei manchen Algenarten auf die möglicherweise zu hohen Gehalte an Natrium, Jod oder Schwermetalle zu achten. Generell lässt sich sagen, dass Speisealgen eine sinnvolle Eenänzung jeder gemischten Kost darstellen. Garnieren Sie doch einmal Reis, Ofenkartoffeln oder Salate mit Speisealgen, oder verwenden Sie sie in Suppen, Fonds, Eintöpfen oder Bohnengerichten.

Literatur

  1. MacArtain P, Gill CIR, Brooks M, Campbell R, Rowland IR. (2007) Nutritional value of edible seaweeds. Nutrition Reviews 65:535-543
  2. Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007 des Bundesamts für Risikobewertung vom 22. Juni 2004: http://www.bfr.bund.de/cm/208/gesundheitliche_risiken_durch_zu_hohen_jodgehalt_in_getrockneten_algen.pdf
  3. Rose M, Lewis J, Langford N, Baxter M, Origgi S, Barber M, MacBain H, Thoma K. (2007) Arsenic in seaweed-forms, concentration and dietary exposure. Food Chemistry and Toxicology 45:1263-1267
  4. http://www.food.gov.uk/news/pressreleases/2004/jul/hijikipr
  5. Cumashi A, Ushakova NA, Preobrazhenskaya ME, D’Incecco A, Piccoli A, Totani L, Tinari N, Morozevich GE, Berman AE, Bilan MI, Usov AI, Ustyuzhanina NE, Grachev AA, Sanderson CJ, Kelly M, Rabinovich GA, Iacobelli S, Nifantiev NE. (2007) A comparative study of the anti-inflammatory, anticoagulant, antiangiogenic, and antiadhesive activities of nine different fucoidans from brown seaweeds. Glycobiology 17:541-542
  6. Shin HC, Hwang HJ, Kang KJ, Lee BH. (2006) An antioxidative and anti-inflammatory agent for potential treatment of osteoarthritis from Ecklonia cava. Archives of Pharmaceutical Research 29(2):165-171

FOOD TODAY 10/2008


Beiträge mit ähnlichem Inhalt:


Inhalt drucken Inhalt drucken | Inhalt per E-Mail versenden Inhalt per E-Mail versenden | Copyright


PROBEABO Testen Sie 3 Wochen lang kostenlos unseren täglichen Informationsdienst für Ernährung!



Bookmark setzen für diesen Beitrag Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste, bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Alltagz
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Tausendreporter
  • Reddit
  • Ask
  • Fleck

Kommentare