Holunder – eine lebendige Hausapotheke
food-monitor | 4. Juni 2009, 9:00 Uhr
Rubrik: Ratgeber Familie, Haushalt und Küche |
Leser: 121 | Heute: 2 | Zuletzt am 3 . September 2010
Holunder ist nicht gleich Holunder, schließlich gibt es von diesem Geißblattgewächs mehrere Sorten, die bei uns heimisch sind. Der schwarze Holunder (bot. Sambucus nigra) steht im Juni und Juli in voller Blütenpracht. Die Blüten wie auch die Beeren können in der Küche zu Sirup, Gelee und anderen Köstlichkeiten verarbeitet werden. In der Hausapotheke werden Holunderblüten und -beeren sehr geschätzt.
Holundersorten
Der zierliche Traubenholunder wird wegen seiner scharlachroten Früchte auch Roter Holunder genannt. Der schwarzbeerige Zwergholunder ist unter dem Namen „Attich“ bekannt. Aber wegen ihrer Giftigkeit sollte man beide besser links liegen lassen. Sie kommen auch seltener vor als der schwarze Holunder, dem wir überall in der Natur begegnen.
Mit seinen weißen schirmförmigen Blütendolden, den graubraunen knorrigen Ästen und seiner tiefgefurchten Rinde ist er kaum mit seinen Verwandten zu verwechseln. Er ist anspruchslos, genügsam und wächst an Mauern, Zäunen, Feld- und Waldrändern. Laut Überlieferungen gab es ihn schon in vorchristlicher Zeit, wo er mit allerhand Mythen belegt war. Der Holunder galt als heiliger Baum, in dessen Zweigen göttliche Wesen wohnen. Früher war man überzeugt, dass derjenige, der einen Holunder fällt oder beschädigt, unweigerlich einer Krankheit zum Opfer fallen würde.
Holunderblüten
In wärmeren Gegenden können die Blüten schon Ende Mai geerntet werden. Der beste Zeitpunkt ist morgens, wenn die Tautropfen abgetrocknet sind und die Hitze noch nicht auf den Dolden brennt. Dasselbe gilt auch für Blätter und Beeren.
Die getrockneten Holunderblüten haben eine schweißtreibende, fiebersenkende Wirkung und sie vermehren die Bronchialsekretion. Ferner wirken sie entwässernd und regen die körpereigenen Abwehrkräfte an. Die Blüten erleichtern das Abhusten von Schleim, wirken beruhigend, lindernd und krampflösend bei Schmerzen.
Rezepte mit Holunderblüten:
http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1249266/ern_Rezepte%20mit%20Holunderbl%FCten.pdf
Schwarze Holunderbeeren
Der Holunder ist besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen. Dazu zählen die Flavonoide, die den Pflanzen ihre charakteristische Färbung geben. Von den Flavonoiden weiß man, dass sie u.a. die Elastizität unserer Blutgefäße verbessern, das Kreislaufsystem stärken und den Blutdruck regulieren.
Betacarotin und Lektine, die eine immunstärkende Wirkung haben, kommen in beachtlicher Menge vor. Der Holunder liefert wertvolle Vitamine aus der B-Gruppe und Vitamin C. 100 g vollreife Holunderbeeren enthalten ca. 18 mg Vitamin C. Das ist gegenüber anderen Wildfrüchten nicht viel, aber Holunderbeersaft enthält immerhin 260 mg Vitamin C auf einen Liter im Vergleich zu Apfelsaft mit 14 mg/l. An Mineralstoffen ist Kalium vorhanden, außerdem Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Selen.
Der Erntezeitpunkt der Beeren liegt je nach Standort zwischen August und Oktober.
Rezepte mit Holunderbeeren:
http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1249265/ern_Rezepte%20mit%20Holunderbeeren.pdf
Quellen:
o Der große BLV Heilpflanzenatlas, BLV Verlagsgesellschaft
o Nutze die Heilkraft der Pflanzen, Saathorn Verlag, Hamburg
o Die Natur hat immer recht, Verlag Fritz Molden, Wien
o Natürlich gesund mit Holunder, Knaur Ratgeber Verlag
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum
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