Krank durch Lebensmittel?

In Deutschland werden pro Jahr ca. 200.000 durch Mikroorganismen hervorgerufene Lebensmittelerkrankungen an das Gesundheitsamt gemeldet. Ursache dafür sind vor allem Bakterien und Viren, die sich in und auf Lebensmitteln vermehren. Wer im Haushalt auf Hygiene achtet, kann das Risiko für solche Erkrankungen deutlich senken.

Übertragung und Vermehrung von Mikroorganismen

Mikroorganismen sind praktisch überall vorhanden. Allerdings stellen die allermeisten davon kein Problem für die Gesundheit des Menschen dar. Krankmachende Mikroorganismen werden hauptsächlich über die Hände übertragen. Aber auch Tröpfcheninfektionen vom Mensch auf Lebensmittel oder von Mensch zu Mensch sind mögliche Übertragungswege. Durch verunreinigte Geräte können Keime von einem auf das andere Lebensmittel übertragen werden (Kreuzkontamination).

Mikroorganismen vermehren sich am besten bei einer Temperatur von 20-50 °C und einem feuchten Klima. Unter optimalen Bedingungen können so aus einer Bakterienzelle in fünf Stunden fünf Millionen Bakterienzellen entstehen!

Kritische Lebensmittel

Leicht verderbliche und hygienisch kritische Lebensmittel sind:
o Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
o Fisch und Meeresfrüchte
o Eier, Eiprodukte
o Milch und Milchprodukte

Achten Sie beim Umgang mit diesen Lebensmitteln ganz besonders auf Hygiene!

Symptome von Lebensmittelerkrankungen

Die drei häufigsten Mikroorganismen, die zu Lebensmittelerkrankungen führen, sind Norovirus, Campylobacter und Salmonellen. Noroviren verursachen schwallartiges Erbrechen und starke Durchfälle. Dazu kommen Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Mattigkeit. Wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen, bestehen die Norovirus-Symptome etwa 12 bis 48 Stunden. Die häufigsten Symptome von Campylobacter-Infektionen sind schwere Durchfälle, Bauchschmerzen bzw. -krämpfe, Fieber und Müdigkeit. Die Erkrankung dauert in der Regel bis zu einer Woche. Eine Infektion mit Salmonellen äußert sich in plötzlich einsetzendem Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein und manchmal Erbrechen. Die Symptome dauern meist mehrere Tage an.

Was Sie vorbeugend tun können

o Verzichten Sie auf rohes Hackfleisch und Rohmilch, denn sie enthalten von Natur aus eine hohe Keimzahl.
o Erhitzen Sie Geflügelfleisch, Hackfleisch und frische Bratwurst immer durch, um auch die Keime im Innern des Lebensmittels abzutöten.
o Stellen Sie Ihren Kühlschrank auf unter 7 °C ein, bei Lagerung von Fleisch, Geflügel und Fisch auf unter 4 °C. Dadurch wird das Bakterienwachstum gehemmt.
o Halten Sie die Kühlkette ein und achten Sie auf die Haltbarkeit verderblicher Waren.
o Achten Sie auf persönliche Hygiene. Vor allem das Händewaschen und Reinigen der Fingernägel ist von Bedeutung, denn Hände sind Hauptüberträger von Keimen und unter den Fingernägeln sammeln sich Schmutz und Keime.
o Lagern Sie Rohware getrennt von verzehrsfertigen Lebensmitteln, so können Keime nicht überspringen.
o Reinigen Sie Küchengeräte (Schneidebretter, Messer etc.), die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, nach jedem Arbeitsgang.

Die 10 Regeln zur Hygiene im Haushalt

1. Waschen Sie sich grundsätzlich vor jeder Speisenzubereitung die Hände gründlich mit heißem Wasser und Seife. Dies gilt insbesondere nach dem Besuch der Toilette.
2. Lagern sie rohe, d.h. keimhaltige, und bereits erhitzte, d.h. keimarme, Lebensmittel getrennt.
3. Halten Sie die Temperaturen beim Tiefgefrieren (unter -18°C), Kühlen (unter +7°C) und beim Erhitzen (über 75°C in allen Teilen des Lebensmittels) ein und überprüfen sie hin und wieder die Temperatur mit einem Thermometer.
4. Wenn Sie gegarte Lebensmittel aufbewahren wollen, so kühlen Sie diese rasch durch. Am besten Sie stellen diese Speisen unverzüglich (eventuell nach kurzem Ausdampfen) in den Kühlschrank.
5. Im Umgang mit rohen Eiern sollten Sie besonders auf Hygiene achten. Verwenden Sie nur frische Eier und lagern Sie diese im Kühlschrank getrennt von anderen Lebensmitteln.
6. Rohe Fleisch- und Wurstwaren, Schlachtgeflügel, Seetiere, Eier und Eiprodukte, Cremes, Salate und Mayonnaisen mit Rohei gehören stets nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Am besten ist es, diese Lebensmittel in leicht zu reinigenden Gefäßen abgedeckt aufzubewahren.
7. Achten Sie beim Auftauen vom Fleisch und Geflügel darauf, dass die Auftauflüssigkeit entfernt wird, ohne dabei mit anderen Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Reinigen Sie Auffangschalen gründlich und umgehend, wenn möglich in der Spülmaschine.
8. Wählen Sie Küchengeräte, die vollständig und leicht zu reinigen sind. Spülen Sie diese Geräte möglichst häufig (gegebenenfalls in der Spülmaschine), insbesondere bei wechselnder Verarbeitung roher und gegarter Ware.
9. Wechseln Sie Geschirrtücher, Spüllappen und -bürsten häufig. Kochen Sie Geschirrtücher und Spüllappen regelmäßig aus.
10. Achten Sie auf saubere Arbeitskleidung.

Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum

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