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Auch Neuauflage der Greenpeace-Liste sollte Verbraucher nicht verunsichern


food-monitor | 4. Februar 2010, 19:37 Uhr | Rubrik: Landwirtschaft und Umwelt |
Leser: 387 | Heute: 2 | Zuletzt am 29 . Juli 2010

Industrieverband Agrar: „Das können die Behörden besser!“

Wenig neue Erkenntnisse bringt nach Ansicht des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) die von Greenpeace am Rande der Fachmesse „Fruit Logistica“ veröffentlichte „Schwarze Liste der Pestizide II“. An der seriösen Risikobewertung der deutschen und europäischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörden kann auch die Neuauflage der Greenpeace-Kampagne nicht rütteln.

Die Organisation hebt insbesondere auf angeblich gestiegene Belastungen von Lebensmitteln mit verschiedenen Wirkstoffen ab. Die offizielle Statistik des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt ein anderes Bild, nämlich eine abnehmende Zahl von Proben, die mehr als einen Wirkstoffrückstand aufweisen. Die Gründe für diese minimalen Rückstände verschiedener Wirkstoffe sind komplexer, als Greenpeace es darstellt. Sie können daher rühren, dass Landwirte verschiedene Präparate eingesetzt haben, um Resistenzen vorzubeugen oder um punktuell verschiedene Schädlinge zu bekämpfen. Nach Auskunft der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, die zu möglichen Risiken durch Mehrfachrückstände forscht, gibt es nach heutigem Forschungsstand keine empirischen Erkenntnisse, die auf Wechselwirkungen bei Mehrfachrückständen hindeuten.

„Wie auch die eigenen Tests von Greenpeace in den zurückliegenden Monaten zeigen, funktioniert die Lebensmittelüberwachung in Deutschland gut, und der Anteil der beanstandeten Proben geht weiter zurück. Warum also hält Greenpeace an einem verzerrten Bild fest? Doch nur, um die Verbraucher gezielt zu verunsichern“, erklärt IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler. „Wenn es darum geht, die Risiken von Pflanzenschutzmitteln zu bewerten und die sichere Versorgung mit gesunden Lebensmitteln zu überwachen, kann ich nur feststellen: Das können die Behörden mit ihren erfahrenen Wissenschaftlern besser. Auf ihre Unabhängigkeit und ihren Sachverstand sollten die Verbraucher eher vertrauen.“

Unabhängige Quellen zur vertiefenden Recherche für Journalisten:

1. Aktuelle Rückstandsstatistik des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
http://www.bvl.bund.de/cln_027/nn_491652/DE/08__PresseInfothek/01__Presse__und__Hintergrundinformationen/
01__PI__und__HGI/Rueckstaende/2010/pi__nat__berichterst__psm__rueckstaende__2008.html

2. Information des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
http://www.bmelv.de/cln_163/sid_162025B703F959AE1288C95730260D3C/cae/servlet/contentblob/861332/
publicationFile/53144/Pflanzenschutzmittel-Rueckstaende.pdf

3. Information des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Mehrfachrückständen
http://www.bfr.bund.de/cm/218/einheitliches_europaeisches_konzept_fuer_die_gesundheitliche_bewertung_von_
mehrfachrueckstaenden_bei_pflanzenschutzmitteln.pdf

4. Das Pflanzenschutz-Kontrollprogramm des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
http://www.bvl.bund.de/cln_007/DE/04__Pflanzenschutzmittel/05__KontrolleUeberwachung/01__PSM__Kontrollprg/
psm__KontrollPrg__node.html__nnn=true

Der Industrieverband Agrar e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main vertritt die Interessen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 47 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V., Pressestelle
Martin May
Tel. +49 69 2556-1249 oder +49 151 54417692
Fax +49 69 2556-1298
E-Mail: may.iva@vci.de
http://www.iva.de

Quelle: IVA


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