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EU erlaubt Anbau von Gen-Kartoffel, gegen Willen der Bürger und ohne Respekt für die Hoheitsgewalt der Mitgliedsstaaten


food-monitor | 3. März 2010, 8:43 Uhr | Rubrik: Gentechnik |
Leser: 295 | Heute: 4 | Zuletzt am 29 . Juli 2010

Eine von oben verfügte Verwaltungsmaßnahme, die das Vorsorgeprinzip negiert

EU-Gesundheitskommissar John Dalli hat dem BASF-Konzern die Genehmigung zum Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel ‘Amflora’ erteilt. Die Kartoffel wurde gentechnisch verändert, einen erhöhten Stärkeanteil zu enthalten, aber auch ein Antibiotika-resistentes Marker-Gen. Die Entscheidung bezeichnet einen Schritt zurück für die Union, die sich seit 1998 in ihren Entscheidungen vornehmlich am Vorsorgeprinzip orientiert hatte.

Trotz der von zahlreichen Umweltorganisationen ausgesprochenen Bedenken, trotz des mehrmals bekräftigten Ablehnens gentechnisch veränderter Organismen durch die Bürger und Bauern Europas, und obwohl die Eigenschaften dieser Kartoffel ausdrücklich der EU-Richtlinie 2001/18 widerspricht – der Resistenz gegenüber einem Antibiotikum – , hat sich der Gesundheitskommissar entschieden, die Genehmigung zu bewilligen. Ein Entschluss, der die Kluft zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliederstaaten weiter verstärken wird, welche sich ohnehin immer weniger repräsentiert fühlen.

“Als BASF anfing, mit der Gen-Knolle zu experimentieren, haben sie erklärt, dass diese hauptsächlich industrielle Anwendung finden werde,” so Carlo Petrini, Präsident von Slow Food Internazionale.  “Die jetzt gestattete Zulassung beinhaltet aber auch die Verwendung in Futtermitteln für Nutztiere. Durch die Tiere wird dann diese Resistenz gegen Antibiotika auch in der menschlichen Nahrungskette ankommen.”

Er fügt hinzu: “Es ist eine ernste Sache, dass der erste Amtsakt des EU-Gesundheitskommissars eine Unterbrechung dieses sakrosankten Moratoriums darstellt, das gerade aus Sorge um unsere Gesundheit erstellt wurde. Dies beweist,  dass die Angelegenheit hauptsächlich mit Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen der multinationalen Unternehmen entschieden wurde, ohne Rücksicht auf die möglichen Schäden für die Gesundheit der Bürger. Und diese haben Herrn Dalli noch nicht einmal als ihren Vertreter gewählt, aber müssen nun mit den Konsequenzen dieser völlig von oben herab entschiedenen Maßnahme leben. Slow Food wird auch weiterhin genetisch modifizierte Organismen ablehnen.”

Paola Nano
Slow Food
Coordinatore Ufficio Stampa/Press Office Coordinator
Via della Mendicità Istruita, 14
12042 BRA (Cn)
Tel ++39 0172 419645
Cell ++39 329 8321285

Quelle: Slow Food


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