Verpflichtung zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmittelzutaten nicht sinnvoll
Leser: 165 | Heute: 2 | Zuletzt am 29 . Juli 2010
Die Spitzenverbaende der Lebensmittelwirtschaft betrachten die geltenden Regelungen zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln als voellig ausreichend. Sie sprechen sich gegen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln aus. In einem gemeinsamen Positionspapier wenden sich der Bund fuer Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL), die Bundesvereinigung der Deutschen Ernaehrungsindustrie (BVE) und der Handelsverband Deutschland (HDE) nachdruecklich gegen eine entsprechende Aenderung der Lebensmittelinformationsverordnung. Der federfuehrende Umweltausschuss des Europaeischen Parlaments in Bruessel entscheidet in dieser Frage am 16. Maerz 2010. Zur Abstimmung steht die Einfuehrung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, die auch Zutaten und Rohstoffe betreffen koennte. Sollte es hierzu kommen, drohen nach Ueberzeugung der Lebensmittelwirtschaft den Konsumenten voellig unuebersichtliche Produktetiketten.
Besonders gravierend wuerde sich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Zutaten und Rohstoffen im Fall von Lebensmitteln auswirken, die aus verschiedenen Zutaten bestehen. Da die Produzenten in der Regel oft Zutaten tagesaktuell aus verschiedenen Regionen kaufen, um den Verbrauchern die besten Qualitaeten und die guenstigsten Einkaufspreise bieten zu koennen, kaemen auf sie bei einer solchen Kennzeichnungspflicht massive Umsetzungsprobleme in der Praxis zu: Bei jeder Herkunftsaenderung von Zutaten muessten neue Etiketten gedruckt und die Produkte im laufenden Produktionsbetrieb umetikettiert werden. Die Herstellungskosten fuer Lebensmittel wuerden sich so verteuern, ohne dass der Nutzen in einem angemessenen Verhaeltnis zu den Kosten stuende.
Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Zutaten und Rohstoffen wuerde die ohnehin schon haeufig unuebersichtlichen Etiketten noch verwirrender gestalten. Fuer die Verbraucher waere damit kein Informationsgewinn verbunden.
Regionalitaet ist im Lebensmittelmarkt ein wichtiger Trend, den Handel und Industrie aufgreifen, wenn das Verbraucherinteresse vorhanden ist. So werden Produkte aus der Region, z. B. durch Erzeuger- oder Marketinggemeinschaften, bereits jetzt zusaetzlich auf dem Etikett oder durch geschuetzte Siegel und freiwillige Angaben ueber die besondere Herkunft herausgestellt. Auch regionale Spezialitaeten, die von der EU durch geografische Herkunftsangaben geschuetzt werden, werden heute schon im Markt hervorgehoben.
Dies alles bestaetigt: Die derzeitigen Regelungen sind vollkommen ausreichend.
Die Lebensmittelwirtschaft unterstuetzt deshalb die im EU-Verordnungsvorschlag vorgesehene Regelung zur Lebensmittelinformation. Demnach soll es hinsichtlich der verpflichtenden Herkunftsbezeichnung im allgemeinen Lebensmittelkennzeichnungsrecht im Grundsatz bei den bestehenden europarechtlichen Regelungen bleiben. Die Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf eine Zutatenkennzeichnung lehnt sie jedoch strikt ab.
Weitere Argumente und zahlreiche Praxisbeispiele finden Sie in dem gemeinsamen Positionspapier. Es ist im Internet abrufbar unter www.bll.de.
Kontakt:
HDE – Handelsverband Deutschland
Der Einzelhandel
Kai Falk, Leiter Kommunikation
Ulrike Hoerchens, Pressesprecherin
Tel. 030/72625065
E-Mail: falk@hde.de und hoerchens@hde.de
BVE – Bundesvereinigung der Deutschen Ernaehrungsindustrie e. V.
Dr. Sabine Eichner Lisboa, Geschaeftsfuehrerin
Tel. 030/200786151
E-Mail: seichner@bve-online.de
BLL – Bund fuer Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.
Angelika Mrohs, Geschaeftsfuehrerin
Tel. 0228/81993133
E-Mail: amrohs@bll.de
Quelle: BLL
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