Bioumsatz in Deutschland 2009
food-monitor | 18. April 2010, 11:16 Uhr |
Der deutsche Biomarkt bleibt 2009 stabil, und das bei schrumpfendem Gesamtmarkt. Verantwortlich dafür sind vor allem gesunkene Preise, während die verkaufte Menge weiter gestiegen ist.
Nach den zweistelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre ist der Biomarkt 2009 kaum noch gewachsen, sondern behauptet sich auf seinem 2008 erreichten Niveau.
Der Umsatz mit Biolebensmitteln und -getränken ist im Jahr 2009 zwar um 1 Prozent zurückgegangen. Da die Verbraucher für konventionell erzeugte Produkte laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aber 2,4 Prozent weniger ausgegeben haben, konnten Bioprodukte ihren Marktanteil leicht ausbauen. Hauptgrund für den Umsatzrückgang sind niedrigere Preise.
Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) lag der Umsatz mit Biolebensmitteln und Biogetränken im Jahr 2009 bei rund 5,8 Milliarden Euro. Die AMI-Hochrechnung berücksichtigt dabei die Umsatzentwicklung 2009 der einzelnen Einkaufsstätten nach AMI-Analysen des GfK-Haushaltspanels und die Marktschätzung für das Jahr 2008 der Universität Kassel und Agromilagro.
Preisschraube vor allem im Discounter
Trotz eines leichten Umsatzminus sind in der Summe mehr Bioprodukte eingekauft worden. Die Preise lagen allerdings im Durchschnitt um 3,1 Prozent unter denen des Vorjahres. Mit minus 8 Prozent drehten die Discounter die Preisschraube am stärksten nach unten; in diesem Sog gaben auch die Preise für Bioprodukte in den Vollsortimentern um 4,3 Prozent nach. Geringer waren die Zugeständnisse der Naturkostläden mit nur minus 2 Prozent. Besonders stark verbilligten sich 2009 folgende Produkte: Kartoffeln (minus 15 Prozent), alkoholfreie Getränke (minus 10 Prozent), Gemüse (minus 9 Prozent) und Milch (minus 5 Prozent).
LEH und Discounter verzeichnen Umsatzeinbußen
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) schreibt erstmals in dieser Dekade ein Umsatzminus im Geschäft mit Bioprodukten. Sowohl Discounter als auch Vollsortimenter verzeichnen einen Rückgang um jeweils 3,4 Prozent.
Der Rückgang der Umsätze kam vor allem aus dem Frischegeschäft, dessen Umsätze insgesamt um 5,3 Prozent schrumpften. Verantwortlich hierfür war in erster Linie das hohe Preisgefälle vom Hochpreisjahr 2008 auf das Niedrigpreisjahr 2009. Verarbeitete Produkte konnten hingegen um 2,9 Prozent gegen den Trend zulegen.
In der Annahme einer zunehmenden Kaufzurückhaltung für Bioprodukte in der Krise hat der Discount seine Preise reduziert. Diese Preissenkungen führten nicht zum gewünschten Effekt eines höheren Mengenabsatzes. Hohe Zuwachsraten schreiben SB-Warenhäuser und Drogeriemärkte, während Discounter auch bei Verarbeitungsware Einbußen erlitten.
Die Umsätze des Lebensmittelhandwerks haben im Jahr 2009 das Vorjahresergebnis um 4,9 Prozent unterschritten. Verantwortlich für das Minus waren Bäcker, während Metzgereien zulegen konnten.
Biofachhandel sorgt für Wachstum des Biomarktes
Der Biofachhandel entwickelte sich mit einem Umsatzplus von 4 Prozent hingegen weiterhin positiv. Das Bedürfnis der Kunden nach regionalen, authentischen Biolebensmitteln von deutschen Anbauverbänden verstärkte sich weiter. Der Biofachhandel hat noch ein großes Wachstumspotenzial, da noch keine flächendeckende Versorgung mit Biofachhandelsgeschäften erreicht ist. Die Kunden schätzen dort das attraktive und große Biosortiment und die kompetente Beratung im Biofachhandel.
Mit hoher Umsatzdynamik haben im Jahr 2009 die Warengruppen Babynahrung (plus 16 Prozent), alkoholhaltige Getränke (plus 13 Prozent) und Fleisch (plus 13 Prozent) abgeschnitten. Die stärksten Verluste mussten Kartoffeln (minus 14 Prozent), Obst (minus 10 Prozent) und Backwaren (minus 10 Prozent) einstecken.
Wöchentliche Informationen zum Biomarkt und zu den einzelnen Teilmärkten des Biomarktes finden Sie bei der AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH. Dort können Sie zudem einen wöchentlichen E-Mail Dienst abonnieren:
http://www.marktundpreis.de/oekolandbau
Quelle: BLE

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22.Mai 2010 at 13:14
[...] so einfach. Zwar ist der Umsatz gesunken, aber die verkaufte Menge von Bioprodukten ist gestiegen. Schuld daran seien die Discounter mit Ihrem Preisdruck: weniger Umsatz aber größere Mengen. Das lässt sich mit Fair Trade [...]