Babynahrung, Getreidebreie (11/2006)
Im Prinzip sind reine Getreidebreie eine feine Sache: Einfach mit Milch oder Wasser zubereiten - so haben Eltern selber in der Hand, was sie ihrem Baby füttern. Doch bedauerlicherweise empfehlen die meisten Hersteller, auch noch Zucker dazuzugeben. Ein Produzent hat die ungesunde und überflüssige Zutat gleich ins Pulver gemischt.

In den ersten vier bis sechs Monaten wird das Baby über Mutter- oder Säuglingsmilch bestens versorgt. Zwischen dem fünften und siebten Monat reichen die Energie und die Nährstoffe aus der Milch nicht mehr aus: Die vier bis fünf Milchmahlzeiten werden nacheinander durch Breie ersetzt. Das ist erst mal ungewohnt für das Kind und stellt die Geduld der Eltern auf die Probe. Denn anfangs schieben manche Babys den Brei mit der Zunge aus dem Mund oder den Löffel einfach weg.

Nach Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) sollen Babys zweimal am Tag einen Getreidebrei essen: Abends einen milchhaltigen und am Nachmittag einen, der mit Wasser und Obst zubereitet wird. Diesen Getreide-Obst-Brei gibt es zwar auch fertig aus dem Gläschen, man kann ihn aber auch mit Getreideflocken, zu denen nur noch Wasser und abwechselnd ein Klecks Butter oder öl kommt, selbst herstellen. Das Gleiche gilt für den Abendbrei: Statt des fertigen Pulvers, das in der Regel nur noch mit Wasser aufgegossen wird, kocht man Getreideflocken mit Säuglingsanfangsnahrung oder normaler Milch.

Das hat Vorteile, denn in den fertigen Obst-Getreide-Breien etwa stecken häufig sehr viele Obstarten, in manchen auch Zucker. Es ist aber empfehlenswert, Babys im ersten Lebensjahr möglichst wenig verschiedene Lebensmittel zu geben, um das Allergierisiko gering zu halten. Geeignetes Obst sind Äpfel oder Birnen. Auch Bananen können verwendet werden. Allerdings sind sie sehr süß und werden am besten mit anderem Obst gemischt. Der Zusatz von Zucker ist gänzlich unnötig, er schadet den Milchzähnchen und gewöhnt die Kinder schon zeitig an süßen Geschmack. Auch die fertigen Milchbreie für Babys sind oft nicht das Gelbe vom Ei: Sie werden in zig überflüssigen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Keks oder Stracciatella angeboten und sind häufig ebenfalls viel zu süß. Deshalb empfehlen Ernährungsexperten, die Breie selbst zuzubereiten.

öKO-TEST hat 14 reine Getreidebreie eingekauft. Die Produkte wurden im Labor unter anderem auf kritische Schadstoffe wie Pestizide und Schimmelpilzgifte untersucht.
Pressemitteilung 20.10.2006
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