Mehr Lebensqualität für Kinder!

Kampagne ‚KINDERLEICHT-REGIONEN‘ zieht Zwischenbilanz

Man weiß gar nicht so genau, ob man sich freuen oder wundern soll in einer Zeit, in der plötzlich große finanzielle Mittel an Kindergärten und Schulen fließen. Das Problem der teils katastrophalen baulichen Zustände in öffentlichen Einrichtungen des Landes der Dichter und Denker existiert ja nicht erst seit gestern. Bildung als höchstes Gut in Klassenzimmern und Turnhallen mit fließend Wasser von der Decke, freiliegenden Kabeln im Flur und unbenutzbaren Toiletten. Abgesehen von den jetzt anstehenden äußerlichen Verbesserungen der Bildungseinrichtungen, gibt es eine ganz andere Erfolgsgeschichte inhaltlicher Art.

Nichts Geringeres als die Verbesserung der Zukunftsaussichten von Kindern ist nämlich das Ziel der seit 2006 laufenden Kampagne „KINDERLEICHT-REGIONEN“. 24 Projekte sind bundesweit etabliert unter dem Dach des nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“. Dabei steht keine Erstellung von Hochglanzbroschüren im Vordergrund, sondern die praktische Umsetzung von insgesamt über 500 Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht bei Kindern. Frühzeitige und dauerhafte Vorbeugung ist das Maß aller Dinge und das führt schlicht und einfach zu mehr Lebensqualität mit allen damit verbundenen Vorteilen. Zum Beispiel höhere Lerneffizienz in der Schule und mehr Spaß in Kindergarten und Freizeit. Volkswirtschaftlich bedeutet das natürlich auch eine Entlastung der Krankenkassen und zwar auf lange Sicht.

Nach zweieinhalb Jahren mit einer Förderung des Bundesernährungsministeriums von 15 Millionen Euro, war es an der Zeit, Mitte Februar 2009 in Berlin eine Zwischenbilanz zu ziehen. Bundesministerin Ilse Aigner betonte dabei vor allem den Erfolgsfaktor der Vernetzung: „Die verschiedensten Akteure in den KINDERLEICHT-REGIONEN haben sich gemeinsam dem Ziel verschrieben, einen gesunden Lebensstil bei Kindern und Familien zu fördern. Wir alle wollen starke Kinder mit den besten Aussichten für die Zukunft.“ Es geht bei den verschiedenen Modellen vor allem um die Frage, wie man gesundheitsfördernde Veränderungen direkt beim Kind und/oder seiner nächsten Umgebung realisieren kann. Hauptaugenmerk liegt dabei auf erfolgreichen Zugangswegen zu sonst schwer erreichbaren Zielgruppen. Hier vor allem Familien mit Migrationshintergrund und sozial schwache Familien.

„Wir gehen mit dem Setting-Ansatz direkt in die Lebenswelt der Kinder“, so Dr. Michaela Filipini, Leiterin der Geschäftsstelle KINDERLEICHT-REGIONEN. Und weiter: „Die Projekte mit ganz unterschiedlichen Partnern von der Stadtplanung bis zum Kinderschutzbund oder der Abenteuerpädagogik bis zu den Gesundheitsämtern haben alle die Einbindung von Eltern, Betreuern und Vermittlerpersonen gemeinsam. Insgesamt erreichen die Maßnahmen inzwischen 180.000 Kinder.“

Damit daraus keine „Projektitis“ wird und Einzelmaßnahmemn nicht im Sande verlaufen, sorgt eine große Evaluation des Max-Rubner-Instituts in Karlsruhe. Haushaltsökonomin Corinna Willhöft zog eine positive Zwischenbilanz: „Die Hauptzielgruppen in den Regionen werden erreicht. Die Einbindung der Eltern als ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen und die niedrigschwelligen und persönlichen Zugangswege werden umgesetzt.“ Mehrere Variationen werden dabei erprobt. So gibt es zum Beispiel bei der Elternarbeit die Möglichkeit akzeptierte Berufsgruppen wie Ärzte und Hebammen in Ernährungsbildung und Bewegungsförderung fortzubilden oder entsprechende Inhalte in bereits bestehende, wohnortnahe Angebote „einzuschleusen“.

Vor allem wird es bei der Beurteilung der 24 Modellprojekte darum gehen, wie effektiv die einzelnen Maßnahmen waren, welche Einflussfaktoren eine dauerhafte Verankerung in lokalen Strukturen begünstigen und wie erfolgreiche Zugangswege der persönlichen Ansprache aussehen können. Ziel ist es, keine „Erfolgsstory“ zu basteln, sondern ganz praxisrelevante Ergebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen, die in Einzelmaßnahmen oder im Gesamtpaket überall in deutschen Kommunen einsetzbar sein werden. Und jedes Kind mit mehr Lebensfreude ist ein großer Erfolg.

Quelle: aid

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