Rund um den Schokoladenpudding

Woher kommt der Pudding?

Raus aus dem Kühlschrank, Deckel auf und genießen – so einfach und so lecker wie heute war Puddinggenuss nicht immer. Die Ursprünge des beliebten Desserts liegen vermutlich bereits bei den antiken Brei- und Mehlspeisen, die schon den Speiseplan der Bewohner von Pompeji und Rom bereicherten. Der heutige Begriff Pudding tauchte allerdings erst im 13. Jahrhundert in England auf. Er leitet sich vermutlich vom französischen Ausdruck „boudin“ für „Wurst“ ab, welcher traditionell in einer Hülle gekochte, fleischhaltige Speisen bezeichnete. In England hingegen waren Mehl oder Stärke die Hauptzutaten des Puddings und so wird der Begriff mit „Teigkloß“ oder „Serviettenkloß“ übersetzt. Er wurde in Wasser gekocht, herzhaft oder süß gewürzt und schließlich warm oder auch kalt verzehrt.

Ab 1700 findet sich der Pudding erstmals auch in deutschen Kochbüchern. Im Bremischen Kochbuch von Betty Gleim aus dem Jahr 1823 findet sich beispielsweise ein Rezept für ein Stärkemus mit neun Eidottern, welches bereits unserem heutigen Pudding ähnelt. Als 1894 schließlich „Dr. Oetkers Pudding Pulver“ zur gelingsicheren Zubereitung eines „feinen Puddings ohne Eier“ auf den Markt kam, verhalf seine schnelle und einfache Zubereitung der Süßspeise zum endgültigen Durchbruch. Als unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Essens durfte er an keinem Sonntag mehr fehlen und schon 1915 wurden jährlich 41,5 Millionen Päckchen des köstlichen Desserts von Dr. Oetker verkauft.

Mit dem verzehrfertigen Pudding aus dem Kühlregal antwortete Dr. Oetker 1972 schließlich auf die steigenden Convenience- Bedürfnisse der Verbraucher. Ein kleiner Becher bietet großen Genuss ohne viel Aufwand.

Kakao – Die Geschichte der bitter-süßen Verführung

Ursprünglich stammt die Kakaopflanze aus dem Amazonasdelta, von wo aus sie sich vermutlich durch Tiere schließlich in Mittelamerika ausbreitete. Dort waren es vor 3000 Jahren die Olmeken, die als erste Kakaobäume züchteten. Es folgten die Mayas und Azteken, die Kakao mit Wasser und Gewürzen mischten und ein herbes Gebräu herstellten. Die Azteken nannten ihren kalt genossenen Kakaotrunk „Xocolatl“, „herbes Wasser“, und legten damit vermutlich den Grundstein für unseren heutigen Ausdruck „Schokolade“.

Seinen Siegeszug in Europa begann der Kakao im 16. Jahrhundert, nachdem der spanische Eroberer Hernando Cortez die braunen Bohnen 1519 aus Mittelamerika mit in sein Heimatland nahm. Am spanischen Hof süßte man schließlich das herbe Kakaogetränk der Azteken mit Honig oder Rohrzucker, wodurch es auch europäischen Gaumen schmeckte. Blieb Kakao im 17. und 18. Jahrhundert noch ein Luxusgetränk für die Reichen und Adligen, so führte insbesondere die Industrialisierung dazu, dass im 19. Jahrhundert Schokolade einer breiteren Gesellschaftsschicht zugänglich wurde.

Kakaoanbau und Verarbeitung

Der Kakaobaum gehört zu den Malvengewächsen und bildet dort die Gattung Theobroma. Ursprünglich in Mittelamerika angesiedelt, wird Kakao inzwischen auch in den feucht-warmen Gebieten Afrikas und Südostasiens angebaut, die zwischen 20° nördlich und südlich des Äquators liegen und der anspruchsvollen Pflanze die passenden Wachstumsbedingungen bieten: Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit, nährstoffreichen Humusboden und ausreichend Wasser. Unter diesen idealen Voraussetzungen kann ein Kakaobaum bis zu 15 Meter groß werden.

Die Früchte mit den begehrten Kakaobohnen darin wachsen aus den Blüten direkt am Stamm des Baumes. Dort reifen sie für fünf bis sechs Monate, bis sie anschließend geerntet werden. Nach dem Ernten werden die Früchte zunächst aufgeschlagen und das Fruchtfleisch zusammen mit den Bohnen abgedeckt in der Sonne gelagert. Die Hitze löst einen Gärprozess aus, während dem sich die typische braune Farbe der Bohnen und die ersten Komponenten des Kakaoaromas entwickeln.

Anschließend werden die Bohnen getrocknet und können dann zu Schokolade weiterverarbeitet werden. Dafür werden sie bei ca. 130°C geröstet und entwickeln dabei ihr volles Aroma. Dann werden die Bohnen aufgebrochen, ihre Schale entfernt und der entstandene Kakaobruch fein zermahlen. Der Masse werden im Anschluss verschiedene Zutaten wie Zucker, Milch oder Kakaobutter hinzugefügt. Damit diese Schokoladenmasse nachher im Mund schön zart schmilzt, wird sie vor dem Abkühlen bis zu 48 Stunden erwärmt und gerührt.


Wussten Sie schon, dass …

… Kakaobohnen bei den Azteken auch als Zahlungsmittel genutzt wurden? Für 10 Bohnen bekam man bereits ein Kaninchen, ein Sklave kostete 100 Bohnen. Die Schatzkammer des letzten Aztekenkönigs Montezuma beherbergte demnach einen unvorstellbar wertvollen Schatz: Rund eine Milliarde Bohnen sollen dort gelagert haben.

… der Aztekenkönig Montezuma täglich 50 Becher des Kakaotrunks „Xocolatl“ getrunken haben soll?

… der Begriff „Pudding“ in England nicht nur ein Gericht, sondern einen ganzen Gang beschreibt? „What’s for pudding“ bedeutet übersetzt schlicht „Was gibt es zum Nachtisch?“.

… in Europa in Bezug auf Schokoladenpudding ein Nord-Süd- Gefälle herrscht? Je weiter man in den Süden kommt, desto fester, süßer und schokoladiger wird der Pudding.

… der botanische Name des Kakaobaums „Theobroma cacao“ übersetzt „Speise der Götter“ bedeutet? Bei den Mayas und Azteken galt der Kakaobaum als heilig und man versprach sich vom Genuss seiner Früchte Weisheit und Kraft.

… ein Kakaobaum bis zu 15 Meter groß werden kann?

… Schokolade noch bis in das 19. Jahrhundert als Stärkungsmittel in Apotheken verkauft wurde?

… dunkle Schokolade positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben kann? Wissenschaftler der John Hopkins University School of Medicine haben herausgefunden, dass durch den Verzehr dunkler Schokolade das Risiko für Herzinfarkte gesenkt werden kann. Die im Kakao enthaltenen Polyphenole sollen für das Senken des Blutdrucks verantwortlich sein. Doch natürlich ist auch die Dosis entscheidend. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass etwa zwei Esslöffel reine Bitterschokolade am Tag gesundheitsfördernde Wirkung haben können. Milchschokolade hingegen hat nicht den gleichen Effekt. Die darin enthaltene Milch verhindert die Aufnahmefähigkeit der Polyphenole.

… für ein Kilo Kakaomasse rund 900 Bohnen benötigt werden?

… die Farbe der Kakaobohnen vor dem Gärungsprozess je nach Sorte zwischen Weiß und Purpur liegt?

Quelle: Oetker www.oetker.de

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