Verbraucherpreise ím März: – 3 Prozent

Die Verbraucher konnten frische Lebensmittel im März 2009 im Vergleich zum März 2008 um 3 Prozent günstiger einkaufen. Dies geht aus den Verbraucherpreisanalysen der ZMP auf Basis eines Warenkorbes für frische Lebensmittel hervor. Innerhalb der Warengruppen gibt es deutliche Unterschiede. Die Preise für Molkereiprodukte, Käse, Geflügelfleisch und Obst lagen unter dem Vorjahresniveau. Die übrigen Warengruppen haben sich verteuert. Unterm Strich sind die Preise für frische Lebensmittel allerdings gesunken.

Milch und Butter weiterhin günstig, Käse vergleichsweise teuer

Nach den Preiserhöhungen für Milchprodukte im vergangenen Jahr kauften Verbraucher und Industrie weltweit weniger Milchprodukte ein, während die Landwirte mehr Milch produzierten. Die daraus resultierende Überversorgung des Marktes nutzte der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) mehrmals und senkte die Preise.

Milchprodukte waren im März 2009 rund 21 Prozent günstiger als im März 2008. Ein Liter Frischmilch (3,5% Fett, Karton) beispielsweise kostete im März 2009 mit durchschnittlich 58 Cent soviel wie im März 2006 und rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Für ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter bezahlten die Verbraucher im Monatsdurchschnitt 66 Cent. Ein Discounter bot in einer Aktion das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter sogar für 0,59 Euro an. Seit Erfassung der Verbraucherpreise war Butter noch nie so günstig.

Während die Rohstoffpreise für Käse im März 2009 gegenüber dem Vorjahr um rund 34 Prozent gefallen sind, war Käse im LEH trotz Preissenkungen nur 4,3 Prozent billiger als im März 2008. Das Preisniveau von vor den Preiserhöhungen im Sommer 2007 ist damit aber noch nicht erreicht: So kosteten im März 2007 Emmentaler (Stücke) rund 28 Prozent und Gouda (jung, Stücke) rund 25 Prozent weniger als im März 2009.

Fleischpreise über dem Vorjahresniveau

Die Verbraucher haben im März 2009 für Fleisch und Wurst mehr bezahlt als noch vor einem Jahr. So waren Rindfleisch 7,0 Prozent, Schweinefleisch 2,7 Prozent, Fleischwaren und Wurst 6,0 Prozent teurer als im Vorjahr. Die Verbraucherpreise für Rindfleisch sind seit Anfang des Jahres 2008 kontinuierlich angestiegen.

Die Erzeugerpreise für Jungbullen liegen deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Markt ist knapp versorgt, weil die hiesige Erzeugung die Ausfälle bei den Einfuhren aus Südamerika nicht ausgleichen kann. Noch immer wirken Importbeschränkungen der Europäischen Union gegenüber brasilianischen Exporteuren, weil diese die Vorgaben über die Rückverfolgbarkeit von Schlachttiere und Felsichprodukte nicht erfüllen konnten. Mittlerweile sind rund 1.000 Rinderfarmen – von ehemals rund 14.000 Lieferanten – wieder für den Export in die EU zugelassen.

Die Preiserhöhungen bei Schweinfleisch, die im Herbst 2008 noch bei etwa 8 Prozent lagen bröckeln langsam wieder ab. Ursache hierfür sind nachgebende Erzeugerpreise.

Geflügelpreise gegenüber Vorjahr gesunken

Anfang März 2009 senkte der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) die Preise für Geflügelfleisch. Gegenüber dem Vorjahr waren Geflügelprodukte 3,4 Prozent günstiger. So kosteten Putenschnitzel mit durchschnittlich 6,38 Euro je Kilo im März 2009 rund 9 Prozent weniger als vor einem Jahr und ein Kilo Hähnchenschnitzel mit 6,59 Euro je Kilo rund 6 Prozent weniger. Auch hier bröckeln die deutlichen Preiserhöhungen wieder ab, die die Geflügelbranche infolge der knappen und damit teuren Futtermittel im Herbst 2007 erzielen konnte.

Eier teuer

Im Durchschnitt kosteten Eier im März 2009 knapp 3 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Preise für Eier aus allen Haltungsformen lagen über dem Vorjahresniveau. Nur Eier aus Käfighaltung (Klasse L) waren knapp 3 Prozent günstiger als im Vorjahr. Mit zunehmender Auslistung von Käfigeiern werden Eier aus Bodenhaltung und Freilandware im Lebensmitteleinzelhandel stärker nachgefragt. Da auch zunehmend Färbereien Eier aus Bodenhaltung nachfragen, bleibt das Angebot weiterhin knapp.

Obst billiger, Gemüse teurer

Obst war im März 2009 gegenüber dem Vorjahr 4,4 Prozent günstiger. Insbesondere Zitrusfrüchte und Tafeltrauben wurden preiswerter angeboten. Aber auch Äpfel waren im März 2009 günstiger als im Vorjahr. So kosteten die Sorten Golden Delicious und Gala rund 4 Prozent und Jonagold knapp 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dagegen mussten die Verbraucher für Braeburn und Elstar rund 3 Prozent mehr bezahlen. Trotz der leichten Preissenkungen spiegeln die aktuellen Verbraucherpreise noch nicht das reichliche Angebot an Äpfeln wider, die sich derzeit noch in den Lagern befinden.

Im Jahresvergleich weist der Index im März 2009 für Gemüse einen Anstieg von 3,2 Prozent aus. Innerhalb der Gemüsearten gibt es große Unterschiede: Zucchini, Paprika, Zwiebeln und Weißkohl waren zum Teil deutlich günstiger als im Vorjahr. Zucchini kosteten mit durchschnittlich 1,51 Euro je Kilo rund 20 Prozent weniger und auch Paprika war rund 17 Prozent günstiger.

Auch im März sorgten die außergewöhnlich kühlen Temperaturen in den südeuropäischen Gemüseanbaugebieten weiter für langsames Wachstum im Gemüseanbau. Dies führte im Vergleich zum Vorjahr zu höheren Preisen: Blattsalate +31,6 Prozent, Kohlrabi +29,8 Prozent, Broccoli +32,3 Prozent, Blumenkohl +15,6 Prozent, Möhren ohne Laub +17,1 Prozent und Porree +81,1 Prozent.

Erste Speisefrühkartoffeln im LEH

Speisekartoffeln waren im März 2009 11,5 Prozent teurer als im März 2008. Anfang März begann der LEH sein Kartoffelangebot durch Speisefrühkartoffeln zu ergänzen. Diese werden etwas teurer angeboten als Kartoffeln aus Lagerbeständen. Im Durchschnitt zahlten die Konsumenten für festkochende alterntige Ware im 1-2,5 kg-Gebinde 0,70 Euro je Kilo und für die gleiche Menge Speisefrühkartoffeln 1,01 Euro je Kilo. Während alterntige Ware im März rund 1 Prozent günstiger war als im Vorjahr, waren Speisefrühkartoffeln rund 6 Prozent teurer als im März 2008.

Margarine und Speiseöl teurer

Die Herstellerpreise für Raps- und Sonnenblumenöl sind seit 2008 drastisch gefallen. Im März 2009 lagen sie für Rapsöl rund 45 Prozent und für Sonnenblumenöl knapp 52 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Verbraucher dagegen mussten im März 2009 für Margarine und Speiseöle rund 9 Prozent mehr bezahlen. Ein Liter reines Pflanzenöl in der Plastikflasche kostete im März 2009 durchschnittlich 1,25 Euro. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 0,99 Euro. Dies ist ein Plus von 26 Prozent.

Brot und Kleingebäck günstiger

Die Verbraucherpreise für Brot und Kleingebäck wären im März 2009 0,7 Prozent günstiger als im März 2008.

Quelle und Copyright: ZMP GmbH i.L., Bonn, http://www.zmp.de

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