Kühler Genuss in der Sommerzeit – LAVES untersucht Speiseeis

Bei sommerlichen Temperaturen ist der Besuch einer Eisdiele besonders verlockend. Um abzusichern, dass dies ein „Genuss ohne Reue“ bleibt, kontrollieren die niedersächsischen kommunalen Lebensmittelüberwachungsbehörden wie in jedem Jahr zusammen mit dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) landesweit das angebotene Speiseeis. In diesem Jahr sind bisher in den Lebensmittelinstituten Oldenburg und Braunschweig 446 Speiseeisproben aus handwerklicher Produktion mikrobiologisch untersucht worden. Weitere 73 Proben wurden auf ihre Inhaltsstoffe und Kennzeichnung hin geprüft.

Mikrobiologisch werden die Eisproben zum einen auf Keime untersucht, die Hinweise auf hygienische Mängel im Betrieb geben. Zum anderen wird ein besonderes Augenmerk auf Krankheitserreger wie Salmonellen und Listeria monocytogenes gelegt.

Insgesamt müssen sich Niedersachsens Verbraucher in mikrobiologischer Hinsicht beim Genuss ihres Eisbechers keine Sorgen machen. Die Ergebnisse zeigen zwar, dass ein Teil der Proben auffällig ist, eine gesundheitliche Gefährdung ist aber nahezu ausgeschlossen. Dazu tragen intensive Routinekontrollen vor Ort und strenge mikrobiologische Anforderungen an die Herstellung bei. Bei auffälligen Untersuchungsergebnissen leiten die Lebensmittelüberwachungsbehörden zudem entsprechende Maßnahmen ein, um Hygienemängel in den betreffenden Betrieben zu beseitigen.

Die mikrobiologischen Ergebnisse im Einzelnen: In keiner Probe wurden Salmonellen nachgewiesen, eine Probe wies einen sehr geringen Keimgehalt an Listeria monocytogenes auf, der gesundheitlich als unbedenklich einzustufen ist. Insgesamt waren 129 Proben mikrobiologisch auffällig. In einigen Proben waren mehrere Parameter gleichzeitig erhöht. Dabei handelt es sich vor allem um Keime, die als Indikatoren für Hygienemängel gelten. In 88 Proben wurden erhöhte Keimgehalte an Enterobacteriaceae und in 44 Proben an kogulase-positiven Staphylokokken nachgewiesen. Bei 39 Proben war die Gesamtkeimzahl erhöht.

Ein weiterer Fokus liegt auf der chemischen Zusammensetzung des Speiseeises und der richtigen Bezeichnung, weil der Kunde einen Anspruch darauf, hat, über bestimmte Inhaltsstoffe im Eis sachgerecht informiert zu werden.

Dabei ist z. B. von Bedeutung, ob „Vanilleeis“ tatsächlich echte Vanille enthält oder ob es sich lediglich um „Eis mit Vanillegeschmack“ handelt. Anstelle des teuren Vanillegewürzes wird nämlich häufig der Aromastoff Vanillin verwendet. 2009 enthielten von sieben Vanilleeisproben aus Eisdielen fünf nicht ausschließlich echte Vanille. Nur eine Probe war korrekt als „Eis mit Vanillegeschmack“ gekennzeichnet.

Unter die Lupe genommen wurden außerdem 50 Proben loses Speiseeis mit Schokoladenstückchen wie Stracciatella-Eis, After Eight- oder Bounty-Eis. Geprüft wurde, ob tatsächlich Schokolade enthalten ist oder ein Ersatzprodukt wie z.B. kakaohaltige Fettglasur. Das Ergebnis lautet hier: Nur zwei Proben enthielten tatsächlich Schokoladenstückchen. Auf die Verwendung eines entsprechenden Ersatzproduktes wurde in insgesamt 50 Prozent der Fälle hingewiesen. Die Beanstandungsquote ist 2009 im Vergleich zu 2008 (65 Prozent) leicht gesunken.

Die Untersuchungen werden über die gesamten Sommermonate hinweg kontinuierlich weiter durchgeführt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
http://www.laves.niedersachsen.de/master/C48160146_N7351468_L20_D0_I826

Quelle: LAVES

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