Ist Süßes mit Zahngesundheit vereinbar?

Die Vorliebe für Süßes wird früh geprägt. Schon vor der Geburt trinkt ein Baby süßes Fruchtwasser, danach ernährt es sich von süßer Muttermilch. Als Erwachsene essen wir durchschnittlich 39 kg Zucker in Lebensmitteln pro Jahr. Wer gerne Süßes isst, sollte besonders auf seine Zähne achten. Bei der Ernährungsfachtagung der DGE am 01.10.09 referierte Prof. Dr. Schulte von der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universität Heidelberg zum Thema Karies: „Aus Sicht der Zahnmedizin kann Süßes unter bestimmten Voraussetzungen gegessen und getrunken werden.“

Wie entsteht Karies?

Täglich essen wir verschiedene Zuckerarten in Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken, Früchten, Honig und Marmelade. Die Stärke in Lebensmitteln wie Brot, Nudeln und Kartoffeln wird teilweise im Mund zu Zweifachzuckern (siehe Tabelle) abgebaut. Dieser Zucker dient den Bakterien im Mundraum als Nahrung. Als Folge scheiden Bakterien Säuren aus, die den Zahnschmelz angreifen und Mineralien herauslösen. 0,1 g Zucker reicht den Bakterien aus. Wenn sich Zahnplaque (Nahrungsreste und Ausscheidungen von Bakterien) auf den Zähnen befindet und längere Zeit nicht entfernt wird, kann der Speichel die Zähne nicht mehr schützen. Der Kariesprozess beginnt.

Süßes, das den Zähnen schaden kann

Bezeichnung Zusammensetzung Quelle
Einfachzucker Glucose (Traubenzucker) Glucose Früchte, Honig, Haushaltszucker, Milchzucker, Malzzucker
Fructose (Fruchtzucker) Fructose Früchte, Honig, Haushaltszucker
Galactose (Schleimzucker) Galactose Milchzucker
Zweifachzucker Saccharose (Haushaltszucker) Glucose und Fructose Haushaltszucker, Früchte, Honig
Laktose (Milchzucker) Glucose und Galactose Milch und Milchprodukte
Maltose (Malzzucker) Glucose und Glucose Malz (keimende Gerste), Abbau von Stärke
Vielfachzucker Stärke viele Glucose-Bausteine Kartoffeln, Nudeln, Brot, Reis, Getreide

Übrigens: nicht alles, was süß schmeckt, schadet den Zähnen. Süßstoffe und Zuckeralkohole können von den Bakterien nicht umgesetzt werden. Sie produzieren folglich keine Säuren.

So schützen Sie sich vor Karies

o Trinken Sie zuckerhaltige Getränke nicht täglich und nicht in kleinen Schlucken. Je häufiger und länger Ihre Zähne mit Zucker in Berührung kommen, desto größer ist das Kariesrisiko.

o Essen Sie nicht mehr als eine zuckerhaltige Zwischenmahlzeit pro Tag.

o Vermeiden Sie klebrige zuckerhaltige Lebensmittel und das Lutschen von Bonbons und Schokolade.

o Trinken Sie viel Wasser und kauen Sie zuckerfreie Kaugummis, um den Speichelfluss anzuregen. Speichel gleicht Säuren aus und enthält Mineralien, die wichtig für die Zähne sind.

o Bevorzugen Sie Süßigkeiten mit dem Zahnmännchensymbol. Sie enthalten Süßungsmittel (Süßstoffe und Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit und Xylit), die nicht zu Karies führen.

o Verwenden Sie Jodsalz mit Fluorid und fluoridhaltige Zahnpasta, denn Fluorid hemmt das Herauslösen von Mineralien aus den Zähnen und fördert den Einbau von Mineralien in die Zähne.

o Putzen Sie zweimal täglich Ihre Zähne, um Zahnplaque zu entfernen.

Tipp: Verwenden Sie Zucker wie ein Gewürz nur in sehr kleinen Mengen zum Süßen von Speisen und Getränken.

Quelle:

LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum
Sarah Bachmann
http://www.landwirtschaft-bw.info

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