Alkohol – die Menge macht´s

Der Sekt zum Geburtstag, der Wein zu einem gemütlichen Abend, das Bier zum Fußballspiel oder der Schnaps nach einem deftigen Essen – alkoholische Getränke spielen in unserem Alltag eine große Rolle. Genießen Sie Alkohol in Maßen, denn das Zellgift belastet die Leber.

Was ist der Blutalkoholspiegel?

Alkohol gelangt unterschiedlich schnell ins Blut. Bei leerem Magen spüren wir die berauschende Wirkung fast unmittelbar. Auch bei warmen alkoholischen Getränken wie Glühwein, zuckerhaltigen wie Cocktails und kohlensäurehaltigen wie Sekt geht der Alkohol schnell ins Blut über. Auf kurz oder lang kommt die gesamte Alkoholmenge im Blut an und kann dann gemessen werden. Das Ergebnis ist der Blutalkoholspiegel, der in Promille ‰ (Gramm Alkohol pro Kilogramm Blut) angegeben wird. Er hängt von der getrunkenen Alkoholmenge, dem Geschlecht und dem Körpergewicht einer Person ab.

Wer es genau wissen will, kann den Blutalkoholspiegel auch berechnen:

Bestimmen Sie als erstes die getrunkene Alkoholmenge in Gramm. Dazu finden Sie auf der Flasche die Angabe Volumenprozent (%vol). 1 %vol entspricht einem Alkoholgehalt von 8 Gramm pro Liter. Whisky mit 40 %vol enthält also 320 g Alkohol pro Liter oder 3,2 g Alkohol pro Zentiliter (cl). Setzen Sie dieses Ergebnis und Ihr Körpergewicht in die nebenstehende Formel ein. Frauen rechnen mit der Konstante 0,55 und Männer mit 0,68.

Wie wirkt Alkohol auf den Körper?

Zunächst macht Alkohol lockerer, doch schnell lässt die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen nach. Mit steigendem Alkoholgehalt im Blut nehmen die Beeinträchtigungen weiter zu bis zur Bewusstlosigkeit:

<0,2 Promille: enthemmende Wirkung, Redseligkeit
ab 0,3 Promille: Einschränkung der Sehleistung, Probleme bei der Entfernungsabschätzung, Aufmerksamkeit nimmt ab
ab 0,5 Promille: Reaktionsfähigkeit lässt nach, erhöhte Risikobereitschaft
ab 0,8 Promille: Gleichgewichtsstörung, verengtes Blickfeld (Tunnelblick)
ab 1,0 Promille: Sprachstörung, Stimmungsschwankungen, zunehmender Verlust der Orientierung
ab 2,0 Promille: Koordinationsstörung, Bewusstseinstrübung, Ausschalten des Erinnerungsvermögens
ab 3,0 Promille: Absinken der Körpertemperatur, schwache Atmung oder Atemnot bis hin zur Atemlähmung, das führt zu Bewusstlosigkeit oder Koma bis hin zum Tod.

Der Abbau in der Leber

Fast 95 % des Alkohols werden in der Leber durch das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) zu krebserregendem Azetaldehyd abgebaut. Der Rest wird über Lungen, Nieren und Haut ausgeschieden. In einem weiteren Schritt wird Azetaldehyd zu Essigsäure (Azetat) umgewandelt. Daraus stellt der Körper vor allem Energie, aber auch Fettsäuren oder Cholesterol her. Pro Stunde kann der Körper etwa 0,1 bis 0,15 Promille auf diese Weise abbauen.

Bei einer Blutalkoholkonzentration von mehr als 0,5 Promille stellt der Körper ein weiteres alkoholabbauendes Enzym, die Mischfunktionelle Oxidase (MEOS) bereit. Beobachtet wird dies vor allem bei chronischem Alkoholkonsum. Vermutlich ist dieses Enzym der Grund für eine „Gewöhnung“ an Alkohol. Auch bei diesem Abbauweg entsteht das zellschädigende Azetaldehyd, das jedoch nicht schneller abgebaut wird.

Unterschied Männer – Frauen

Frauen vertragen Alkohol in der Regel schlechter als Männer. Das liegt daran, dass sie einen höheren Fettanteil haben und weniger Körperwasser. Alkohol löst sich besser in Wasser als in Fett. Nach dem Konsum gleicher Alkoholmengen ist demnach die Alkoholkonzentration im Blut einer Frau in der Regel höher als bei einem Mann mit gleichem Körpergewicht. Außerdem wird Alkohol bei Frauen langsamer in Azetaldehyd umgewandelt, da sie über weniger alkoholabbauende Enzyme verfügen.

Alkohol in Maßen

Alkohol ist ein Zellgift. Wer regelmäßig größere Mengen trinkt, nimmt gesundheitliche Risiken in Kauf:

o Zellschädigungen in allen Geweben
o Organschäden der Leber (Fettleber, Leberzirrhose), der Bauchspeicheldrüse (chronische Entzündung), des Herzens (Erweiterung des Herzmuskels), des Nervensystems und der Muskulatur
o Krebs (Mund-, Rachen-, Speiseröhrenkrebs und bei Frauen Brustkrebs)
o psychische Beeinträchtigungen (Angstzustände, Depressionen, Suizidgefährdung)

Geringe Alkoholmengen können das Risiko für Herzinfarkte senken, zumindest bei gesunden Menschen über 50 Jahre. Ein einziges Glas pro Woche genügt. Und selbst darauf kann man laut der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. verzichten, denn es gibt viele andere Methoden zur Risikosenkung. Z.B. gesunde Ernährung, körperliche Aktivität, Nichtrauchen und ein gesundes Körpergewicht.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät davon ab täglich Alkohol zu trinken. Als Richtwert gilt: Frauen sollten nicht mehr als 10 g Alkohol pro Tag und Männer nicht mehr als 20 g Alkohol pro Tag zu sich nehmen. 10 g Alkohol sind z.B. enthalten in 1/8 l Wein oder ¼ l Bier.

Übrigens: Der Schnaps für eine bessere Verdauung bewirkt genau das Gegenteil. Das Zellgift Alkohol wird von der Leber vorrangig abgebaut. Während dieser Zeit wird weniger Fett verbraucht und deshalb im Fettgewebe eingelagert.

Quellen:

Alkohol im Körper – Wirkung und Abbau, Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, Lausanne, 2004
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.:
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum: Getränke aus Baden-Württemberg 2008
http://www.krebsgesellschaft.de/alkohol_moderaterkonsum,1065.html, Zugriff am 08.12.09
http://www.novafeel.de/ernaehrung/alkohol.htm, Zugriff am 07.12.09

Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum
http://www.ernaehrung-bw.info

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