Geschmacks-Offensive der Holland-Tomaten auf der Grünen Woche

Und sie schmecken doch!

Es gibt Länder, die verbindet man schon beim Klang des Namens mit kulinarischen Genüssen. Italien lässt viele an Pasta und Pizza denken, bei Spanien kommt einem der Serrano-Schinken in den Sinn und Frankreich steht für die feine Küche mit Austern und Champagner. Spricht man aber über Holland werden spontan Frau Antje und ihr Gouda assoziiert – und natürlich auch die Tomaten. Angeblich sollen die Holland-Tomaten gar nicht schmecken, aber das gehört mittlerweile ebenso ins Reich der Märchen und Legenden wie das Vorurteil, dass Gewächshäuser viel Energie verbrauchen. Die Wahrheit über Tomaten und Gewächshäuser sowie viele weitere wissenswerte Informationen aus dem Nachbarland können die Besucher der Internationalen Grünen Woche (IGW) 2010 am niederländischen Gemeinschaftsstand in Halle 18 erfahren.

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MLNV. – Gesund und sehr lecker: Holland-Tomaten sind tatsächlich viel besser als ihr Ruf.

Tomate ist nicht gleich Tomate! In den Niederlanden werden heute etwa 60 verschiedene Sorten angebaut. Von der kleinen Kirsch-Tomate über gelbe und Strauchtomaten bis hin zur dicken Fleischtomate variieren der Geschmack und die Verwendungsmöglichkeiten dieses gesunden Gemüses. Dabei ist aber wichtig, die richtige Tomate für den richtigen Zweck zu wählen. Eine Tomate, die einer Suppe oder Soße einen herrlich tomatigen Geschmack verleiht, muss nicht zwangsläufig auch als Beilage oder auf dem Brot schmecken. Entscheidend für den Geschmack einer Tomate ist unter anderem der Zuckergehalt in der Frucht, der sogenannte Brix-Wert. Je höher dieser Wert ist, desto süßer die Tomate. So lange die Tomate am Strauch hängt, entwickelt sich der Zuckergehalt und damit der Geschmack. Mit dem Pflücken vom Strauch stoppt die Geschmacksentwicklung, auch wenn eine grün gepflückte Tomate noch rot wird. Strauchtomaten können länger an der Pflanze bleiben als einzeln wachsende Früchte und sind daher auch geschmackvoller. Eine reife Tomate hat einen durchschnittlichen Brix-Wert von 5, eine niederländische Strauchtomate von 8.

Idealerweise sollten die Verbraucher bei ihrem Einkauf im Supermarkt über die passenden Verwendungsmöglichkeiten der angebotenen Tomatensorten informiert werden. Dadurch wäre es wesentlich einfacher für die Konsumenten, die richtige Wahl zu treffen. Die niederländischen Tomatengärtner haben dafür ein Verfahren erarbeitet, dass ganz einfach mit Piktogrammen auf der Verpackung darüber informiert, ob diese Sorte für einen Snack oder für Salate besonders schmackhaft ist, oder ob sie besser zum Kochen, Backen oder als Belag verwendet werden sollte. Holland-Tomaten werden von Februar bis November geerntet, und zwar stets von Hand. Die im Winter im deutschen Handel angebotenen Tomaten stammen zumeist aus Südeuropa und verfügen häufig über einen niedrigeren Brix-Wert als die Holland-Tomaten. Die niederländischen Tomatengärtner sind stolz auf ihre schmackhaften und gesunden Produkte; deshalb gehen sie auf der Grünen Woche in die Geschmacks-Offensive: Wie lecker die kleinen roten Vitaminbomben aus dem Nachbarland sind, können die Besucher der IGW 2010 im Geschmackshaus am Gemeinschaftsstand der Niederlande in Halle 18 probieren. Interessierten Besuchern steht dort auch fachkundiges Personal für Informationen über die niederländische Agrarwirtschaft zur Verfügung.

Klimafreundliche Gewächshäuser

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MLNV. – Die Zeiten, in denen Gewächshäuser viel Energie verbraucht haben, sind lange vorbei. Moderne energieeffiziente Glashäuser in den Niederlanden sind heute Nettostromlieferanten.

Bekanntermaßen wachsen Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken in den Niederlanden in Gewächshäusern. Weniger bekannt ist bedauerlicherweise, dass diese Gewächshäuser schon lange keine Energiefresser mehr sind, sondern, ganz im Gegenteil, Energieproduzenten. Durch den Einsatz energieeffizienter Gewächshäuser ist die niederländische Agrarwirtschaft bereits seit 2006 Nettostromlieferant Der niederländische Unterglasanbau entwickelt sich zusehends weiter vom Verbraucher fossiler Energie zum Lieferanten von Öko-Strom und Öko-Wärme. Die dafür überwiegend verwendete Technik sind Wärmekraftanlagen, in denen Gas in Wärme, Strom und CO2 umgewandelt wird. Der dabei produzierte Strom wird nur zu einem kleinen Teil für die Beleuchtung der Gewächshäuser verwendet, der überwiegende Anteil wird in das landesweite Stromnetz eingespeist bzw. direkt von Haushalten oder Betrieben in der Nachbarschaft genutzt. Große Gewächshäuser in der Provinz Noord-Holland beliefern rund 30.000 Haushalte mit diesem Rest-Strom. Das anfallende CO2 wird, ebenso wie die entstandene Wärme, größtenteils für das Wachstum der Gemüsepflanzen verwendet, denn ohne CO2 und Wärme können Pflanzen nun einmal nicht wachsen. Der Energiewirkungsgrad in diesen niederländischen Gewächshäusern liegt bei etwa 95 Prozent. Zum Vergleich: große Kraftwerke verfügen je nach ihrer Auslegung über einen Wirkungsgrad von rund 50 Prozent.

Nachhaltigkeit in niederländischen Gewächshäusern bezieht sich nicht nur auf die Energiegewinnung, sondern schließt auch die Anbaumethoden ein. Im Mikrokosmos eines Gewächshauses sind Insekten die wichtigsten Mitarbeiter des Gärtners: Hummeln übernehmen das Bestäuben der Pflanzen und weil tausende Nützlinge ganz natürlich die Schädlinge auffressen, wird im Gewächshaus auf den Einsatz chemischer Mittel verzichtet. Mehr Informationen zu energieeffizienten Gewächshäusern in den Niederlanden gibt es auf der Grünen Woche am Holland-Stand in Halle 18.

Absolut schadstofffrei

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MLNV. – Champignons brauchen Dunkelheit und schadstofffreies Substrat zum Wachsen.

Nicht alles was lecker ist und aus den Niederlanden kommt, wächst in modernen und hellen Gewächshäusern. Manches gedeiht auch im Dunklen ganz prächtig, beispielsweise Champignons. Die Niederlande sind der größte Champignonproduzent in der EU. Rund 80 Prozent der jährlichen Ernte ist für den Export bestimmt. Auch in diesem Bereich ist Deutschland der wichtigste Handelspartner, denn die Deutschen essen im Jahr mit durchschnittlich 2,9 Kilogramm pro Person die meisten Champignons in Europa. In den Niederlanden wird neben Portabella, Riesen-, Kastanien- und Grottenchampignons vor allem der weiße Champignon angebaut. Diese Sorte, die üblicherweise in blauen Kunststoffschälchen im Supermarkt angeboten wird, ist zugleich auch der bei den deutschen Verbrauchern beliebteste Pilz. Allerdings werden sich die Konsumenten mittelfristig an eine neue Verpackung gewöhnen müssen: Derzeit wird in den Niederlanden an der Entwicklung eines vollständig kompostierbaren Schälchens aus Palmfasern, das dann das bekannte blaue Schälchen ersetzen wird, gearbeitet. Mit dieser Entwicklung machen die rund 200 niederländischen Champignonzüchter einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Auch wenn Champignons Dunkelheit für ihr Wachstum brauchen, so sind doch ihre Anbauverfahren alles andere als eine dunkle Angelegenheit. Wie in der gesamten niederländischen Agrarwirtschaft gilt auch in der Champignonzucht das Prinzip der Nachhaltigkeit. Das Substrat, auf dem die Pilze wachsen, besteht vollständig aus natürlichen schadstofffreien Bestandteilen wie Pferde- und Hühnermist sowie Stroh und Gips. Darüber hinaus setzen die Champignonzüchter auf “grünen“ Strom und praktizieren Abwasserrecycling. Da im Champignonanbau absolut hygienische Verhältnisse eine wesentliche Voraussetzung für gute Produkte sind, erübrigt sich der Einsatz chemischer Mittel vollständig. Die Pilze sind somit frei von jeglichen Schadstoffen.

Für eine kalorienarme und gesunde Ernährung sind Champignons bestens geeignet. Bei nur 14 Kcal pro 100 Gramm enthalten rohe Champignons besonders Vitamine des B-Komplexes, wie zum Beispiel B2, das für den Stoffwechsel und eine gesunde Haut sorgt oder auch B3, das dem Körper hilft, Energie aus der Nahrung zu schöpfen und zusätzlich guten Schlaf bringt sowie B9 (Folsäure), das für das Wachstum und die Produktion von Blut benötigt wird. Außerdem sind Champignons reich an Ballast- und Mineralstoffen sowie Spurenelementen, wie Kalium und Kupfer. Weitere Informationen sowie Tipps für die Lagerung und das Putzen von Champignons bekommen die Besucher der Grünen Woche ebenfalls am niederländischen Stand.

Kontakt für die Presse:

Niederländisches Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität
c/o NED.WORK Agentur + Verlag GmbH
Thomas Wittenburg
Kapellstraße 17a
40479 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 68 78 30 – 13
Mobil: 0173 – 859 20 23
e-mail: t.wittenburg@nedwork.de

Quelle: Niederländisches Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität

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3 Kommentare

  1. Holländische Tomaten sind der letzte Dreck. Selbst die „Geschmackstomaten“ sind ungenießbar. Leider ist Holland auch im Bereich der Paprika diktatorisch. Ich versichere Ihnen, auch dieses Jahr werde ich so viel wie möglich auf holländisches Gemüse hetzen.

    Andreas Dill

  2. Wenn ich jetzt schon mal dabei bin,

    ich habe die EU immer verteiligt. Aber, so sehe ich das heute, die Bedeutung der Agrarwirtschaft wird drastisch überschätzt. Denke ich an Produkte aus den 70er Jahren, so denke ich an Geschmack. Heute gilt nur noch Pflumidenken. Hauptsache das Produkt hält lange im Kühlschrank, Geschmack ist egal, und daher hasse ich Holland.

    Andreas Dill
    ex Holland-Reisender

  3. Und sie schmecken NICHT.
    Keine Tomate aus den Niederlanden wird es jemals wieder auf meine Tafel schaffen, da kann die Werbung behaupten, was sie will.
     
    Tomaten brauchen Sonne. Nur dann haben sie Aroma und sind gesund. Basta!
    Melanie Marx

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