Gentechnik und Lebensmittel 2009 – die Ergebnisse aus Baden-Württemberg liegen jetzt vor

Insgesamt 770 Lebensmittelproben wurden 2009 auf Bestandteile aus gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen untersucht. Dabei wurden in 109 Fällen (= 14 %) positive Befunde erhalten. Dies bedeutet eine leichte Zunahme gegenüber 2008 (= 11%), die in erster Linie durch positive Befunde bei Leinsamen begründet ist, während bei Soja eine leichte Abnahme und bei Mais eine Stagnation auf niedrigem Niveau festzustellen war.

Gentechnisch veränderter Leinsamen – fast der der gesamte Markt betroffen

LeinsamenDas CVUA Freiburg hat im September 2009 erstmals über nicht zugelassene gentechnische Veränderungen in Leinsamen berichtet. Europaweit bestätigten sich bis zum Jahresende die Befunde. Die Ware stammte aus Kanada, wo gentechnisch veränderte Leinsaat vor über 10 Jahren vorübergehend zum Anbau zugelassen war. Gv-Leinsaat ist in der EU generell nicht zugelassen. Da für nicht zugelassene gv Pflanzen eine Nulltoleranz besteht, dürfen selbst geringe Spuren nicht enthalten sein.

Bald zeigte sich, dass praktisch alle Betriebe, die Leinsamen verwenden, betroffen waren. Leinsamen sind in vielen Backwaren und Müslis enthalten. Allerdings wurden bis zum Jahresende in Bio-Produkten keine gentechnischen Veränderungen nachgewiesen.

Insgesamt 151 Proben von Leinsamen wurden untersucht, darunter waren auch 37 Proben aus ökologischem Anbau. In insgesamt 43 Proben, das entspricht 28 Prozent aller Proben bzw. 38 Prozent aller Proben aus konventionellem Anbau, wurde gv-Leinsamen nachgewiesen. Ausschließlich Ware kanadischer Herkunft war betroffen. Kanada ist das weltweit wichtigste Anbauland für Leinsamen, die EU ist der bedeutendste Importeur.

Die betroffenen Betriebe (v.a. der Bäckereigroßhandel und Müslihersteller) handelten sehr schnell, sodass weitere Untersuchungen zum Jahresende kaum mehr positive Befunde ergaben.

Nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen (GVP) oder nicht gekennzeichnete Produkte mit GVP sonst nur in Ausnahmefällen

Nicht zugelassene GVO wurden noch in Reisnudeln aus China sowie in Maismehl aus Kolumbien nachgewiesen. Der in dem Maismehl enthaltene Mais MON 88017 ist zwischenzeitlich zugelassen worden.

Zugelassene gv Pflanzen dürfen ohne Kennzeichnung bis zu 0,9 Prozent enthalten sein. Überschreitungen dieses Grenzwerts ohne Deklaration der gentechnischen Veränderungen waren nur vereinzelt anzutreffen. Jeweils 3 Proben verschiedener Chargen eines türkischen Nudelerzeugnisses (jeweils Roundup Ready Soja) sowie eines kolumbianischen Maismehls (jeweils Mais TC 1507) waren betroffen. Neben diesen „Exoten“ wurden Anteile an Roundup Ready Soja deutlich über ein Prozent auch bei einer Probe Soja-Lecithin (Emulgator) eines einheimischen Weiterverarbeiters festgestellt.

In einheimischer Rapssaat sowie in Rapshonig waren wie in den Vorjahren keine gentechnischen Veränderungen nachweisbar. Auch die stichprobenartigen Untersuchungen bei Kartoffel- und Zuckerrübenprodukten sowie bei Papayas und Zucchini ergaben jeweils negative Befunde.

1) nachgewiesene gentechnische Veränderungen werden aufgrund einer Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit derzeit als zulässig angesehen
2) nachgewiesene gentechnische Veränderungen infolge botanischer Verunreinigungen in geringen Anteilen werden toleriert, da es sich um (für Lebensmittel mit Raps) zugelassene Events handelt

Lesen Sie den ausführlichen Bericht Gentechnik 2009:
http://www.ua-bw.de/uploaddoc/cvuafr/gentechnik_2009_internet_langfassung.pdf

Tabellen und weitere Informationen:
http://www.untersuchungsämter-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=3&Thema_ID=17&ID=1266&Pdf=No

Quelle: CVUA Freiburg

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