Immer weniger Rückstände in Öko-Lebensmitteln / Handlungsbedarf bei Naturkosmetik

Verbraucherschutzminister Rudolf Köberle MdL: „Bio-Erzeugnisse werden ihrem sehr guten Ruf gerecht“

„Ob Bio-Lebensmittel besser schmecken oder ob sie gesünder sind, muss jeder Verbraucher für sich selbst entscheiden. Die Lebensmittelchemiker des Landes haben festgestellt, dass Produkte mit Öko-Siegel mit Blick auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln praktisch einwandfrei sind“, sagte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Rudolf Köberle MdL, am Freitag (27. August 2010) anlässlich der Vorstellung des aktuellen Ökomonitoring-Berichts in Stuttgart. Das Land untersuche seit dem Jahr 2002 gezielt auch Lebensmittel aus ökologischer Herkunft. Das Programm sei bundesweit einmalig und auch aus anderen europäischen Ländern sei nichts Vergleichbares bekannt.

Der aktuelle Ökomonitoringbericht weise aus, dass das Land im Jahr 2009 rund 900 Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung gezielt auf bestimmte Inhaltsstoffe, Rückstände und Schadstoffe untersucht habe. Das Untersuchungsspektrum reiche von in Bioprodukten nicht zugelassenen Zusatzstoffen über Pflanzenschutzmittel in Obst und Gemüse, Furanen in Kaffee und Acrylamid in Keksen bis hin zu Dioxin in Eiern und Rindfleisch. Insgesamt vergeben die Lebensmittelkontrolleure des Landes den Öko-Produkten sehr gute Noten.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln

„Käufer von Bio-Lebensmitteln legen besonderen Wert auf die Reinheit der von ihnen gekauften Produkte. Rund 99 Prozent der untersuchten Stichproben führen ihr Öko-Siegel zu Recht. Etwa drei Viertel der Proben waren rückstandsfrei“, erklärte Köberle. Insgesamt seien 433 Lebensmittelproben pflanzlicher Herkunft auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht worden. Im Vergleich zu den Vorjahren hätte die Beanstandungsquote weiter abgenommen. Gleichzeitig hätten sich die Untersuchungsmethoden regelmäßig weiter verbessert. „Während die Proben im Jahr 2002 noch auf maximal 200 verschiedene Pflanzenschutzwirkstoffe untersucht worden sind, umfasst das Spektrum der amtlichen Lebensmittelexperten inzwischen über 500 Stoffe“, sagte Köberle.

Die Lebensmittelchemiker würden mit immer effektiveren Untersuchungs- und Messmethoden kontrollieren und dabei immer weniger finden. „Dies zeigt, dass wir mit unserem Ökomonitoring auf dem richtigen Weg sind. Über die Jahre hinweg beobachten wir eine kontinuierliche Verbesserung der Rückstandssituation“, betonte Köberle. Die Beanstandungsquote im aktuellen Bericht liege bei einem Prozent, während sie im Jahr 2007 noch bei sieben Prozent gelegen habe. Dies sei auch auf die kontinuierliche und gezielte Kontrolltätigkeit der baden-württembergischen Lebensmittelkontrolle bei Ökoprodukten während der vergangenen acht Jahre zurückzuführen.

Die insgesamt sehr geringe Rückstandsquote in Ökolebensmitteln sage allerdings nichts über die Belastung herkömmlich erzeugter Ware aus. „Auch Lebensmittel aus konventioneller Produktion werden regelmäßig überprüft, sind sicher und entsprechen in der Regel den gesetzlichen Vorschriften“, betonte Köberle. Dies sei zuletzt im aktuellen Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung, der im Juli dieses Jahres durch die Landesregierung vorgestellt wurde, deutlich geworden.

Gesetzliche Standards bei Naturkosmetik gefordert

„Die Hersteller von Naturkosmetik bewerben ihre Produkte vielfach mit wohlklingenden Namen und mit einer Fülle teilweise selbst kreierter Qualitäts-, Güte- oder Prüfsiegel. Der Verbraucher kann nicht zweifelsfrei erkennen, wie viel Natur in der Tube der Natur-Handcreme oder in der Flasche des Öko-Gesichtswassers tatsächlich steckt“, betonte der Verbraucherschutzminister. Naturkosmetik unterliege wie herkömmliche Kosmetik dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie der Kosmetikverordnung. „Da es keine speziellen gesetzlichen Regelungen für Naturkosmetik gibt, ist der Verbraucher auf die Ehrlichkeit der Werbestrategen der Naturkosmetikindustrie angewiesen. Ohne klare rechtliche Definition für Naturkosmetik und bei unklarer Verbrauchererwartung sind Missverständnisse und unbeabsichtigte Verbrauchertäuschungen vorprogrammiert“, betonte Köberle. Grundsätzlich müsse davon ausgegangen werden, dass der Verbraucher bei Naturkosmetik den ausschließlichen Einsatz natürlicher Rohstoff unterstelle und erwarte. So dürften beispielweise keine synthetischen Konservierungsstoffe Verwendung finden. Dies führe allerdings dazu, dass Naturkosmetika mitunter einen sehr guten Nährboden für Mikroorganismen abgeben würden.

„Die von uns im Jahr 2009 untersuchten 61 Naturkosmetikprodukte waren bis auf eine Augencreme einwandfrei. Die Hersteller schaffen es, die Produkte besonders keimarm herzustellen oder auf natürliche Art und Weise zu konservieren“, erklärte Köberle. Häufig würden ätherische Öle oder Alkohol (Ethanol) als Konservierungsstoff eingesetzt. Mitunter fänden sich allerdings auch naturidentische Substanzen wie beispielsweise Benzylalkohol, Phenoxyethanol sowie Sorbin- und Benzoesäure.

„Die Mindestanforderungen an Naturkosmetik, die in den Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahre 1993 und in einer Stellungnahme des Europarates vorliegen, sind weder aktuell noch rechtsverbindlich“, betonte der Minister. In keinem Fall schütze sie den Verbraucher vor Täuschung und Irreführung. „Wir brauchen eine klare und rechtsverbindliche europäische Regelung für Naturkosmetik. Jeder, der Naturkosmetik kaufen möchte, muss auf einen Blick zweifelsfrei erkennen, wie viel Natur er beim Griff ins Ladenregal in den Händen hält“, so Köberle weiter. Was bei den Öko-Lebensmitteln zum Erfolg geführt habe, sei auch bei der Naturkosmetik zielführend. Wachsweiche und informelle Regelungen würden weder den Konsumenten noch der Industrie weiterhelfen.

Weitere Informationen zum Thema Lebensmittelsicherheit finden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz unter Icon www.mlr.baden-wuerttemberg.de. Icon Ökomonitoring-Bericht 2009 (Pdf 1.484 KB).

Umfassende Informationen zur Arbeit der Chemischen Veterinär- und Untersuchungsämter sind im Internet unter Icon www.ua-bw.de abzurufen. Dort oder direkt unter Icon http://oekomonitoring.cvuas.de sind auch die Berichte abrufbar.

Anlage zur Pressemitteilung Nr. 221/2010 des MLR vom 27. August 2010
Auszug aus dem Bericht zum Ökomonitoring 2009

Das Ökomonitoring-Programm wurde im Zusammenhang mit der Gesamtkonzeption zur Förderung und Beratung des ökologischen Landbaus ins Leben gerufen, die der Ministerrat am 16. Oktober 2001 beschlossen hatte. Dieses baden-württembergische Überwachungsprogramm ist bundesweit einmalig. Auch aus anderen europäischen Ländern ist Vergleichbares nicht bekannt.

Die vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUAs) führen dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Öko-Kontrollbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe durch. Für Koordination und Bericht ist das CVUA Stuttgart zuständig.

Alle Ergebnisse werden in Form von Jahresberichten im Internet veröffentlicht. Es gibt in Deutschland und in Europa keine andere derart umfassende Ergebnisdarstellung über die Beschaffenheit von Öko-Lebensmitteln.

Ziele des Ökomonitorings sind:

o Statuserhebung der Belastung ökologisch erzeugter Lebensmittel mit Rückständen und Kontaminanten, gentechnisch veränderten Organismen, Tierarzneimitteln, Bestrahlung usw.
o Vergleich von Öko-Lebensmitteln aus einheimischer Produktion mit ausländischen Öko-Produkten.
o Feststellung und Beanstandung eventueller Verbrauchertäuschung durch falsche Öko-Kennzeichnung.

Nachfolgend findet sich eine Zusammenfassung der Ergebnisse 2009.

Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs

Wie in den Vorjahren unterscheiden sich sowohl Häufigkeit von Rückstandsbefunden als Rückstandsgehalte von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen bei ökologischem Obst und Gemüse sehr deutlich im Vergleich zu konventionell erzeugter Ware. Bei der überwiegenden Anzahl an Proben aus ökologischem Anbau (72 %) waren keine Rückstände an Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Sofern Rückstände festgestellt wurden, handelte es sich meist nur um Rückstände einzelner Wirkstoffe im Spurenbereich (< 0,01 mg/kg) und damit um Gehalte, die deutlich unterhalb der Konzentrationen liegen, die üblicherweise nach Anwendung entsprechender Wirkstoffe im Erntegut festgestellt werden.

Der mittlere Gehalt an Pflanzenschutzmittel in allen untersuchten Obstproben aus ökologischem Anbau lag bei 0,002 mg/kg, wenn alle als ökologisch bezeichneten Proben (auch solche mit irreführender Öko-Kennzeichnung) in die Berechnung einfließen. Er lag ebenfalls bei 0,002 mg/kg, wenn die Berechnung unter Ausschluss der beanstandeten Proben erfolgt, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um konventionelle Ware oder um einen Verschnitt mit konventioneller Ware handelt. Konventionelles Obst enthält dagegen im Mittel 0,39 mg Pflanzenschutzmittelrückstände pro kg (ohne Oberflächenbehandlungsmittel oder -konservierungsstoffe).

Bei Gemüse aus ökologischem Anbau lag der mittlere Pestizidgehalt bei 0,003 mg/kg, wenn alle als ökologisch bezeichneten Proben in die in die Berechnung mit einfließen. Er lag bei 0,002 mg/kg, wenn die Berechnung unter Ausschluss der beanstandeten Proben erfolgt, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um konventionelle Ware oder um einen Verschnitt mit konventioneller Ware handelt. Konventionelles Gemüse enthält dagegen im Mittel 0,36 mg Pflanzenschutzmittelrückstände pro kg (ohne Bromid).

Auch im Berichtsjahr 2009 wurden wieder vereinzelt Proben beanstandet, bei denen aufgrund auffälliger Rückstandgehalte der Verdacht bestand, dass es sich um konventionelle Ware oder um einen Verschnitt mit konventioneller Ware handelte. Herausstechende Auffälligkeiten in einer oder mehreren Produktgruppen wie in den Vorjahren (Karotten in 2006, Steinobst, Zitrusfrüchte und Kartoffeln in 2007 sowie Gurken, Broccoli und Zitrusfrüchte in 2008) waren im Jahr 2009 erfreulicherweise nicht zu verzeichnen. Auch aus diesem Grund hat die Beanstandungsquote insgesamt bei allen frischen Erzeugnissen mit Hinweis auf den ökologischen Landbau im Vergleich zu den Vorjahren nochmals abgenommen: 1,0 % 2009, 4,9 % 2008, 7,5 % 2007, 4,9 % 2006 und 8,4 % 2005. Beanstandungen waren im Berichtsjahr 2009 nur bei drei Gemüseproben zu verzeichnen. Bei zwei dieser Proben (Eisbergsalat aus Spanien und Blumenkohl aus Italien) musste die Bezeichnung „Öko“ aufgrund deutlicher Mengen an Pflanzenschutzmittelrückständen als irreführend beanstandet werden. Bei der dritten Probe (Kerbel aus Israel) war die gültige Höchstmenge nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 für den Wirkstoff Rotenon überschritten. Dieser Wirkstoff ist allerdings zur Anwendung im ökologischen Landbau zugelassen.

Bei verarbeiteten Erzeugnissen lag die Beanstandungsquote mit 1,4 % in der gleichen Größenordnung wie bei frischen Erzeugnissen. Hier muss die durch Verarbeitung erfolgte Erhöhung bzw. Verminderung der Rückstände berücksichtigt werden. Auffällig war hier im Jahr 2009 erfreulicherweise auch keines der Untersuchungsfelder. Nur eine Probe musste beanstandet werden. Dabei handelte es sich um eine Probe getrocknete Goji-Beeren, welche auch nach Berücksichtigung des Trocknungsfaktors Rückstände über der nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 gültigen Höchstmenge für den Wirkstoff Acetamiprid aufwies und Rückstände weiterer Wirkstoffe über 0,01 mg/kg enthielt. Die Auslobung „Öko“ wurde daher bei dieser Probe als irreführend gekennzeichnet beurteilt.

Gentechnisch veränderte Pflanzen (GVP)

Positive Befunde sind bei der Untersuchung von Bio-Lebensmitteln auf gentechnische Veränderungen auch weiterhin sehr selten und dann auch nur in solchen Spuren, die nicht zu einer Beanstandung führen und keine weitergehenden Ermittlungen im Betrieb erforderlich machen. Schwerpunkte 2009 waren wie in den Vorjahren Mais- und Sojaprodukte sowie aus aktuellem Anlass Leinsamen.

In keiner der 26 untersuchten Proben von Bio-Maisprodukten waren gentechnische Veränderungen nachweisbar. Lediglich bei Bio-Sojaprodukten waren bei 7 der 65 untersuchten Proben Spuren der zugelassenen gentechnisch veränderten Soja Roundup Ready in sehr geringen Mengen unter 0,05 % nachweisbar. Verglichen mit konventioneller Ware waren jedoch sowohl der Anteil positiver Proben als auch der Grad der „Verunreinigung“ geringer.

Ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen „Bio“ und „konventionell“ gab es bei erstmals auf gentechnische Veränderungen untersuchten Leinsamenproben. Das CVUA Freiburg hat im Herbst 2009 als erstes amtliches Labor weltweit über den Nachweis von nicht zugelassenen, gentechnisch veränderten Leinsamen berichtet. 38 Prozent aller Proben aus konventionellem Anbau waren verunreinigt, während Bio-Proben nicht betroffen waren.

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine): Mutterkornalkaloide in Roggenmehl und -brot

Öko-Getreidepflanzen dürfen im Gegensatz zu konventionellem Getreide nicht mit Fungiziden (Schimmelpilzbekämpfungsmitteln) behandelt werden. Im Rahmen des Ökomonitorings wird deshalb der Frage nachgegangen, ob Öko-Getreide für den menschlichen Verzehr stärker mit Schimmelpilzgiften kontaminiert ist.

Mutterkorn ist ein Schlauchpilz (Claviceps purpurea), der auf verschiedenen Gräsern wachsen kann. Roggen ist unter den Getreidesorten am häufigsten betroffen. Der Pilz überwuchert den Fruchtknoten und zehrt ihn schließlich auf. Anstatt eines gesunden Kornes bilden sich dann die länglichen, dunkelvioletten bis schwarzen und halbmondförmig gebogenen Sklerotien (Mutterkörner). Mutterkornalkaloide sind keine klassischen Mykotoxine; die chemische Struktur erinnert an die Grundkörper von Rauschgiften. Im Berichtsjahr 2009 wurde im Rahmen des Ökomonitorings ein Projekt aus dem Jahr 2004 wieder aufgegriffen, bei dem Roggenerzeugnisse auf Verunreinigung mit Mutterkornalkaloiden untersucht wurden.

2009 wurden insgesamt 52 Proben untersucht (3 Dinkelerzeugnisse, 49 Roggenerzeugnisse), die in der Regel aus handwerklichen Bäckereien stammten. Der Untersuchungsschwerpunkt lag bei Roggenmischbrot. 32 Brote waren mit Mehl aus konventionellem Anbau hergestellt, 17 Proben Brot aus kontrolliert ökologischen Mahlerzeugnissen. Dadurch ist ein Vergleich der beiden Anbauarten nur eingeschränkt möglich, in der Tendenz waren aber Roggenmischbrot aus der Öko-Produktion weniger belastet als konventionelle Brote. Ungefähr jede vierte Brotprobe aus kontrolliert ökologischer Produktion war mit Mutterkornalkaloiden belastet, bei konventionellen Produkten waren dies 6 von 10 Proben.

Insgesamt war die Belastung von Brot im Berichtsjahr erstaunlich häufig – fast jede zweite Probe war belastet – und zudem relativ hoch. Die Reduzierung der Kontamination des Getreides mit Mutterkornalkaloiden ist deshalb dringend geboten. Landwirte und Mühlenbetriebe sind gefordert, das Ziel der Minimierung der Mutterkornalkaloide im Getreide langfristig zu sichern. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

Darüber hinaus ist der europäische Gesetzgeber gefordert. Derzeit gibt es nur die nach guter landwirtschaftlicher Praxis bestehenden Vorgaben zum Höchstgehalt an Mutterkorn in Weizen von 0,05 %, aus dem sich indirekt ein tolerierbarer Gesamtalkaloidgehalt von 1000 µg/kg in Getreide ableiten lässt. Notwendig sind aus Gründen des Verbraucherschutzes auch eindeutige lebensmittelrechtliche Regelungen mit Höchstgehalten an Gesamtalkaloiden in Getreide für den menschlichen Verzehr. Die derzeitigen Arbeiten hierzu in den europäischen Gremien müssen dringend vorangetrieben werden. Icon Baden-Württemberg wird sich an einem europaweiten Monitoring-Programm beteiligen, um die Datengrundlage für eine Höchstgehaltsregelung zu verbessern.

Dioxine und dioxinähnliche PCB in Lebensmitteln

Dioxine und dioxinähnliche PCB (dl-PCB) als fettlösliche Umweltkontaminanten reichern sich ganz allgemein im Fettanteil tierischer Lebensmittel an. Aufgrund der allgemeinen Umweltkontamination sind Unterschiede in Rückstandsgehalten zwischen Lebensmitteln aus ökologischer und konventioneller Erzeugung eher gering, und die rechtlich festgelegten, sehr niedrigen Höchstmengen gelten für Lebensmittel aus konventioneller und ökologischer Erzeugung gleichermaßen. Im Berichtsjahr wurden insbesondere Eier und Rindfleisch aus ökologischer Erzeugung auf ihre Gehalte an Dioxinen und dl-PCB überprüft.

Die insgesamt untersuchten 93 Proben Eier wiesen – unabhängig, ob aus ökologischer oder aus konventioneller Erzeugung – durchschnittliche Gehalte an Dioxinen und dl-PCB auf, die deutlich unterhalb der zulässigen Höchstgehalte sowie gültigen Auslösewerte lagen. Lediglich zwei Proben überschritten statistisch gesichert die zulässigen Höchstgehalte: eine Probe aus ökologischer sowie eine Probe aus konventioneller Erzeugung. Eine weitere Probe überschritt statistisch gesichert den für dl-PCB festgelegten Auslösewert.

Von den 25 untersuchten Rindfleischproben lagen zwei ökologische Erzeugnisse numerisch oberhalb der zulässigen Höchstgehalte. Wie auch in den vorherigen Jahren überschritten ca. 70 % der Proben aus ökologischer und konventioneller Erzeugung den für dl-PCB festgelegten Auslösewert. In anderen Bundesländern und in der Schweiz wurden ähnliche Untersuchungsergebnisse ermittelt. Es wird davon ausgegangen, dass die hier vorgefundene Hintergrundbelastung von Rindfleisch mit dl-PCB höher liegt als die zur Festsetzung der Höchstgehalte und Auslösewerte verwendete Datenbasis. Im Rahmen der Initiative der EU-Kommission zur Begrenzung bzw. Verringerung der Gehalte von Dioxinen und PCB in Lebensmitteln werden derzeit die Höchstgehalte und Auslösewerte überprüft, bei der auch der für dl-PCB in Rindfleisch festgesetzte Auslösewert angepasst werden soll.

Quelle: MLR Ba-Wue
http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/

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