Ingwer (Zingiber officinale) – Gewürz und Heilmittel aus dem fernen Osten

Bereits Konfuzius schätzte die unförmige Wurzel und soll all seine Speisen damit gewürzt haben. Heute ist Ingwer als Gewürz weltweit bekannt und besonders in den Küchen seiner tropischen Anbaugebiete beliebt. In Europa war der Zugang zu der scharfen Knolle etwas zaghafter, aber auch hier bekommt man sie in fast jedem Supermarkt zu kaufen. In ihr steckt jedoch weit mehr als ein erfrischend-scharfer Geschmack.

Geschichte

Bereits vor 3.000 Jahren wurden Ingwerwurzeln in China verwendet. Die genaue Herkunft der Ingwerstaude und des aus ihrer Wurzel gewonnenen Gewürzes ist nicht sicher bekannt. Möglicherweise hat sie ihren Ursprung auf den Pazifischen Inseln.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Die Wurzeln des Rhizomgewächses werden nach der Blüte geerntet. Verwendet werden sie als Küchengewürz und Heilmittel. Der Geruch des Ingwers ist angenehm aromatisch, der Geschmack brennend scharf und würzig. Dafür sorgen die enthaltenen ätherischen Öle, Harzsäuren und neutrales Harz. Zingiberol beispielsweise ist ein ätherisches Öl, das Ingwer den typisch aromatischen Geruch verleiht. Der Harzstoff Gingerol ist für den leicht brennenden Geschmack des Ingwers verantwortlich. Er ist in seiner chemischen Struktur und seiner Wirksamkeit der Acetylsalicylsäure sehr ähnlich und wirkt schmerzstillend und blutverdünnend. Ingwer wirkt antibakteriell, schützt vor Erbrechen, fördert die Durchblutung und steigert die Produktion der Gallensäfte.

Er zählt zu den hilfreichen Mitteln gegen Wetterfühligkeit und Reiseübelkeit. Auch bei Magendarmbeschwerden, Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterinspiegel kann eine Ingwerbehandlung erfolgreich sein. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Ingwer bei Rheuma, Muskelschmerzen und Erkältungen in Form von Tees oder Bädern verordnet.

Ingwer in der Küche – süß, scharf, fruchtig

Ingwer ist wegen seiner angenehmen Schärfe und dem fruchtigen Aroma in der Küche beliebt. Der frische Ingwergeschmack passt zu pikanten Suppen und Soßen, Fleisch, Fisch und Gemüse im Wok. In China wird Ingwer gerne mit Knoblauch kombiniert. Das „Duo“ ergänzt sich geschmacklich sehr gut und ergibt eine harmonische Würze. Doch auch süßen Cremespeisen, Fruchtkompott, Obstsalat, Plätzchen und Kuchen gibt die Knolle eine besondere Note. Außerdem ist Ingwer Bestandteil verschiedener Currymischungen.

Im Handel wird das Gewürz frisch, getrocknet, kandiert oder gemahlen angeboten. Frischer Ingwer ist im Geschmack weitaus intensiver als in pulverisierter Form. Vor der Zubereitung wird die Wurzel geschält, in kleine Stücke geschnitten oder gerieben und anschließend mitgekocht. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Haut der Knolle fest, glatt und glänzend ist. Im Gemüsefach hält sich Ingwer ungeschält und in Küchenpapier eingepackt zwei bis drei Wochen.


Rezepte

Ingwertee

Einen Esslöffel frische, geschälte Ingwerwurzelstücke mit einer Tasse (200 ml) kochend heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann durch ein Sieb abgießen.


Süßsaures Gemüse aus dem Wok

Zutaten:

400 g Rosenkohl (frisch oder TK), 300 g Knollensellerie, 1 walnußgroßes Stück frischer Ingwer, 1 frische rote Chilischote, 1 Bund Petersilie, 300 g Möhren, 1 Stange Lauch, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1/8 l Gemüsebrühe, 2 EL Sherry, 4 EL Sojasauce, 4 EL Weißweinessig, 2 EL Honig, 2 gestr. TL Speisestärke, 4 EL Öl, 80 g grob gehackte Walnüsse oder Mandeln, Salz, schwarzer Pfeffer, frische Petersilie

Zubereitung:

Gemüse waschen und putzen. Rosenkohlröschen evtl. halbieren und bißfest dünsten oder dämpfen. Lauch der Länge nach in 4 cm lange Stücke und diese wiederum in feine Streifen schneiden. Möhren und Sellerie in 4 cm große Stücke schneiden und durch die Raspel- bzw. Julienne-Scheibe an der Küchenmaschine lassen. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili geschält fein würfeln. Speisestärke mit Gemüsebrühe, Sherry, Sojasauce, Essig und Honig gründlich verrühren. Wok mit 2 EL Öl erhitzen, gehackte Nüsse 1 Min. anbraten, dann herausnehmen. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer anbraten. Möhren, Sellerie und Lauch zugeben und ca. 2 Min. unter Rühren anbraten. Rosenkohl, Chili und restliches Öl untermischen und ca. 1 Min. mitbraten. Sauce angießen, Nüsse untermischen und ca. 2 Min. braten. Mit Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie würzen.

Tipp: Das Gemüse je nach Jahreszeit austauschen: Frühlingszwiebeln, Weißkraut, Zucchini etc. Das Rezept kann durch die Zugabe von Fleisch (Schweinefleisch, Filet, Nuss) ergänzt werden.

Autorin: Bettina Maier-Schmidt, Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Quelle:
LEL Schwäbisch Gmünd, Infodienst Ernährung der Landwirtschaftsverwaltung Baden-Württemberg
www.ernaehrung-bw.info

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