Verursachen Lebensmittelzusatzstoffe Hyperaktivität?

In den 70er-Jahren wiesen Forscher erstmals darauf hin, dass veränderte Ernährungsweisen mit der steigenden Zahl von verhaltensauffälligen Kindern zusammenfielen. Die Idee, dass Lebensmittelzusatzstoffe, Farbstoffe im Speziellen, mit Hyperaktivität zusammenhängen könnten, weckte großes Interesse und führte zu einer beträchtlichen Kontroverse.

Eine Studie der Universität Southampton aus dem Jahr 2007 zeigte eine mögliche Verbindung zwischen dem Verzehr einer Mischung aus künstlichen Farbstoffen sowie dem Konservierungsmittel Natriumbenzoat und erhöhter Hyperaktivität bei Kindern im Vor- und Grundschulalter.

Die Southampton-Studie ergab, dass manche Kinder nach Konsum dieses Zusatzstoff-Cocktails deutlich hyperaktiver waren.

Unter Berücksichtigung früherer Studien (bis zurück zu den 70er Jahren) zur Wirkung von Zusatzstoffen auf das Verhalten, begutachtete die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA die Southampton-Studie im Jahre 2008 und erkannte an, dass es die umfassendste Untersuchung zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Zusatzstoffverzehr und Hyperaktivität in der Normalbevölkerung sei. Unterstützt wurde das wissenschaftliche Gutachtergremium durch Experten aus den Bereichen Verhalten, Kinderpsychiatrie, Allergologie und Statistik. Das Gremium wies darauf hin, dass die Mehrzahl früherer Studien an hyperaktiven Kindern durchgeführt worden war und daher nicht repräsentativ für die Allgemeinheit sei.

Die EFSA schloss, dass begrenzt Anzeichen für eine Wirkung des Zusatzstoffgemisches auf die Aktivität und Aufmerksamkeit mancher Kinder vorlägen. Wenngleich dieses Ergebnis für Einzelpersonen mit Überempfindlichkeit gegenüber Zusatzstoffen im allgemeinen oder Farbstoffen im besonderen relevant sein könnte, liesse sich nicht abschätzen, wie weit verbreitet eine solche Überempfindlichkeit in der allgemeinen Bevölkerung ist.

Studienleiter Jim Stevenson, Professor für Psychologie, merkte an: „Eltern sollten jedoch nicht denken, dass das schlichte Entfernen dieser Zusatzstoffe aus Lebensmitteln alle Hyperaktivitätsstörungen verhindert. Wir wissen um viele andere Einflüsse – diesen einen kann ein Kind allerdings vermeiden.“

Quelle: EUFIC – Stand: 06/2008

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