Spargelpflanze – Anbau und Ernte

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Dass der Spargel ein besonderes Gemüse ist, liegt schon an der vielen Pflege und Handarbeit, die in der einzelnen Stange steckt.

Der Spargelanbau ist sehr arbeitsaufwendig. Im ersten Jahr werden aus Samenkörnern Jungpflanzen gezogen. Zur Anlage eines Spargelbeetes müssen dann auf einer anderen Fläche (Die vorgesehenen Fläche wurde optimal vorbereitet mit Tiefenbearbeitung, Humusgaben durch organische Gaben von Kompost, Mist und Gründüngung) tiefe Gräben ausgehoben werden.

In diese 20 cm tiefe Pflanzgräben setzt man dann im Frühjahr die einjährigen Spargeljungpflanzen. Aus ihnen entwickelt sich in der Erde die Wurzelstöcke und oberirdisch das Spargellaub. Im Herbst wird dieses Spargellaub abgehäxelt und dient dem Boden als Naturdünger. Im dritten Jahr wird die halbe Saison geerntet und im darauf folgenden vierten Jahr bringt das Spargelfeld den vollen Ertrag.

Foto: Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe e.V.

Der Bleichspargel wird gerne auf leichten Sandböden angebaut. Eine tiefe Bodenlockerung, Humusgaben mit Stallmist oder Kompost und die Einsaat einer Gründüngung schaffen optimale Voraussetzungen für das Wachstum der Spargelpflanzen.

Die Pflanze besitzt Speicherwurzeln. Hier werden die Vorratsstoffe gespeichert, die dann für die Spargelstangen im folgenden Jahr benötigt werden.


Einsatz von Folien

Zunehmend werden in den vergangenen Jahren die Spargeldämme mit Folie abge-deckt. Sobald der Boden befahrbar ist, Ende März/Anfang April, wird die Folie mit Legegeräten verlegt. Es ist zu unterscheiden die durchsichtige Folie und die schwarz-weiße Folie.

Durchsichtige Folie (auch Antitaufolie genannt)

Diese Folie wirkt wie ein Gewächshaus. Mit den Sonnenstrahlen wird dadurch der Erntezeitpunkt vorverlegt.

Schwarz-weiße Folie

Die schwarze Seite der Folie erwärmt den Boden langsamer als die durchsichtige. Dafür wird die Wärme aber länger im Boden gespeichert. Diese positive Eigenschaft nutzt der Anbauer, um auch bei kühleren Temperaturen dem Verbraucher frischen Spargel anbieten zu können. Die Wärme wird besser im Boden gespeichert und dadurch ein gleichmäßigerer Ernteverlauf erreicht. Da der Boden von der Folie abgedeckt ist, können auch keine Unkräuter wachsen und somit kann der Anbauer auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verzichten.

Während die durchsichtige Folie (Antitaufolie) bei der Ernte durchgestochen wird, kann die schwarz-weiße Folie über mehrere Jahre eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil der schwarz-weißen Folie ist, dass bei sehr hohen Temperaturen die Folie auf die weiße Seite gewendet werden kann. Die weiße Oberfläche reflektiert die Sonnenstrahlen und der Spargeldamm wird dadurch deutlich kühler. Die Tageserntemengen können so gesteuert werden.

Folientunnel

Ganz neu im Einsatz ist der Folientunnel. Direkt über dem Spargeldamm wird mittels Federstahlbügeln und durchsichtiger Folie ein Minifolientunnel errichtet. Das Luftpolster zwischen Spargeldamm und Folie bewirkt ein Treibhauseffekt in Kleinformat. Der Boden unter dem Tunnel kann sich somit schneller erwärmen und kühlt in der Nacht nicht so stark aus, wie bei den herkömmlichen Folienabdeckungen.

Foto: Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe e.V.

Durch den Einsatz von Minitunneln im Spargelanbau kann der Erntezeitpunkt im Vergleich zur schwarz-weißen Folienabdeckung nochmals um 7 bis 14 Tage vorverlegt werden. Derzeit werden lediglich 20 Hektar Spargel- anbauflächen in Nordrhein-Westfalen mit Folienminitunneln abgedeckt; in Deutschland sind es 200 Hektar. Die Tendenz ist aber steigend, da die Spargelanbauer jede wirtschaftliche vertretbare Möglichkeit nutzen, möglichst früh im Jahr frischen heimischen Spargel anbieten zu können.

Quelle: Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe e.V.