Etikettierung macht Fischhandel transparenter – Kontrollen zeigen teilweise Lücken auf

„Seit Beginn der diesjährigen Urlaussaison haben Kontrollen der Fischetikettierung gezeigt, dass nicht immer auf dem Etikett am Fisch dran steht, was nach dem Gesetz vorgeschrieben ist.“, so Thomas Richter, Fischereidirektor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

„In einem Fall wurde auf einer Speisekarte „Frischer Ostseelachs“ angeboten, in den Einkaufsunterlagen war aber ausschließlich „Norwegischer Zuchtlachs“ benannt. „Das ist Verbrauchertäuschung, die als Straftatbestand geahndet werden kann.“, erklärt Richter.

Um Verbrauchertäuschungen vorzubeugen bzw. mehr Transparenz zu schaffen, kontrollieren die Fischmeister des Landesamtes die Informationen zu angebotenen Fischereierzeugnissen. So müssen bei Fisch an der Verkaufstheke Angaben
zu Art und Namen des Fisches (Handelsbezeichnung),
zur Produktionsmethode (Fang, Aquakultur, Binnenfischerei) und
zur Herkunft (Fanggebiet, Erzeugungsland)
für den Kunden gut lesbar angebracht sein. Abkürzungen sind nicht erlaubt.

Bei einem Händler, der geräuchterten Aal verkauft, müssten also beispielsweise folgende Angaben angebracht sein:
Art/Name: Aal
Erzeugung: aus Aquakultur
Land: Niederlande

Dass Kennzeichnungen oftmals nicht richtig sind, zeigen 119 Kontrollen des Jahres 2010. Daraus resultierten insgesamt 88 Ermittlungsverfahren wegen der Nichtbeachtung von Vorschriften zur Fischetikettierung. In 22 Fällen (25 %) wurde dabei ein Verstoß wegen irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung (Problem: Heilbutt – Schwarzer Heilbutt bzw. Butterfisch – Buttermakrele; weitere Erklärung unten) festgestellt.

Aus den eingeleiteten Verfahren kam es zu 11 schriftlichen Verwarnungen, 56 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld sowie neun Bußgeldverfahren. Durch die zuständige Staatsanwaltschaft wurde in zwei Fällen ein Strafverfahren wegen irreführender Bezeichnung (Verbrauchertäuschung) eingeleitet.

„Das Gesetz lässt in schwerwiegenden Fällen Ahndungen bis zu 30.000 Euro zu. Wir bitten die Händler, ihre Qualitätssicherung ernst zu nehmen, damit solche Sanktionen nicht notwendig werden. Mit Beginn der Urlaubssaison 2011 werden wieder verstärkt Kontrollen durchgeführt.“, betont Richter.

Ergänzungen

Heilbutt – Schwarzer Heilbutt
Beim Räuchererzeugnis „Heilbutt“ ergaben die Kontrollen regelmäßig, dass es sich bei dem Erzeugnis um „Schwarzen Heilbutt“ Reinhardtius hippoglossoides handelt. Die Bezeichnung „Heilbutt“ darf nur für den „Weißen Heilbutt“ Hippoglossus hippoglossus verwandt werden. Dieser wird nicht als Räucherfisch angeboten

Butterfisch – Buttermakrele
Bei der Bezeichnung „Butterfisch“ besteht regelmäßig der Verdacht, dass es sich beim Erzeugnis um „Buttermakrele“ handelt. Die verschiedenen Arten der Butterfische (Pholis spec., Peprilus spec., Poronotus spec.) werden in der Regel nicht als Räucherware angeboten.

119 Kontrollen des Jahres 2010 fanden statt in:
73 Fischeinzelhandelbetrieben, 20 Betrieben der Fischvermarktung mit Gastronomie, zehn Binnenfischereibetrieben, acht Betrieben der Küstenfischerei, acht Betrieben des Großhandels, Erzeugerorganisationen und Fischereigenossenschaften.

Faltblatt „Etikettierung Fischereierzeugnisse“: http://www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/Veroeffentlichungen/Faltblaetter/Fischetikett2010.pdf

Pressekontakt:
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Thierfelder Str. 18
18059 Rostock
Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Antje Krüger
Telefon: 0381 / 4035-640
E-Mail: Antje.Krueger@lallf.mvnet.de
www.lallf.de

Quelle: LaLLF

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