Meisterdetektiv für Mykotoxine – Innovatives System spürt Giftstoffe in Getreide auf

Projekt des Monats Juli 2011 im FEI

Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte von verschiedenen Feld- und Lagerpilzen, die in Getreide vorkommen können und nicht vollständig vermieden werden können. Sie können schon bei geringer Konzentration sowohl akute als auch chronische Erkrankungen verursachen. Daher hat der Gesetzgeber Grenzwerte für bestimmte Mykotoxine in Getreide und Getreideprodukten festgelegt, unter anderem für Aflatoxine und Ochratoxin A. Grenzwerte für weitere Mykotoxine werden derzeit diskutiert.

Um diese Grenzwerte einzuhalten, hat sich in der Praxis eine spezielle Chromatographie-Massenspektrometrie für die Mykotoxine-Bestimmung als Methode der Wahl herausgestellt. Dieses Analyseverfahren ist jedoch zeitaufwändig und kostenintensiv und erfordert den Einsatz von hoch spezialisiertem Personal – keine guten Voraussetzungen für eine effiziente Ressourcennutzung!

Die Herausforderung liegt somit in der Entwicklung geeigneter Methoden für die Vor-Ort-Kontrolle, um Mykotoxine in Getreide simultan und schnell detektieren zu können. Daran arbeiten derzeit Wissenschaftler der Universität München und der TU München: Sie haben im Rahmen von drei IGF-Vorhaben des FEI eine innovative Basistechnologie entwickelt, bei der innerhalb eines softwaregesteuerten „Minilabors“ verschiedene Analyten (wie Antiobiotika oder Mikroorganismen) auf einem Biosensor nachgewiesen werden. Die Technologie hebt sich durch sehr kurze Testzeiten, ein breites Nachweisspektrum und eine kostengünstige Anwendung hervor. Während das Verfahren bislang vorrangig in der Milchwirtschaft erprobt wurde, wird die Technologie nun – mit der Bestimmung von Mykotoxinen in Getreide – erstmals in ein völlig anderes Produktionsfeld übertragen.

Ziel des IGF-Vorhabens ist es, den Nachweis von derzeit sechs verschiedenen Mykotoxinen aus verschiedenen Getreidearten innerhalb von 20-25 Minuten mit einem vollautomatisierten Biosensor-System zu ermöglichen.

Sowohl Verbraucher als auch alle Unternehmen, die Getreide vermahlen und weiterverarbeiten, können ab 2013 von den Ergebnissen profitieren.

Wie umfassend der Nutzen dieser entwickelten Leittechnologie ist, zeigt auch der Projekt-Highlights-Flyer „Mobiler Biosensor für die Lebensmittelindustrie“, den die AiF im Internet zur Verfügung stellt: http://www.aif.de/service/mediathek.html.

Informationen zu dem Projekt „Entwicklung eines Biosensorarrays zur schnellen Bestimmung von Mykotoxinen in Getreide“ sowie Kontaktdaten der Forschungsstellen:
http://www.fei-bonn.de/projekte/projektdatenbank.html/fv_381/

Pressekontakt:
Daniela Kinkel
– PR-Referentin –
Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI)
Godesberger Allee 142-148
53175 Bonn
Tel.: 0228/372031
Fax: 0228/376150
fei@fei-bonn.de
www.fei-bonn.de

Quelle: FEI

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