Ernährungsmythen: Cola und Salzstangen helfen bei Durchfall sowie Kirchen und Wasser verursachen Bauchschmerzen

Frage von Michaela U. aus Mannheim an Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin des Nestlé Ernährungsstudios:
„Helfen Cola und Salzstangen wirklich bei Durchfall?“

„Bei Durchfall oder Erbrechen ist es wichtig, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Bei den scheinbaren Hausmittelchen sollen Salzstangen den Körper mit Natrium (Bestandteil von Salz) versorgen und die Cola Flüssigkeit zuführen. Doch bei einer Durchfallerkrankung oder bei Erbrechen sind Kamillen-, Fenchel- oder dünner schwarzer Tee mit ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Traubenzucker sowie einer Prise Salz pro Tasse besser geeignet, einem Flüssigkeits- und Elektrolytmangel vorzubeugen oder ihn auszugleichen. Optimal ist die so genannte „WHO-Trinklösung“ aus der Apotheke. Das ist eine Elektrolyt-Glukose-Mischung mit optimaler Zusammensetzung, die in Wasser aufgelöst wird. Die Trinklösung gleicht auch den Salzverlust besser aus als Salzstangen. Erwachsene können, sofern sie nur unter leichten Beschwerden leiden, verloren gegangenes Natrium aber auch mit einer leichten Brühe oder einer gesalzenen Haferflockensuppe aufnehmen.“

Frage von Regina J. aus Lübeck an Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin des Nestlé Ernährungsstudios:
„Ist es wahr, dass Kirschen und Wasser zusammen Bauchschmerzen verursachen?“

„Zu einer Portion Kirschen können Sie oder Ihre Kinder gerne ein Glas Wasser trinken. Der Mythos stammt aus einer Zeit, als das Trinkwasser noch aus Brunnen kam und teilweise von mangelhafter Qualität war. Die Magenprobleme entstanden durch Gärungsprozesse im Magen-Darm-Trakt. Auf der Kirschschale können Hefepilze sein, die Bauchschmerzen verursachen. Wenn diese Hefen mit dem Obst in den Magen gelangen, werden sie normalerweise durch die Magensäure fast vollständig unschädlich gemacht. Da sich früher aber im Trinkwasser ebenfalls Hefepilze und Keime wie krankmachende Bakterien befinden konnten, die das Problem verstärken, war es nicht empfehlenswert, Kirschen und Wasser zusammen aufzunehmen. Mittlerweile ist die Wasserqualität hierzulande aber so gut, dass wir uns keine Gedanken machen müssen und bedenkenlos Trinkwasser zu Steinobst wie Kirschen trinken können. Natürlich ist es sinnvoll, die Kirschen vor dem Verzehr gründlich zu waschen.“

Dr. Elke Arms ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin. Sie verantwortet mit einem Team aus erfahrenen Oecotrophologen die individuelle Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio.

Quelle: Nestlé

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