Vitamin D-Versorgung bei Kindern

Kinder brauchen für das Wachstum viele Nähstoffe! Für den Aufbau von stabilen, kräftigen Knochen sind insbesondere Kalzium und Phosphor wichtig, die vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten sind. Aber auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig zur Stärkung der Knochen, zur Versorgung der Herzmuskeln und des Nervensystems. Vitamin D ist in Milch, Fisch, Eigelb, Leber, Butter und Margarine enthalten. Mit Hilfe der Sonne – aus den ultravioletten Strahlen – kann in der Haut Vitamin D aufgebaut werden. Kalzium und Vitamin D brauchen einander: Vitamin D steigert die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und fördert die Einlagerung von Kalziumsalzen in die Knochen.

Bis zum Alter von 18 bis 20 Jahren werden 90% der maximalen Knochenmasse aufgebaut. Eine gute Knochenmineralisierung im Kindes- und Jugendalter kann zur Vorbeugung von Osteoporose im späteren Leben beitragen.

Aktuelle Untersuchungen, wie z.B. der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS) belegen jedoch eine Unterversorgung bzw. einen unzureichenden Vitamin D-Status in allen Altersgruppen bei Kindern und Jugendlichen. Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren hatten besonders niedrige Vitamin D-Spiegel – und das in einer für das Wachstum und den Aufbau der Knochen wichtigen Entwicklungszeit. Auch bei adipösen Kindern und Jugendlichen zeigten sich niedrigere Vitamin-D-Konzentrationen als bei Normalgewichtigen.

Neben dem typsichen Krankheitsbild der Rachitis kann sich ein Mangel an Vitamin D auch durch Symptome wie Beinachsenfehlstellungen, verminderte Muskelkraft, Tetanie, Knochenschmerzen und/oder eine erhöhte Infektanfälligkeit bemerkbar machen. Eine niedrige Vitamin-D-Zufuhr im Kleinkindalter wurde in Untersuchen auch mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 1 in Verbindung gebracht.

Besondere Risikogruppen für eine Vitamin D-Unterversorgung im Kindes- und Jugendalter sind beispielsweise:

Säuglinge, die ausschließlich gestillt werden und keine Vitamin D-Prophylaxe erhalten,
Vegan ernährte Kinder, die keine ausreichenden Kalzium-, Vitamin D- und Fettzusätze bekommen,
Kinder, die sich selten im Freien und in der Sonne aufhalten.

Um den empfohlenen Bedarf von Vitamin D zu decken, müsste man mindestens drei bis vier Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen, bestehend aus fettem Seefisch (z.B. Lachs, Hering, Makrele), in dem relativ viel Vitamin D enthalten ist. Auch ein tägliches Sonnenbad wäre hilfreich, um die Versorgung mit diesem wichtigen Vitamin zu verbessern. Die Menge des dabei in der Haut synthetisierten Vitamins hängt von der Jahres- und Tageszeit, der geografischen Breite, der Witterung, der unbedeckten Hautfläche sowie der Dicke und der Pigmentierung der Haut ab. Hier liegt das Problem: In den Wintermonaten November bis Februar ist die UV-B-Strahlung in unseren Breiten in der Regel zu schwach, um eine ausreichende Vitamin D-Produktion in der Haut anzuregen.

Eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D ist in Deutschland für einige Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs erlaubt: So dürfen beispielsweise Margarine und Speiseöle angreichert werden.

Im Säuglingsalter reicht die Vitamin D-Versorgung durch die Muttermilch nicht aus. Daher ist zur Deckung des hohen Bedarfs eine zusätzliche tägliche Gabe von Vitamin D-Präparaten bei Säuglingen erforderlich. Die Kosten für die präventive Vitamin D-Supplementierung werden durch die gesetzlichen Krankenkassen nur im ersten Lebensjahr übernommen.

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, DGKJ empfiehlt:

Nicht nur Babys, wie bisher, sondern alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland sollten zusätzliches Vitamin D3 erhalten. Außerdem sollten Kinder- und Jugendärzte die Eltern darauf hinweisen, wie sinnvoll der Aufenthalt ihrer Kinder unter freiem Himmel ist, und zwar in Bewegung mindestens eine halbe Stunde am Tag, am besten mit unbedecktem Kopf und mit freien Armen und Beinen.

Mehr über die Ernährung Ihres Kindes erfahren Sie hier:
http://www.schwangerundkind.de/gesunde-ernaehrung-kleinkind.html

Pressekontakt:
Stiftung Kindergesundheit
c/o Dr. von Haunersches Kinderspital
Lindwurmstr. 4
80337 München
Tel.: 089 – 5160-7933
Fax: 089 – 5160-4938
E-Mail: info(at)kindergesundheit.de

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

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