Zu Unrecht kritisiert: die deutsche Supermarkt-Tomate – Guter Geschmack durch richtige Anbaumethoden

Rote Tomaten haben weniger Geschmack? Unsinn, sagen niederländische Experten. Laut einer Studie der University of California, die auch in Deutschland große Wellen schlägt, wurde ein geschmacksgebendes Gen aus der Tomate herausgezüchtet, um ihr ein leuchtendes Rot zu verleihen. Aber auf die Tomaten, die in der deutschen Gemüsetheke angeboten werden, treffen die Ergebnisse der Studie nicht zu. Denn eines steht fest: Nicht nur die Gene, sondern vielmehr die Anbaumethoden machen den guten Geschmack. Und diese sind im Hinblick auf die in den USA gängigen Freilandtomaten nicht gerade rühmlich.

Rob Baan, einer der gefragtesten Gartenbauspezialisten in den Niederlanden, erläutert: „Die Erzeugung von Freilandtomaten in den USA und insbesondere in Kalifornien gilt als die unzeitgemäßeste Tomatenerzeugung überhaupt. Die Tomaten werden grün geerntet, gekühlt (!) und dann mit Hilfe einer Ethylen-Behandlung in einen Reifungsprozess hinein gezwängt. Erst viele Food-Meilen später werden sie rund herum schön rot von Konsumenten beispielsweise in New York verzehrt. Schön, fad – und amerikanisch!“ Baan ergänzt: „In den USA haben die Tomaten einfach noch nicht ihren vollen Geschmack entwickelt, wenn sie geerntet werden. Deswegen sind die vine-ripe tomatoes, die am Strauch gereiften Tomaten aus dem hothaus (Gewächshaus), bei amerikanischen Verbrauchern stets beliebter. Diese werden auch aus Kanada und Europa importiert, wo sie erst geerntet werden, wenn sie reif sind.“

In den Sommermonaten stammen bis zu 80 Prozent der Tomaten in deutschen Supermärkten aus den Niederlanden. Dort erforschen Spezialisten den Geschmack der Tomate und die Möglichkeiten, diesen zu optimieren, seit Jahrzehnten intensiv. Ruud Verhoef, Breeding Manager beim weltweit tätigen Saatgutunternehmen Rijk Zwaan: „Die holländischen Tomaten werden erst dann geerntet, wenn sie reif sind, also ihren vollen Geschmack entwickelt haben. Es werden ausschließlich sehr starke Rassen angebaut. Die Sortenvielfalt ist groß – und der Geschmack sehr gut. Die Universität Wageningen arbeitet schon seit vielen Jahren mit einem Geschmackspanel, wo sowohl Experten wie Verbraucher testen, welche Sorten ihren Gaumen am meisten zusagen. Bei der Entwicklung neuer Rassen sind diese Ergebnisse für die Veredler ausschlaggebend.“

Ruud Verhoef weiter: „Richtig ist, wie die Studie besagt, dass die meisten Rassen dahingehend gekreuzt wurden, dass die Tomaten am Ende mit einem einheitlich roten Erscheinungsbild beim Verbraucher punkten konnten. Das sogenannte „greenback“-Gen, das die unerwünschte Entstehung eines grünen Kragens begünstigt, verschwand. Zwar spielt dieses Gen auch für die Bildung von bestimmten Geschmacksstoffen eine Rolle. Für die holländischen Tomaten aber kann man ganz klar sagen, dass die heutigen Anbaumethoden so ausgetüftelt sind, dass die Tomate auch mit „uniform color“-Gen, das für die einheitliche Rotfärbung zuständig ist, hervorragend schmeckt. Das kann man leider vom traditionellen US-amerikanischen Freilandanbau nicht durch die Bank behaupten.“

Seit den 90er Jahren haben die niederländischen Erzeuger nicht nur den Geschmack der Tomate verbessert, sondern auch die Sortenvielfalt von Tomaten erweitert. Mirjam Hendriks, Leiterin der Tomatenkampagne der Dutch Produce Association (DPA), dazu: „Die Nachfrage im deutschen Markt war maßgeblich für diese Entwicklung. Wurden bis zu den 90er Jahren noch vorwiegend runde und Fleischtomaten verlangt, so sind es heute Strauchtomaten. Der Anteil lag 2010 bereits bei 75 Prozent, während die sogenannten kleinen Spezialitäten stark im Kommen sind: rote, orange und gelbe sowie verschieden getigerte Mini-Tomaten. Diese schmecken oft besonders aromatisch.“

Wie schmecken die Tomaten, die in deutschen Supermärkten angeboten werden, wirklich? Jochem Wolthuis, Director International beim niederländischen Obst und Gemüsebüro: „Das haben die Verbraucher längst entschieden: Die Tomate ist das meist gekaufte Gemüse Deutschlands! So gut schmecken Tomaten den Deutschen, dass der durchschnittliche Haushalt pro Jahr 10 kg frische Tomaten kauft. Die eigenen Vorlieben erkennt man jedoch nur, wenn man selber kostet!“

Weitere Informationen rund um die Tomate finden sich auf www.tomateninfo.de .

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Informationsbüro Tomate c/o Seidl PR & Marketing GmbH
Rüttenscheider Straße 144, D-45131 Essen
Tel.: +49 (0)201-8 94 58 89 0, Mail: presse@tomateninfo.de,
www.tomateninfo.de

Quelle:
DPA (Dutch Produce Association), IABC 5325, NL-4814 RB Breda
Mail: info@dpa.eu, www.dpa.eu
Aussender: www.presseportal.de (ots)

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