Rote-Beete-Saft gegen Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Der Verzehr von Obst und Gemüse kann diesbezüglich einen schützenden Effekt haben, der auf verschiedene Nährstoffe wie beispielsweise antioxidative Vitamine und Flavonoide zurückgeführt wird. Die vorliegende Studie aus Großbritannien hat den Einfluss von Nitrat auf den Blutdruck am Beispiel von Rote Beete Saft untersucht.

Die kontinuierliche Produktion von Stickstoffmonoxid (chemische Formel: NO) durch das Endothel, also die Gefäßwand von Blutgefäßen, ist wichtig für die Erhaltung des Gefäß-Gleichgewichts. NO ist ein kleines Molekül, das eine sofortige gefäßerweiternde Wirkung hat, wodurch der Blutdruck gesenkt wird. Bluthochdruck könnte teilweise mit einer verminderten Stickstoffmonoxid-Produktion zusammenhängen. NO wird endogen durch ein spezielles Enzym gebildet. Aus der Nahrung stammendes Nitrat kann davon unabhängig über die Zwischenstufe Nitrit zu NO umgewandelt werden. Daher vermuten Wissenschaftler, dass Nahrungs-Nitrat die verminderte endogene NO Synthese bei Bluthochdruck teilweise kompensieren könnte.

In der vorliegenden Studie wurde der Effekt von verschiedenen Mengen Rote Beete Saft auf die Gefäße untersucht, denn Rote Beete ist ein sehr nitratreiches Gemüse. Dazu nahm jeder der 18 gesunden männlichen Teilnehmer mit normalem Blutdruck gemäß des cross-over Designs der Studie je einmal 100, 250 oder 500 g Rote-Beete-Saft und einmal 500 ml Wasser als Kontrolle zu sich, wobei das Volumen der Getränke mit Wasser stets auf 500 ml aufgefüllt wurde. Vor den Studientagen ernährten sich die Probanden je für einen Tag nitratarm; die wash-out-Phase zwischen den Studientagen betrug 7 Tage. Die Probanden wurden für 24 Stunden mit einem mobilen Blutdruckmessgerät überwacht. Körperliche Anstrengung sollte in dieser Zeit vermieden werden, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Außerdem wurden Urinproben auf Nitrat/ Nitrit-Gehalt als Indikator für die Stickstoffmonoxid-Produktion untersucht.

Sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck nahmen ab 90 Minuten nach dem Verzehr von Rote-Beete-Saft im Vergleich zum Placebo (Wasser) ab und erreichten nach 2 bis 3 Stunden eine maximale Reduktion. Diese lag für den systolischen Blutdruck im Vergleich zur Kontrolle bei 13,1mmHG (100g Rote-Bete-Saft), 20,5mmHG (250g) und 22,2mmHG (500g). Im Rahmen der getesteten Mengen deuten die Ergebnisse insgesamt auf einen fast dosisabhängigen Effekt von Rote-Beete-Saft auf die Blutdruckreduktion hin. Die Messungen des Urins zeigten eine erhöhte Nitrat/Nitrit-Ausscheidung, was auf eine erhöhte NO-Produktion hindeutet. Rote Beete enthält viele bioaktive Substanzen wie Vitamin C, Folat, Ballaststoffe und Polyphenole. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass für den blutdrucksenkenden Effekt insbesondere Nitrat von Bedeutung sein könnte. Unterstützt wird diese Hypothese durch eine andere Studie, bei der eine Supplementation mit Natriumnitrat im Vergleich zu Natriumchlorid einen blutdrucksenkenden Effekt hatte.

Natürlich ist die Studiengruppe mit 18 Teilnehmern sehr klein und es wurden keine Blutparameter untersucht, so dass weiterer Forschungsbedarf besteht. Wir werden weiter darüber berichten, wenn es neue Erkenntnisse in dieser Richtung gibt.

Quelle: Hobbs, D.A., et al. (2012): Blood pressure-lowering effects of beetroot juice and novel beetroot-enriched bread products in normotensive subjects. British Journal of Nutrition, DOI: 10.1017/S0007114512000190

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Quelle: VdF

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