Wissenswerte und spannende Informationen rund um die Milch

Wer meint, bereits alles über Milch, Käse, Joghurt und Co. zu wissen, könnte sich täuschen. Denn Milchprodukte spielen nicht nur auf dem täglichen Speiseplan eine wichtige Rolle, sie erweisen sich beispielsweise auch in der Kosmetik als praktische Helfer. Darüber hinaus gibt es viel Wissenswertes und teils kuriose Informationen zur Geschichte und Wirkungsweise von Milchprodukten.

Lange Tradition

Kaum ein anderes Lebensmittel ist mit der Geschichte der Menschheit so eng verbunden wie die Milch. Archäologische Befunde belegen die Milchkuhhaltung bei den Sumerern, den Babyloniern sowie den Assyrern bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. Auch in Indien hat die Milch eine Jahrtausend lange Tradition und die Kuh gilt bis heute als heiliges Tier. Bei den Germanen spielten Milchprodukte ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. eine große Rolle – schon Cäsar konnte berichten, dass sie Topfenkäse herstellten.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erlebte die Milchwirtschaft einen regelrechten Aufschwung. Die Erfindung der Milchschleuder oder Zentrifuge ermöglichte erstmals die maschinelle Rahmgewinnung. Ebenfalls im 19. Jahrhundert entwickelte der französische Chemiker und Mikrobiologe Louis Pasteur eine Methode zur Abtötung von Keimen, womit er entscheidend zur Versorgung mit gesunder Milch beitrug. Bis heute findet dieses Verfahren der kurzzeitigen Erhitzung seine Anwendung und wird – nach seinem Erfinder – Pasteurisierung genannt.

Warum ist Milch weiß?

Ohne ihren Fett- und Eiweißanteil wäre die Milch nur eine helle, trübe Flüssigkeit. Je mehr Fett in der Milch enthalten ist, umso weißer erscheint die Milch. Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus 86,7 Prozent Wasser, 4,8 Prozent Milchzucker (Laktose), 4 Prozent Milchfett, 3,5 Prozent Milcheiweiß und ein Prozent Mineralstoffen und Vitaminen ist die Milch nicht nur ein optischer, sondern auch gesunder Genuss.

Kräftigendes und pflegendes Allheilmittel

Milchprodukte gehören nicht nur zum alltäglichen Speiseplan, sie liefern auch den lebensnotwendigen Mineralstoff Calcium. Schon mit 250 ml Milch pro Tag hat ein Kind die Hälfte seines täglichen Calciumbedarfs gedeckt, Erwachsene und ältere Menschen nehmen bereits mit dem Verzehr von 100 Gramm Emmentaler am Tag ihren Bedarf an Calcium zu sich.

Milch kann aber noch mehr: Ein köstliches wie auch hilfreiches Getränk ist eine warme Milch mit Honig vor dem Zubettgehen. Dank des Zuckers im Honig wird das in der Milch enthaltene Eiweiß Tryptophan ins Gehirn transportiert, wo es in Serotonin umgewandelt wird. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff zur Steuerung des Schlafs, ein Mangel an Serotonin kann zu Schlafstörungen, Migräne oder Depressionen führen.

Auch auf die Haut hat Milch einen positiven Effekt. Das wusste bereits Pharaonin Kleopatra, die regelmäßig in Eselsmilch gebadet haben soll, um ihre Haut geschmeidig zu halten. Milch enthält eine Vielzahl an Substanzen, von denen sich etliche zur Schönheitspflege eignen. Milchfett beruhigt zum Beispiel die Haut und Milchzucker bindet die Hautfeuchtigkeit. Mithilfe von Milchsäure kann der ph-Wert unseres größten Organs stabilisiert werden und das reichlich enthaltene Vitamin E genießt den Ruf, der Hautalterung entgegen zu wirken.

Milchunverträglichkeit – was nun?

In Deutschland sind rund 15 Prozent der Bevölkerung von Laktoseintoleranz betroffen. “Der Grund für die Unverträglichkeit ist das fehlende Enzym Laktase, das den Zweifachzucker Laktose in Glukose und Galaktose aufspaltet. Lactoseintoleranz bedeutet allerdings nicht, dass auf Milchprodukte verzichtet werden muss”, erläutert Dr. Maria Linderer, Geschäftsführerin der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Eine Vielfalt an laktosefreien Alternativen ermöglicht den Genuss dennoch, da hier der Milchzucker bereits in der Molkerei gespalten wurde. Wissenswert für Betroffene: Hart-, Schnitt- und Weichkäse sind fast laktosefrei und deshalb gute Calcium-Lieferanten.

Von der Weide in den heimischen Kühlschrank

Damit frische Milchprodukte die Kühlregale füllen, werden in Deutschland rund vier Millionen Kühe zweimal täglich gemolken. Über eine Million der Tiere sind davon in bayerischen Ställen untergebracht. Jede Kuh gibt im Durchschnitt etwa 22 Liter Milch pro Tag, die dann zu Butter, Joghurt, Käse oder Quark weiterverarbeitet werden. Deutschlandweit die meiste Milch wird im Freistaat Bayern erzeugt. Eine bestimmte Menge Milch ergibt dabei meist nicht die gleiche Menge des verarbeiteten Produkts: Um beispielsweise ein Kilogramm Hartkäse herzustellen, werden mindestens zehn Liter Rohmilch benötigt. Im Jahr 2011 lag der Milchkonsum in Deutschland bei 94 Liter pro Kopf, des Weiteren verzehrte jeder Deutsche im Durchschnitt 23,1 Kilo Käse. Sehr beliebt sind Milch und Käse aus Bayern. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 331% für Käse in Bayern spielt aber auch der Export eine enorme Rolle. Im Jahr 2011 konnten knapp 1,9 Millionen Tonnen Milch und Milchprodukte exportiert werden.

Arbeitszeit und Milchpreis

In Deutschland sind Milch- und Käseprodukte rund 25 Prozent günstiger als in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Schweden oder Großbritannien. Zudem müssen deutsche Arbeitnehmer heute weniger lang arbeiten als vor vierzig Jahren, um sich ein Stück Butter leisten zu können. Waren es 1970 noch ganze 22 Minuten, um ein Päckchen Butter kaufen zu können, musste 30 Jahre später nur noch vier Minuten lang gearbeitet werden.

Die Retter bei Pannen in der Küche

Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Sahne sollte man immer im Haus haben, denn bei Missgeschicken beim Kochen erweisen sie sich oft als Retter in der Not: Ein Schuss Milch oder Sahne mildert zu scharf geratene Soßen ab oder lässt fade Suppen vollmundiger werden. Durch Milch- oder Sahnezugabe tritt bei vielen Gemüsearten der Eigengeschmack besser hervor.

Milch, Buttermilch und Sauermilch eignen sich zudem gut zum Einlegen von Wild. Sie schwächen den Geruch und starken Eigengeschmack dieser Lebensmittel und machen das Fleisch zarter. Pfannkuchen und Backwaren werden durch Zugabe von Milchprodukten lockerer und aromatischer – bestes Beispiel hierfür ist der Buttermilchkuchen. Ein Buttermilchkuchenrezept aber auch viele andere interessante Rezepte rund um die Milch bietet die umfangreiche Rezeptdatenbank der LVBM auf www.milchland-bayern.de.

Ein Buttermilchkuchen ist nicht nur aromatisch sondern auch besonders locker und saftig.
Bildquelle: Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft, LVBM

Buttermilchkuchen im Glas mit marinierten Beeren
Rezept für 4 Personen

Zutaten:

1 kleines Ei
80 g Zucker
20 ml Öl
60 ml bayer. Buttermilch
80 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/4 TL gemahlener Zimt
1 1/2 TL Kakaopulver
etwas bayer. Butter für die Gläser
20 g Mandelblättchen
1 TL Puderzucker
2 cl Himbeergeist (für Kinder weglassen)
200 g Beeren
(z. B. Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren)
120 g bayer. Sahne
1 1/2 Zweige Minze

Außerdem:
4 ofenfeste Gläser mit ca. 300 ml Inhalt

Zubereitung:

1. Ofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen, Ei, 70 g Zucker, Öl und Buttermilch verrühren. Mehl, Backpulver, Zimt und Kakaopulver mischen und mit der Buttermilchmischung zügig verrühren. Die Gläser buttern, den Schokoteig in den Gläsern verteilen – dabei die Gläser nur etwa zu einem Drittel füllen, damit später genug Platz für die Beeren bleibt. Mandelblättchen mit Puderzucker mischen und auf dem Teig verteilen. Auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen. Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.

2. Zitrone heiß waschen, abtrocknen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Restlichen Zucker mit Zitronensaft und Himbeergeist aufkochen und abkühlen lassen. Beeren verlesen. 40 g Beeren mit dem Zuckersirup pürieren, die Soße durch ein Sieb streichen und mit den restlichen Beeren mischen. Sahne steif schlagen. Minzblätter abzupfen. Die Beeren auf den Kuchen verteilen und mit Sahne, Minze, Mandelblättchen und Zimt garnieren.

Auswertung pro Portion:
Kilokalorien: 419
Kilojoule: 1751
Eiweiß: 8,01 g
Fett: 23,92 g
Kohlenhydrate: 40,31 g
Alkohol: 1,31 g
Broteinheiten: 3,3
Ballaststoffe gesamt: 2,65 g

Pressekontakt:
Presseservice Milchland Bayern
Ketchum Pleon GmbH
Diana Dorenbeck / Gina Marcella Seipp
Theresienhöhe 12
80339 München
Telefon: 089 59042 -1158
Fax: 089 59042 -1111
Email: presseservice-milch@ketchumpleon.com

Quelle: Presseservice Milchland Bayern

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