Ochratoxin A in Ölsamen und Schalenobst – nur selten positiv – Untersuchungen aus dem Jahr 2012

Im Jahr 2012 wurden am CVUA Stuttgart 89 Proben Ölsamen (Mohn, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Leinsamen) sowie Pistazien und Pinienkernen aus den Regierungsbezirken Stuttgart und Karlsruhe auf ihren Gehalt an Ochratoxin A untersucht.

o Höchstmengen für Ochratoxin A in Ölsamen und Schalenobst sind weder auf EU-Ebene noch national festgelegt (zur Orientierung: die EU-weit geltende Höchstmenge nach der EU-Verordnung 1881/2006 für Ochratoxin A in getrockneten Weintrauben beträgt 10 µg/kg und für Getreide und Getreidemehle 3 µg/kg).
o In den 14 untersuchten Mohn- und Pinienkernen wurde kein Ochratoxin A nachgewiesen.
o In 46 von 50 Pistazienproben und in 11 von 14 Sonnenblumenkernproben wurde kein Ochratoxin A nachgewiesen.
o Die höchsten Ochratoxin A-Gehalte wurden in einer Probe Sonnenblumenkerne mit 20,6 µg/kg und in einer Pistazienprobe mit 12,2 µg/kg nachgewiesen.

Damit gibt die Rückstandssituation insgesamt keinen Anlass zu Besorgnis.

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Hintergrund

Das Mykotoxin Ochratoxin A (OTA) wird von verschiedenen Spezies niederer Pilze der Gattungen Penicillium und Aspergillus gebildet, die in der Natur weltweit verbreitet vorkommen. Unter unzureichenden Lagerbedingungen von pflanzlichen Lebensmitteln können sich die entsprechenden Toxinbildner, im Gegensatz zu den aflatoxinbildenden Spezies, auch in gemäßigten Klimazonen entwickeln.

OTA tritt fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Hülsenfrüchten, Kaffee, Bier, Weintrauben und daraus hergestellte Erzeugnissen (z.B. getrocknete Weintrauben, roter Traubensaft, Rotwein), Kakao, Nüssen und Gewürzen überall auf der Welt auf.

Problematisch ist die lange Halbwertszeit von OTA im tierischen und menschlichen Organismus; nach dem Verzehr kontaminierter Produkte wird das Toxin nur sehr langsam aus dem Körper ausgeschieden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand gilt es insbesondere als nierenschädigend und immunsuppressiv. Im Tierversuch zeigt OTA kanzerogene und teratogene Wirkungen. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) hat OTA als möglicherweise karcinogen für den Menschen eingestuft.

Nach Berichten über Ochratoxin A-Befunde in Pistazien, u.a. aus Kalifornien, wurden am CVUA Stuttgart in 2012 alle Pistazienproben und weitere Ölsamen und Nüsse, neben den Untersuchungen auf Aflatoxine, auch auf ihren Gehalt an Ochratoxin A untersucht.

Eine Vorschau auf diese Untersuchungen beinhaltet der Beitrag „Mykotoxine in Pistazien“ vom 22.06.2012:
http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=12&ID=1568&Pdf=No

Einleitung

Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Pistazien werden gerne geknabbert und als Snack verzehrt. Mohn wird überwiegend in Mehlspeisen und Backwaren verarbeitet.
Sonnenblumenkerne werden auch zur Herstellung von Sonnenblumenöl verwendet. Vor allem in Osteuropa werden die Sonnenblumenkerne als Imbiss für unterwegs verzehrt.

Dasselbe gilt für Kürbiskerne, die sowohl der Kürbiskernöl-Gewinnung dienen als auch in Gebäck verarbeitet und als Snack verzehrt werden.

Pistazien wachsen auf einem immergrünen Laubbaum, der mehrere hundert Jahre alt werden kann und sie werden botanisch zu den Steinfrüchten gezählt. Da weibliche und männliche Blüten auf unterschiedlichen Bäumen wachsen, kann die Befruchtung, und somit eine Ernte, nur stattfinden wenn weibliche und männliche Bäume auf einer Plantage stehen, bzw. können Zweige des männlichen Baumes auf weibliche Bäume gepfropft werden. Pistazien gedeihen in trockenen, wüstenähnlichen Gebieten. Die Hauptanbaugebiete liegen im Iran, den USA und in der Türkei. Pistazien kommen meist geröstet und gesalzen als Knabberei in den Handel. Der Geschmack ist süßlich, mandelartig und gleichzeitig kräftig-würzig. Grüne, ungeröstete Pistazien werden in der Süßwarenproduktion (Mozartkugeln, Pralinen, Baklava), zur Speiseeisherstellung und in der Wursterzeugung (Mortadella, Jagdwurst) verwendet.

Pinienkerne werden in der mediterranen, türkischen und arabischen Küche zum Backen, in Reisgerichten oder zum Knabbern verwendet. Da die Kerne der Mittelmeerkiefer sehr teuer sind, werden häufig Samen der Korea-Kiefer aus China, Pakistan oder Korea importiert. Diese asiatischen Kiefernsamen sind an ihrer eher dreieckigen Form und ihrer dunklen Spitze gut zu erkennen. Sie schmecken im Vergleich zu den südeuropäischen Kernen eher weniger aromatisch und sind noch fetthaltiger. Beim Verzehr der Samen der asiatischen Kiefer wird ein bitterer, metallischer Geschmack beschrieben und häufig wurde von ernsthaften aber vorübergehenden Geschmacksstörungen berichtet, die einige Tage bis wochenlang anhalten können.

Schlafmohnsamen enthalten geringe Mengen an Opiaten. In Deutschland sind nur zwei Sorten mit einem sehr geringen Morphingehalt zum genehmigungspflichtigen Anbau zugelassen, während in Österreich der Anbau von Schlafmohn aufgrund einer langen Tradition völlig legal ist und sich Mohn in vielen Rezepten zu Mehlspeisen wiederfindet. Aufgrund der hohen Nachfrage für die Herstellung von Backwaren wird haute auch Mohn aus anderen Ländern im Handel angeboten, dessen Morphingehalt stark erhöht sein kann. Durch den Backvorgang können die Opiate unschädlich gemacht werden (nähere Informationen in folgendem Beitrag: „Mohn im Haushalt richtig verwenden – aber wie?“): http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=567&Pdf=No .

Vollständiges Dokument:
http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=12&ID=1654

Quelle: CVUA Stuttgart

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