Grüne Bohne – Ergebnisse der Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittelrückstände

RK_Bohnen_2013_TitelSchmuckelement.Die Bohne ist eine bedeutende Nutzpflanze, die aus Südamerika stammt und weltweit angebaut wird. Sie zählt zu den wichtigsten pflanzlichen Eiweißlieferanten, für einige Völker stellen Bohnen sogar den wichtigsten Eiweißlieferanten überhaupt dar. Die Bohne (Phaseolus vulgaris), bezeichnet als Gartenbohne oder grüne Bohne, gehört in die botanische Familie der Hülsenfrüchtler und beschreibt die Hülsen und Samen. In Europa sind die noch nicht ausgereiften Hülsen der Gartenbohne als Gemüse äußerst beliebt.

Insgesamt werden sehr viele verschiedene Bohnensorten beschrieben. Sie werden jedoch hauptsächlich in Buschbohnen und Stangenbohnen unterschieden. Grüne Bohnen werden in Deutschland saisonal angeboten: Bohnen aus Freilandanbau werden von Mai bis Oktober geerntet, Bohnen aus Unterglasanbau von April bis Dezember. Ganzjährig werden Bohnen als Dosenware, als TK-Ware oder aus südlichen Anbauländern angeboten. Aus Kenia beispielsweise werden Bohnen das ganze Jahr über importiert. Sie kommen sortiert, teils auch gewaschen in den Handel. Frische Bohnen sollten fest sein, die Hülsen der Bohnen müssen beim Umbiegen durchbrechen und eine saftige, grüne Bruchstelle aufweisen. Bohnen welken sehr rasch und bleiben nur für kurze Zeit frisch.

In den zurückliegenden Untersuchungsjahren wurde bei grünen Bohnen immer wieder ein erhöhter Anteil an Höchstmengenüberschreitungen festgestellt, insbesondere bei Bohnen aus Kenia und Marokko. Daher werden auch in diesem Jahr im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung Bohnen auf Rückstände an Pestiziden untersucht. In unserem Bericht sind die Untersuchungsergebnisse von 2010 bis Juni 2013 zusammengefasst.

Zusammenfassung

Am CVUA Stuttgart wurden im Berichtszeitraum (2010 bis Juni 2013) insgesamt 180 Proben grüne Bohnen aus verschiedenen Herkunftsländern auf Rückstände von über 600 Pestiziden untersucht. Bei 127 der 180 (70,5 %) Proben wurden Rückstände an Pflanzenschutzmitteln festgestellt, wobei 99 Proben (55 %) mehr als einen Wirkstoff pro Probe (Mehrfachrückstände) aufwiesen. Insgesamt 18 Proben stammten aus ökologischer Erzeugung, diese waren praktisch rückstandsfrei. Bezogen auf Bohnen aus konventioneller Erzeugung wurden bei 16 % der Proben Höchstmengenüberschreitungen festgestellt (Zum Vergleich: in 2012: 24,5 %; in 2011: 5,7 %;  in 2010: 20 %; in 2009: 8 %). In drei Fällen wurden Rückstandsgehalte eines einzelnen Wirkstoffes festgestellt, die zu einer Überschreitung der toxikologisch noch akzeptablen Aufnahmemenge, der sogenannten akuten Referenzdosis (ARfD) bezogen auf Kleinkinder, führten. Eine Probe davon wurde als möglicherweise gesundheitsschädlich beurteilt.

Die festgestellte Rückstandssituation fiel je nach Herkunftsland ganz unterschiedlich aus. Der Vergleich der Beanstandungen differenziert nach Herkunftsländern zeigt gute Ergebnisse für deutsche Erzeuger. Nur eine Probe musste aufgrund einer Höchstmengenüberschreitung beanstandet werden. Bei zwei von 26 (7,7 %) untersuchten einheimischen Bohnen wurden Verstöße gegen die Indikationszulassung festgestellt. Bei importierten Bohnen wurden dagegen teilweise deutlich höhere Beanstandungsquoten festgestellt. Hier muss eine deutliche Besserung angestrebt werden.

Ergebnisse:
http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=5&ID=1804

Quelle: CVUA Stuttgart

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