Grünkohl wärmt in der kalten Jahreszeit

Bei sinkenden Temperaturen steigt der Appetit auf das norddeutsche Wintergemüse Nummer eins – den Grünkohl. Eine Boßeltour, ein Kohl-und-Pinkel-Marsch, wie er im Norden üblich ist, oder eine Braunkohltour, wie die Tradition weiter südlich genannt wird, sind der ideale Auftakt in die Grünkohlsaison. Der Kohl schmeckt nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes am allerbesten, nachdem den Niedersachsen kalter Wind um die Nase geweht ist. Der Kohl wurde wie alle Feldfrüchte durch die Wetterkapriolen ein wenig in seinem Wachstum gebremst, dennoch können Grünkohlfreunde unbesorgt in die Planung der Fahrten und Touren einsteigen. Gemüsebauberater Dieter Weber erwartet etwas geringere Erträge, lobt dafür aber die Qualität des Grünkohls als hervorragend. „Der Kohl steht auf dem Feld gut da“, meint Weber. Während die Ernte auf den Kohlfeldern Niedersachsens schon in vollem Gange ist, könnte ein schöner Herbst sogar noch Zuwächse liefern. Weil der Grünkohl durchaus bis Weihnachten auf dem Feld oder im Garten stehen kann, dürfen Hobbygärtner deshalb mit der Ernte ruhig noch etwas warten.

Früher wurde der Kohl traditionell nach dem ersten Herbstfrost geerntet, da die Kälte ihn mild und bekömmlich machte. Moderne Sorten lagern heute aber bereits eher im Jahr aus-reichend Zucker ein, so dass sie auch bei zeitiger Ernte den richtigen Geschmack entwi-ckeln. Schon seit August wird in Niedersachsen Grünkohl geerntet und weiterverarbeitet. Beim Erzeugergroßmarkt Langförden Oldenburg erhalten rund 5.000 Tonnen Grünkohl pro Saison ganz sicher die richtige Portion Frost, nämlich dann, wenn sie abgepackt in zweieinhalb Kilo Beuteln eingefroren werden. Maximal acht Stunden vergehen von der Ernte bis zum fertig eingefrorenen Grünkohl. Auch in den USA und in Japan kommt das – abgesehen von Begleitern wie Pinkelwurst, Rauchenden und Speck – kalorienarme Gemüse immer mehr ins Gespräch. Anfragen aus diesen Ländern haben Niedersachsen allerdings bisher nicht erreicht.

Derartige Anfragen müssten den Norden Deutschlands erreichen, denn die Hauptanbaugebiete für Grünkohl liegen in Niedersachsen und Nordrhein Westfalen. Auf rund 450 Hektar stand das Wintergemüse im vergangenen Jahr in Niedersachsen. Mit rund 300 Hektar konzentriert sich die Erzeugung auf das Südoldenburger Land. Hier wird der Grünkohl wegen seines Aussehens auch liebevoll „Oldenburger Palme“ genannt.

Quelle: LPD 77/2013

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