Aktuelle LALLF-Ergebnisse zeigen: Weniger Trans-Fettsäuren in Ziehmargarinen enthalten

Etliche Lebensmittel enthalten Trans-Fettsäuren. Es ist bekannt, dass sie einen wesentlichen Einfluss auf den menschlichen Cholesterinspiegel haben und somit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern können. Verbindliche Richtlinien in Bezug auf die Verarbeitung und entsprechende Produktkennzeichnungen existieren in der EU bislang nicht – einzig Dänemark bildet eine Ausnahme. Da die Gehalte an Trans-Fettsäuren toxikologisch relevant sind, werden Ziehmargarinen und dazugehörige Backwaren in regelmäßigen Abständen und in diesem Jahr wiederum im Rahmen eines Bundesüberwachungsprogramms im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V (LALLF) auf Trans-Fettsäuren untersucht. Die Ergebnisse aus 2014 liegen jetzt vor und zeigen, dass der Gehalt an Trans-Fetten in Ziehmargarinen erkennbar zurückgegangen ist.

Fette und Öle – reich an gesättigten Fettsäuren – werden teilweise gehärtet, beispielsweise um Nahrungsmitteln die gewünschte Festigkeit oder Streichfähigkeit zu verleihen. Dabei entstehen Trans-Fettsäuren, bei denen es sich um ungesättigte Fettsäuren handelt. Sie kommen in zahlreichen Produkten vor – besonders Ziehmargarinen beinhalten zum Teil hohe Mengen. Durch die Weiterverarbeitung der Ziehmargarinen in Backprodukten (z. B. in Blätterteigprodukten) nimmt der Gehalt an Trans-Fettsäuren bei einigen Gebäckstücken folglich eine Spitzenreiterstellung ein.

Im LALLF wurden 2014 zehn verschiedene Ziehmargarinen sowie daraus hergestellte Backwaren untersucht (Plunder- und Blätterteiggebäck). Anschließend verglichen die Laborfachleute mit älteren Testreihen aus den Jahren 2008,  2011 und 2013: Während 2008 noch 23,1 % und 2011  11,1 % der untersuchten Proben über 5 % Trans-Fettsäuren enthielten, wurden 2013 und in der aktuellen Analyse bei keiner Probe ein Gehalt festgestellt, der 5 % überstieg.

Trans-Fettsäure (g) pro 100 g Ziehmargarine im Jahr der Testreihe

2008: 0,38 – 6,86
2011: 0,12 – 8,41
2013: 0,09 – 4,15
2014: 0,13 – 1,94

Das fertige Gebäckstück weist im Durchschnitt ca.1/3 Fettanteil auf, so dass im verzehrfertigen Endprodukt der Gehalt an Trans-Fettsäuren deutlich niedriger ist. Entsprechend niedrig waren die Werte der Gebäckstücke des diesjährigen Untersuchungsprogramms: Alle zehn Proben blieben unter 1 % Trans-Fettsäure.

Zur Erklärung: Die genannten 5 % sind ein Richtwert. Es existieren europaweit zwar keine festgelegten Grenzwerte für Trans-Fettsäuren – allerdings ist Säuglingsnahrung davon ausgeschlossen. Hier darf der Wert von 3 % nicht überstiegen werden. In Dänemark ist der Verkauf von Lebensmitteln mit Gehalten von mehr als 2% sogar verboten.

Cornelia Trapp, Leiterin Lebens- und Futtermitteluntersuchungen: „Die Diskussionen der letzten Jahre zum Thema verpflichtende Nährwertkennzeichnung für Trans-Fettsäuren scheinen erste Erfolge zu zeigen, denn keine einzige Probe wies einen Gehalt auf, der 5 % überstieg. 90% der Ziehmargarine-Proben lagen sogar unter 1 %. Es ist wünschenswert, dass sich dieser positive Trend weiter fortsetzt.“

Moderne Technologien ermöglichen zunehmend den Einsatz von Trans-Fettsäurearmen Produkten in der Lebensmittelindustrie, die zudem ernährungsphysiologische Vorteile für den Verbaucher aufweisen. Darauf verweist eine Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fetten in Backmargarinen, Ziehmargarinen, und Kremmargarinen, die Teil einer Gesamtinitiative zur Minimierung von Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln ist und von mehreren Fachverbänden bundesweit getragen wird.

Pressekontakt:
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V
Öffentlichkeitsarbeit:
Jana Powilleit
Telefon: 0381/4035-640

Quelle: LALLF

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