Bewertung von Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen

Hintergrundinformation Nr. 025/2014 des BfR vom 1. Juli 2014

Bei der Zulassung von Süßungsmitteln wurde in Deutschland bisher zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen unterschieden. Eine solche Unterscheidung wird in den vorrangigen einschlägigen EU-Vorschriften über Lebensmittelzusatzstoffe, die unmittelbar in allen Mitgliedstaaten der EU gelten, jedoch nicht benutzt. Vielmehr werden dort Süßstoffe (intense sweetener) und Zuckeraustauschstoffe (bulk sweetener) unter dem Begriff „Süßungsmittel“ zusammengefasst. Nach den geltenden auf EU-Recht beruhenden Kennzeichnungsvorschriften ist derzeit noch bei den Klassenbezeichnungen von Lebensmittelzusatzstoffen unter anderem die Klassenbezeichnung „Süßstoffe“ zu verwenden. Vom 13. Dezember 2014 an ist stattdessen dann die Klassenbezeichnung „Süßungsmittel“ zu verwenden.

Süßungsmittel müssen ebenso wie auch andere Lebensmittelzusatzstoffe vor ihrer Verwendung zugelassen werden. In der Europäischen Union (EU) sind derzeit 19 Süßungsmittel zugelassen. Dazu zählen 11 Süßstoffe, und zwar Acesulfam K (E 950), Aspartam (E 951), Cyclohexansulfamidsäure und ihre Na- und Ca-Salze (Cyclamat) (E 952), Saccharin und seine Na-, K- und Ca-Salze (E 954), Sucralose (E 955), Thaumatin (E 957), Neohesperidin DC (E 959), Steviolglycoside (E 960), Neotam (E 961), Aspartam-Acesulfamsalz (E 962) und Advantam (E 969).

Acht der derzeit zugelassenen Süßungsmittel sind Zuckeraustauschstoffe: Sorbit (E 420), Mannit (E 421), Isomalt (E 953), Polyglycitolsirup (E 964), Maltit (E 965), Lactit (E 966), Xylit (E 967) und Erythrit (E 968). Chemisch betrachtet handelt es sich bei diesen Stoffen um Zuckeralkohole (Polyole).

Die in Deutschland und den anderen EU-Mitgliedsländern zulässigen Lebensmittelzusatzstoffe wurden durch internationale Expertengremien gesundheitlich bewertet und dürfen bestimmten Lebensmitteln ggfs. unter Einhaltung von Verwendungsbedingungen zugesetzt werden. Zu den Expertengremien zählen der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (Scientific Committee on Food, SCF – bis Frühjahr 2003) und das Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA). Im Jahr 2003 hat in der EU die European Food Safety Authority (EFSA) die gesundheitliche Bewertung von Lebensmittelzu-satzstoffen übernommen. Dort war zunächst (bis 2008) das EFSA-Panel on Food Additives, Flavourings, Processing Aids and Materials in Contact with Food (AFC-Panel) zuständig. Seit 2008 werden Lebensmittelzusatzstoffe vom EFSA-Panel on Food Additives and Nutrient Sources Added to Food (ANS-Panel) bewertet. Eine E-Nummer wird für Lebensmittelzusatzstoffe vergeben, wenn deren Verwendung vom SCF bzw. von der EFSA als gesundheitlich unbedenklich angesehen wird.

Vollständiges Dokument
http://www.bfr.bund.de/cm/343/bewertung_von_suessstoffen.pdf

Quelle: BfR

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