Europäische Lebensmittelbehörde verharmlost Risiken des Gentechnik-Raps von Monsanto

Testbiotech fordert, den Antrag auf Zulassung abzulehnen

25. Juli 2014 Testbiotech wirft der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA vor, die Risiken einer unkontrollierten Ausbreitung von gentechnisch verändertem Raps gezielt zu verharmlosen. Anlass ist ein Antrag der Firma Monsanto auf den Import keimfähiger Samen der Rapslinie MON88302 in die EU, die hier zur Gewinnung von Rapsöl und Futtermitteln eingesetzt werden soll. Ähnliche Rapspflanzen haben sich bereits in verschiedenen Regionen der Welt weit über die Äcker hinaus – beispielsweise entlang von Transportrouten – ausgebreitet. Auch die EFSA geht davon aus, dass Rapssamen beim Transport verloren gehen und gentechnisch veränderte Pflanzen verwildern werden. Dennoch behauptet die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA in ihrer Risikobewertung, dass das Risiko der Ausbreitung gering sei.

„Die Erfahrung mit Importländern wie Japan zeigt, dass die EFSA das Problem falsch einschätzt: Obwohl in Japan offiziell kein gentechnisch veränderter Raps angebaut wird, findet man diesen überall entlang der Straßen, Häfen und Fabriken, wo er transportiert oder verarbeitet wird. Schafft der Raps einmal den Gensprung in die Umwelt, kann er sich dort über Jahre unkontrolliert vermehren“, warnt Christoph Then von Testbiotech. „Treten dann wirtschaftliche oder ökologische Schäden auf, ist es zu spät für Gegenmaßnahmen, wenn sich die Ausbreitung der Transgene nicht mehr eindämmen lässt.“

Europa ist ein Zentrum der biologischen Vielfalt für Raps und verwandte Arten. Experten befürchten, dass die transgenen Pflanzen ihr Erbgut deswegen auch in wilden Arten verbreiten können. Dabei kann der Pollen der Pflanzen über viele Kilometer mit dem Wind oder durch Insekten verbreitet werden. Der Samen der Pflanzen wird auch über den Kot von Rehen verschleppt, ohne seine Keimfähigkeit zu verlieren. Monsanto hatte spezielle Daten über die Überlebensfähigkeit von Pollen und Samen der Gentechnik-Pflanzen vorgelegt. Die EFSA hatte diese Untersuchungen wegen schwerer methodischer Mängel zurückgewiesen, aber erstaunlicherweise keine weiteren Untersuchungen verlangt. Für Testbiotech stellt sich die Situation so dar, dass die Behörde die gentechnisch veränderten Pflanzen für sicher erklärt, obwohl gar keine entsprechenden Daten vorliegen.

Testbiotech wirft der EFSA auch schwere Fehler bei der Bewertung gesundheitlicher Risiken vor: Nach Angaben von Monsanto ist der Raps MON88302 speziell dafür vorgesehen, häufiger und mit höheren Dosierungen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat (Marken wie Roundup) gespritzt zu werden. Doch hat die EFSA bei der Risikobewertung weder die Höhe der Rückstände in der Ernte berücksichtigt noch irgendwelche Fütterungsstudien mit den Pflanzen verlangt.

„Das Motto der EFSA scheint zu lauten: Wer nichts sucht, muss auch nicht befürchten, etwas zu finden. Eine Behörde, die behauptet, Monsantos Raps sei sicher, obwohl entscheidende Daten fehlen, handelt fahrlässig. So wird die EFSA ihrem Auftrag, ein hohes Schutzniveau für Mensch, Tier und Umwelt sicherzustellen, nicht gerecht“, erklärt Christoph Then.

Testbiotech fordert von der EU-Kommission und der Bundesregierung, die Risikobewertung der EFSA zurückzuweisen und den Import von keimfähigen Rapssamen in die EU zu unterbinden.

Pressekontakt:
Christoph Then
info@testbiotech.org
Tel. 015154638040

Weitere Informationen:

Quelle: Testbiotech

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