Können B-Vitamine das Risiko für den Abbau geistiger Fähigkeiten reduzieren?

Laut einer neuen Studie aus den Niederlanden schützt eine erhöhte Zufuhr von Folsäure und Vitamin B12 nicht vor dem Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit bei älteren Menschen. Experten kritisieren jedoch, dass die Studienteilnehmenden schon zu Beginn der Untersuchung ausreichend mit Folsäure versorgt waren.

Im Rahmen der randomisierten kontrollierten Studie wurden kognitive Fähigkeiten (z. B. Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeitsspanne und Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen) sowie der Homozystein-Spiegel im Blut von 2.919 Teilnehmenden mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren gemessen. Sie hatten über zwei Jahre hinweg entweder 400 µg Folsäure und 500 µg Vitamin B12 pro Tag oder ein Placebo zu sich genommen (1). Eine Datenanalyse ergab, dass die Homozystein-Konzentration der Probanden, die B-Vitamine eingenommen hatten, um durchschnittlich 5 µmol/l erniedrigt wurde, während sie bei der Placebogruppe nur um durchschnittlich 1,3 µmol/l reduziert wurde.

Trotzdem ergaben sich bei den Tests für die kognitiven Fähigkeiten keine unterschiedlichen Resultate für die beiden Gruppen. Allein bei den Teilnehmenden, die ihre Nahrung ergänzt hatten und die zu Beginn der Studie die niedrigsten Vitamin-B12-Werte aufwiesen, ließ sich im Vergleich zu denjenigen, die ein Placebo eingenommen hatten, eine signifikante Verbesserung des Erinnerungsvermögens feststellen.

Eine erhöhte Zufuhr von B-Vitaminen, so die Forscher, könnte den Abbau kognitiver Fähigkeiten zwar geringfügig verlangsamen, doch die Hoffnung, dass man mit einem gesteigerten Konsum von Folsäure und Vitamin B12 über ein Absenken des Homozystein-Spiegels das Risiko für Gedächtnisverlust und die Alzheimerkrankheit mindern könnte, hätte sich anscheinend nicht bestätigt. Experten kritisierten, dass man für die Studie zwar Patienten mit hohen Homozystein-Blutwerten ausgewählt hätte, dass deren Mikronährstoffstatus allerdings nicht berücksichtigt worden wäre. Die Probanden wiesen beispielsweise überdurchschnittlich hohe Folat-Konzentrationen im Blut auf (ca. 19 nmol/l).

Da von einer Nahrungsergänzung immer diejenigen mit der geringsten Mikronährstoffzufuhr und letztendlich mit dem niedrigsten Mikronährstoff-Versorgungsstatus am meisten profitierten, seien die neuen Ergebnisse also nicht überraschend, erklärten die Experten weiter. Diese Daten zeigten einmal mehr, wie wichtig die Ermittlung des Nährstoff-Versorgungsstatus der Probanden bei der Durchführung und Interpretation klinischer Ernährungsstudien sei. Im Rahmen einer früheren Meta-Analyse prospektiver Kohortenstudien hatte man herausgefunden, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen hohen Homozystein-Spiegeln und einem erhöhten Risiko für den Abbau kognitiver Fähigkeiten besteht (2).

1. van der Zwaluw N. L. et al. Results of 2-year vitamin B treatment on cognitive performance: secondary data from an RCT. Neurology. 2014; 83:1-9.

2. Nie T. et al. Hyperhomocysteinemia and risk of cognitive decline: a meta-analysis of prospective cohort studies. Eur Neurol. 2014; 72:241-248.

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Quelle: Nutri-Facts

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