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Eine gesteigerte Zufuhr von Vitamin E könnte das Herzinfarkt-Risiko senken

Wie aus einer aktuellen italienischen Studie hervorgeht, kann eine Nahrungsergänzung mit Vitamin E alleine das Risiko für Herzinfarkt um 20 Prozent verringern.

Die Meta-Analyse umfasste Daten aus 16 randomisierten kontrollierten Studien, in denen untersucht worden war, ob sich Vitamin E – ohne weitere Zusätze oder in Kombination mit anderen Antioxidantien – auf das Herzinfarkt-Risiko auswirkt (1). Die Analyse zeigte, dass eine erhöhte Zufuhr von Vitamin E alleine, zwischen 400 und 800 IU täglich, die Anzahl der (größtenteils tödlichen) Herzinfarkte um 20 Prozent senkte. Keine Auswirkungen wurden beobachtet, wenn Vitamin E zusammen mit anderen Antioxidantien zugeführt wurde.

Die Wissenschaftler legten nahe, dass auf der Grundlage dieser positiven Ergebnisse nun in Interventionsstudien der klinische Nutzen untersucht werden solle, den eine Supplementierung mit Vitamin E möglicherweise für die primäre oder sekundäre Prävention von Atherosklerose habe. In diesem Zusammenhang solle bei Patienten, die bereits von Herz-Kreislauf-Komplikationen betroffen oder einem entsprechenden Risiko ausgesetzt sind, untersucht werden, welche Wirkung Vitamin E auf die Marker für Blutgerinnung und Thrombozyten-Aktivierung einerseits und oxidativen Stress andererseits entfalte. Auf diese Weise könne die optimale Dosis ermittelt werden, die einen positiven Einfluss hätte.

Die Tatsache, dass Vitamin E als bekanntes Antioxidans die klinischen Folgen von Atherosklerose günstig beeinflusst, könnte bedeuten, dass die Theorie vom oxidativen Stress immer noch Bestand hat. Die Regulierung von oxidativem Stress sei daher in Zukunft ein wichtiges Ziel bei der Bekämpfung von Atherosklerose, erläuterten die Forscher. Die antioxidative Wirkung von Vitamin E ist möglicherweise nicht allein für dessen anti-atherosklerotische Eigenschaften verantwortlich. Das Vitamin entfaltet weitere entzündungshemmende Aktivitäten, die nicht mit der Begrenzung von oxidativem Stress zusammenhängen; es verringert zum Beispiel die Proliferation von Muskelzellen, die Endotheladhäsion von Monozyten und die Freisetzung entzündlicher Zytokine ein.

Diejenigen Studien in der Meta-Analyse, die keinen eindeutigen Nutzen von Vitamin E auf das Herz-Kreislauf-System zeigen konnten, untersuchten Probanden, die wegen Diabetes behandelt wurden oder Herz- oder Gefäßoperationen hinter sich hatten. In jüngster Zeit hatten Studien ergeben, dass eine Supplementierung mit Vitamin E die Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen unterstützt (2), die Lungenfunktion bei älteren Erwachsenen offenbar verbessert (3) und dabei helfen kann, bei übergewichtigen und adipösen Personen eine normale Leberfunktion zu gewährleisten (4).

1. Loffredo L. et al. Supplementation with vitamin e alone is associated with reduced myocardial infarction: a meta-analysis. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases. Published online February 2015.
2. Dysken M. W. et al. Effect of Vitamin E and Memantine on Functional Decline in Alzheimer Disease: The TEAM-AD VA Cooperative Randomized Trial. JAMA. 2014; 311(1):33–44.
3. Hanson C. et al. Serum tocopherol levels and vitamin E intake are associated with lung function in the Normative Aging Study. Clin Nutr. Published online February 2015.
4. Lomonaco R. et al. Nonalcoholic fatty liver disease: current issues and novel treatment approaches. Drugs. 2013; 73(1):1–14.

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Quelle: Nutri-Facts