Fleischkonsum sinkt – Qualität statt Quantität gefragt

pork-523102_640Deutsche verzehren heute doppelt so viel Fleisch wie noch vor hundert Jahren. Dass in der deutschen Gesellschaft ein Umdenken begonnen hat, ist allerdings nicht mehr zu leugnen.

Die Zahl der Deutschen, die ihren Fleisch- und Wurstkonsum reduzieren, steigt kontinuierlich. Neben hohen Preisen tragen höhere Ansprüche der Verbraucher zu diesem Trend bei. Kunden möchten wissen wo ihr Fleisch und ihre Wurst herkommen, analysieren Inhaltsstoffe kritisch und legen Wert auf artgerechte Haltung der Tiere. Statt Quantität besinnen sich viele wieder auf Qualität. Die Branche reagiert und passt sich den Kaufgewohnheiten an.

In der deutschen Ernährungsindustrie ist die Fleischwirtschaft der größte Zweig überhaupt. Jedes Jahr werden ungefähr 63 Millionen Tiere geschlachtet, um den hohen Bedarf zu decken. Obwohl es bislang realisierbar war die Produktivität zu steigern, müssen Produzenten feststellen, dass die Kundschaft langsam aber sicher aus dem eingefahrenen System aussteigt und anfängt die industriellen Produktionsschritte zu hinterfragen. Es wird längst nicht mehr alles gekauft, was die Theke hergibt.

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Wie die Grafik zeigt, die bei der Stiftung Warentest erst kürzlich veröffentlicht wurde, lässt sich der Rückgang des Konsums seit vier Jahren in Zahlen fassen. Haushalte haben ihren Fleisch- und Wurstkonsum seither eingeschränkt. Immer weniger davon wandert in die Einkaufswägen. Nachweislich haben sich die Mengen, die einkauft werden verringert und auch die Häufigkeit lässt nach.

Und obwohl naheliegt, dass der rückläufige Abverkauf von Fleischwaren an gestiegenen Preisen liegt, sind es die kritischen Kunden, die den Unterschied machen. Auch wenn ein Kilo Fleisch 2014 im Vergleich 17 Prozent mehr kostet als noch vor vier Jahren, so trugen die zahlreichen Skandale der Fleischindustrie gleichermaßen zum Rückgang bei. Von Gammelfleisch über heimlich verkaufte Pferdefleisch-Waren und gefährlichen Keimen auf Geflügel bis hin zur Massentierhaltung mit erbärmlichen Zuständen für die Tiere reicht das Repertoire an Negativschlagzeilen. Zu recht wurde der Verbraucher zunehmend kritischer. Wie die Stiftung Warentest berichtet, belegt eine Studie von SGS, einem Dienstleistungsunternehmen die Veränderungen: „Demnach achtet heute jeder Zweite beim Einkauf auf Herkunftsnachweise. Fast genauso viele legen Wert darauf, dass tierische Produkte aus artgerechter Haltung stammen. 2010 war das erst gut ein Drittel.“

Fettarm, qualitativ und Bio?

Auch wenn die Nachfrage sinkt und die Zahl der Kritiker zunimmt, die Deutschen essen im Schnitt nach wie vor zu viel Fleisch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt: „Mehr als 300 bis 600 g pro Woche sollten es nicht sein“. Zudem rät die DGE bezüglich der Art des Fleisches: „ Dass ein hoher Verzehr von rotem Fleisch das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht und auch mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert ist, ist mit wahrscheinlicher Evidenz belegt. Das sind wichtige Argumente dafür, insbesondere weniger rotes Fleisch – zum Beispiels Rind-, Schweine- und Lammfleisch – zu essen.“ Im nachfolgenden Video wird verdeutlicht, warum ein Umdenken hin zum verringerten Fleischkonsum notwendig ist. Die aufgeführten Fakten fassen verständlich zusammen, was in der Gesellschaft langsam zu fruchten beginnt.

Während eine Gruppe deutscher Verbraucher nach wie vor auf den Preis achtet und gerne im Discounter kauft, reduzieren andere ihren Konsum und greifen stattdessen auf hochwertigere Alternativen zurück. Die zunehmende Nachfrage nach exklusiven Artikeln bei Qualitätshändlern bestätigt diese Marktveränderung. Hinzu kommt, dass das Internet vermehrt zu Recherchezwecken dient und gleichzeitig als Bezugsquelle genutzt wird. Während Schinkenspezialitäten wie bspw. bei Mareni gekauft werden können, einem Onlinehändler für spanische Delikatessen, liefern Produzenten für Fleischware ihrer Kundschaft teuerstes Edelfleisch wie zum Beispiel japanisches Kobe-Rind, amerikanische T-Bone-Steaks oder fertig gewürzte Spareribs bis zur Haustür. Die komfortablen Möglichkeiten, die der Onlinemarkt bietet werden gerne genutzt.

cattle-552948_640Besonders viel Wert legt die anspruchsvolle Kundschaft auf fettreduzierte Wurst und zartes Fleisch. Egal ob es um den mageren Schinken oder das intensiv marmorierte Fleischstück geht. Sobald Muskelfleisch von einer Vielzahl feinster Fettadern geprägt ist, dürfen sich Liebhaber auf beste Geschmackserlebnisse freuen. Und das lassen sich Gourmets einiges kosten. Doch obwohl Qualität wichtiger wird: In Sachen Tierschutz honorieren Verbraucher trotz aller Gegenwehr einiges. Trotz öffentlicher Forderungen nach Tierschutzlabeln und Herkunftsangaben stellt die Industrie fest, dass an der Theke noch immer der Preis entscheidet. Besonders fällt dies am Bio-Fleischanteil auf. Minimale zwei Prozent beträgt der Marktanteil. Discounter wie Aldi und Lidl stehen hoch im Kurs.

Kurzzeit-Veggies nehmen Einfluss

In Acht nehmen muss sich die Fleischindustrie vor konsequenten Veganern, Vegetariern und Gelegenheitsvegetarier. Bereits rund 900.000 Veganer und sieben Millionen Vegetarier soll es mittlerweile in Deutschland geben. Nachdem Tofu und Sojaschnitzel seit Jahren als Alternative dienen, liegt der neueste Trend in vegetarischer Wurst. Beim Verzehr ist kaum ein Unterschied festzustellen, was zur Folge hat, dass viele Verbraucher mit hohem Anspruch an Tierschutz umsteigen.

Fazit

Fest steht: Die Deutschen essen noch immer zu viel Fleisch und Wurst. Doch der Markt bestätigt, dass die Nachfrage nach fleischlosen Alternativen sowie qualitativen Produkten steigt. Klasse statt Masse heißt vielerorts die Devise. Man darf gespannt sein, was sich die Lebensmittelindustrie künftig einfallen lassen wird, um die erhöhten Verbraucheransprüche zu erfüllen und inwieweit sich das Verhalten der Gesellschaft in Richtung gemäßigtem Konsum verändert.

Quelle: Mareni

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