Mineralölkohlenwasserstoffe in pflanzlichen Speiseölen und –fetten

Pflanzliche Speiseöle und -fette (nachfolgend Speiseöle genannt) bestehen hauptsächlich aus Fettsäuren, die in Triglyceriden gebunden vorliegen und meist etwa 98 % eines pflanzlichen Öles ausmachen. Teilweise wurden in Speiseölen kleine Anteile an Mineralölbestandteilen gefunden. Mineralöle bestehen hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen unterschiedlicher Kettenlängen und Strukturen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Typen von Mineralölkohlenwasserstoffen: gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons – MOSH;) und aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen) (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons – MOAH).

Hinsichtlich eventueller Festlegung von Höchstgehalten von Mineralölbestandteilen in Speiseölen sei auf folgende Aspekte hingewiesen.

Vorkommen

Gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen – MOSH Gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen (MOSH) als Verunreinigung wurden in Speiseölen nachgewiesen. Eine EFSA-Studie aus dem Jahre 2012 hat Mineralöle (MOSH) in vielen Lebensmitteln nachgewiesen. Dabei fanden sich in Speiseölen meist Gehalte im Bereich bis 60 mg/kg, vereinzelt wurden aber auch Gehalte bis 700 mg/kg gefunden.

Zu den Eintragswegen von MOSH als Kontaminanten in Speiseölen ist bislang noch wenig bekannt, so dass hier Forschungsbedarf besteht, um entsprechende Ansätze zur Vermeidung definieren zu können.

Eine Untergruppe der MOSH bilden die mikrokristallinen Paraffine. Sie sind unter dem Namen mikrokristallines Wachs als Lebensmittelzusatzstoff E 905 für Überzüge bei bestimmten Lebensmitteln ohne Höchstmengen zugelassen. Oft werden sie auch zusammen mit Kunststoffen wie Polyethylen eingesetzt, um nicht zum Verzehr bestimmte, ablösbare Überzüge für Würstchen und Käse herzustellen.

Die Oberfläche der folgenden Obstsorten können mit mikrokristallinem Paraffin behandelt werden: Melone, Papaya, Mango und Avocado. Diese Früchte werden üblicherweise vor dem Verzehr geschält, so dass eine Aufnahme über die Schale nicht stattfindet. Außerdem werden mikrokristalline Paraffine in Kaugummi und Süßwaren eingesetzt. Die mikrokristallinen Paraffine sind unverdaulich und werden unverändert wieder ausgeschieden. Diese Substanzklasse wird als unbedenklich eingestuft und daher hat das Joint WHO/FAO Expert Committee on Food Additives (JECFA) bisher auch keinen ADI-Wert speziell für mikrokristallines Wachs festgelegt.

Gleichwohl existiert noch ein ADI-Wert für die Gruppe der Mineralöle, Paraffine und mikrokristallinen Wachse aus dem Jahre 1995 von 20 mg/kg Körpergewicht und Tag. Allerdings konstatierte das Komitee für die mikrokristallinen Wachse (E 905) weder eine Genotoxizität noch andere gesundheitliche Auswirkungen. Durch Abschätzung der Aufnahme ergibt sich ein ausreichender Sicherheitsabstand zu der Menge, unter der keine unerwünschten Wirkungen (No observable adverse effects level, NOAEL) beobachtet werden. So sieht das Komitee der Experten beim derzeitigen Gebrauch mikrokristalliner Wachse als Lebensmittelzusatzstoff E905 keine Sicherheitsbedenken.

Vollständiges Dokument

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft e.V.

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