Zinksalze in Mundwasser und Zahnpasta

Stellungnahme Nr. 011/2015 des BfR vom 6. Mai 2015

Zinksalze werden in kosmetischen Mitteln wie z. B. Mundhygieneprodukten wegen ihrer antibakteriellen Wirkung und zur Bekämpfung von Mundgeruch eingesetzt. Entsprechend der gesetzlichen Regelung dürfen in der gebrauchsfertigen Zubereitung bis zu 1,0 % an Zink (Zn2+) enthalten sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bewertet, ob von dieser Zinkkonzentration in Mundwasser oder Zahnpasta ein Gesundheitsrisiko ausgehen kann. Die Risikobewertung stützt sich auf die „worst-case“-Annahme, dass die erlaubte Höchstkonzentration von 1,0 % Zink in den Mundhygieneprodukten enthalten ist.

Für die menschliche Gesundheit ist eine geringe Menge an Zink essentiell. Das Spurenelement ist für bestimmte physiologische Prozesse notwendig, die das Wachstum, die Reproduktion, die Immunabwehr und das Nervensystem betreffen. Zink kommt natürlicherweise in der Nahrung und im Trinkwasser vor. Verschiedene Studien zeigen, dass der Zinkbedarf der Bevölkerung in Deutschland über Lebensmittel ausreichend gedeckt ist, teilweise sogar eine leichte Überversorgung mit Zink besteht. Die empfohlene tägliche Aufnahmemenge variiert je nach Geschlecht und Alter: sie liegt beispielsweise für Männer bei 10,0 mg pro Tag, für Frauen bei 7,0 mg pro Tag, für Kinder und Jugendliche zwischen 1,0 und 10,0 mg am Tag.

Nimmt der Körper zu viel Zink auf, so kann es zu Störungen des Kupferstoffwechsels kommen. Eine dauerhafte erhöhte Zinkaufnahme kann zu Blutarmut, neuromotorischen Störungen und einer Schwächung des Immunsystems führen. Das Scientific Committee on Food (SCF), dessen Aufgaben heute von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wahrgenommen werden, hat daher eine tolerierbare Tageshöchstaufnahmemenge (Upper Limit/UL) für Zink abgeleitet. Diese liegt für Erwachsene bei 25 mg pro Tag. Die Tageshöchstaufnahmemengen für Kinder sind niedriger und variieren ja nach Alter und Geschlecht zwischen 7 mg und 22 mg pro Tag. Damit die Gesamtaufnahme über verschiedene Quellen die tolerierbare Tageshöchstaufnahme nicht überschreitet, sollte generell die Zinkaufnahme aus kosmetischen Mitteln nur 10 % der unbedenklichen Tageshöchstaufnahme ausschöpfen.

Unter Berücksichtigung dieser Werte kommt das BfR in seiner Risikobewertung zu folgendem Ergebnis: Unter der Annahme, dass Mundwasser und Zahnpasta die gesetzlich erlaubte Höchstkonzentration von 1,0 % an Zink enthalten, schöpfen bereits Erwachsene durch den alleinigen Gebrauch von Mundwasser fast die gesamte Tageshöchstaufnahmemenge an Zink aus. Die Zinkzufuhr aus Lebensmitteln ist dabei noch nicht berücksichtigt. Aus Sicht des BfR kann daher die regelmäßige und längerfristige Verwendung von zinkhaltigem Mundwasser für Erwachsene gesundheitlich bedenklich sein, wenn darin das gesetzliche Zinkkonzentrations- Maximum ausgeschöpft wird. Eine erste, stichprobenartige Überprüfung von Daten aus der Überwachung lässt allerdings vermuten, dass die realen Zink-Gehalte in Zahnpasta und Mundwasser in Deutschland unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes liegen. Trotzdem empfiehlt das BfR zur Risikominimierung, die gesetzlich zugelassene Höchstkonzentration von 1,0 % Zink in Mundwasser auf 0,1 % zu verringern.

Das BfR hat schon 2004 in seiner Analyse der Zinkaufnahme darauf hingewiesen, dass für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahr bereits über Lebensmittel, die für diese Altersgruppen geltenden Tageshöchstaufnahmemengen für Zink ausgeschöpft werden. Somit sollte möglichst keine zusätzliche Zinkaufnahme durch Mundwasser oder Zahnpasta erfolgen. Das BfR empfiehlt daher, dass Mundhygieneprodukte wie Zahnpasta, die gezielt für Kinder ausgelobt werden, zinkfrei sein sollten bzw. Produkte für Erwachsene entsprechend gekennzeichnet werden.

Vollständiges Dokument

Quelle: BfR

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