An Krankheitsausbrüchen beteiligte Lebensmittel in Deutschland im Jahr 2014

Information Nr. 039/2015 des BfR vom 15. Oktober 2015

Um lebensmittelbedingte Erkrankungen vermeiden zu können, sind umfangreiche Kenntnisse über die involvierten Lebensmittel sowie deren Herstellung und Behandlung erforderlich. Daten über die an lebensmittelbedingten Ausbrüchen beteiligten Erreger, das übertragende Lebensmittel und die bei der Lebensmittelherstellung und -bearbeitung verantwortlichen Umstände waren gemäß AVV Zoonosen Lebensmittelkette bis einschließlich 2014 von den zuständigen Stellen der Länder über eine BELA-Meldung (1) an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu übermitteln. Ab 2015 wird das BELA-System vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geführt.

Das BfR hat für das Jahr 2014 Informationen zu 48 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen zur Auswertung erhalten (2013: 73). Bei 28 der 48 gemeldeten Ausbrüche konnte ein Lebensmittel mit hoher Evidenz als Ursache der Erkrankungen ermittelt werden. Für diese Beurteilung wurden mikrobiologische und/oder epidemiologische Untersuchungsergebnisse herangezogen. Die Kategorien „Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren“, „Fertiggerichte und zubereitete Speisen“ sowie „Fisch, Fischzuschnitte und Fischereierzeugnisse“ dominierten unter den Lebensmittelvehikeln. Das BfR hat außerdem ausgewertet, an welchen Orten diese Lebensmittel verzehrt wurden, welche wesentlichen Einflussfaktoren die Ausbrüche begünstigt haben und auf welchen Stufen der Lebensmittelkette diese Einflussfaktoren aufgetreten sind.

Zusammenfassend bestätigen die übermittelten Informationen, dass viele der gemeldeten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche im Jahr 2014 wie in den Vorjahren durch Hygienemängel und Fehler im Temperaturmanagement ausgelöst wurden. Eine geeignete Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher und regelmäßige Schulungen von Personal in Gaststätten und Gemeinschaftseinrichtungen über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln können helfen, Ausbrüche zu verhindern.

Merkblätter mit Verbrauchertipps zum Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen im Privathaushalt stehen auf der Internetseite des BfR im Bereich Publikationen kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung und können dort auch über die Warenkorbfunktion bestellt werden.

1) BELA steht für bundeseinheitliches System zur Erfassung von Lebensmitteln, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt sind

Einleitung

Daten über die an lebensmittelbedingten Ausbrüchen beteiligten Erreger, das übertragende Lebensmittel und die bei der Lebensmittelherstellung und -bearbeitung verantwortlichen Umstände waren gemäß AVV Zoonosen Lebensmittelkette bis einschließlich 2014 von den zuständigen Stellen der Länder über eine BELA-Meldung an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu übermitteln. Zur Erfüllung der Berichtspflicht gemäß Richtlinie 2003/99/EG wurden vom BfR die Ausbruchsmeldungen aus 2014 mit Angaben über Anzahl Erkrankter, Krankenhausaufenthalte sowie mögliche Todesfolge ergänzt, welche das Robert KochInstitut (RKI) nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) erfasst. Es erfolgt eine jährliche Berichterstattung, u. a. an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Zusätzlich nutzt das BfR diese Daten für qualitative und quantitative Risikobewertungen. Ab 2015 wird das BELA-System vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geführt.

Bei der Berichterstattung an die EFSA wird seit dem Jahr 2010 zwischen lebensmittelbedingten Ausbrüchen mit hoher Evidenz und niedriger Evidenz unterschieden. Im vorliegenden Bericht werden Ausbrüche mit hoher Evidenz auch als bestätigt bezeichnet.

Detaillierte Informationen über die Lebensmittel sowie weitere Ergebnisse der Ausbruchsuntersuchung sind an die EFSA zu übermitteln. Lebensmittelbedingte Ausbrüche können nach Definition der EFSA eine unterschiedliche Evidenz aufweisen. Eine hohe Evidenz liegt vor, wenn aufgrund der Ergebnisse mikrobiologischer und/oder epidemiologischer Untersuchungen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zwischen dem identifizierten Lebensmittel und der diagnostizierten Erkrankung festgestellt wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist beispielsweise hoch, wenn der Ausbruchserreger bzw. das ursächliche Agens in vorhandenen Speiseresten, Rückstellproben oder Proben entlang der Lebensmittelkette nachgewiesen wird. Solch ein labordiagnostischer Nachweis kann jedoch nur selten geführt werden, da geeignete Proben nicht immer zur Verfügung stehen. Zur Eingrenzung verdächtiger Lebensmittel und Verzehrsorte sollten daher auch epidemiologische Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu müssen sowohl die Erkrankten als auch gesunde Kontrollpersonen intensiv befragt werden (deskriptive Epidemiologie). Selten werden von den Gesundheitsbehörden zu diesem Zweck auch analytische epidemiologische Studien (Fall-Kontroll-Studie, retrospektive Kohortenstudie) durchgeführt.

Nachfolgend werden die von den zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder und der Bundeswehr via BELA an das BfR übermittelten Informationen zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen im Jahr 2014 zusammenfassend dargestellt.

Ergebnisse des Jahres 2014 (Datenstand 30. April 2015) und vollständiges Dokument

Quelle: BfR

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