Geringere Bioverfügbarkeit von Vitamin E bei Menschen mit metabolischem Syndrom

Eine neue Studie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit metabolischem Syndrom Vitamin E schlechter verarbeiten können als die Normalbevölkerung. Da bei dieser Bevölkerungsgruppe der Anteil von viszeralem Fettgewebe hoch ist, geben niedrige Vitamin-E-Werte Anlass zur Sorge, ist Vitamin E doch ein wirksames, fettlösliches Antioxidans. Daher ist es naheliegend, dass für diese Gruppe die Ernährungsempfehlungen bezüglich der Vitamin-E-Zufuhr nach oben korrigiert werden sollten. Das metabolische Syndrom ist in der westlichen Welt sehr weit verbreitet und steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Arteriosklerose und Typ-2-Diabetes.

Das metabolische Syndrom (MetS) ist eine Stoffwechselstörung, die durch ein Symptombündel gekennzeichnet ist: Störungen des Glukose- und Insulinstoffwechsels, Übergewicht und abdominale Fettverteilungsmuster, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck (2). In den letzten Jahren stand MetS besonders im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil es unmittelbar mit der Entwicklung und Verschlechterung von arteriosklerotischen kardiovaskulären Krankheiten und Typ-2-Diabetes (T2D) zusammenhängt.

Das metabolische Syndrom (MetS) ist in Bevölkerungsgruppen mit westlicher Ernährungsweise allgegenwärtig. Und in der Tat: Annahmen zufolge sind 34,7 Prozent der Amerikaner von diesem Zustand betroffen (3). Personen mit MetS wird üblicherweise geraten, ihre Fettaufnahme zu reduzieren. Dies führt jedoch auch zu einer verminderten Aufnahme fettlöslicher Vitamine über die Nahrung. Alpha-Tocopherol ist ein wichtiges Antioxidans, das die schädlichen reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) neutralisieren kann, die sich im Rahmen des Fettstoffwechsels bilden. Bei weniger als 92 Prozent der Amerikaner wird der geschätzte durchschnittliche Bedarf an α-Tocopherol von 12 mg pro Tag gedeckt. Und bei stark übergewichtigen Personen ist die Zufuhr sogar noch geringer als beim Rest der US-amerikanischen Bevölkerung (4).

Bruno et al. (5) zeigten, dass Personen, die ihren Körper hohem oxidativem Stress durch Rauchen aussetzen, weniger α-Tocopherol im Körper speichern können als Nichtraucher. Menschen mit MetS unterliegen ebenfalls hohem oxidativem Stress.

In einer neuen, von Mah et al. durchgeführten Studie (1) erhielten zehn MetS-Patienten und zehn Personen mit normalen Werten 240 ml Milch (entrahmte und teilentrahmte Milch sowie Vollmilch), die 15 mg mit Deuterium markiertes RRR-α-Tocopherol enthielt. Blutproben, die in regelmäßigen Abständen – bis zu 72 Stunden nach dem Milchkonsum – entnommen wurden, wurden biochemisch untersucht. Der Fettgehalt der Milch beeinflusste den α-Tocopherol-Spiegel im Blut nicht. Jedoch fand sich ein beachtlicher Unterschied zwischen Teilnehmern mit bzw. ohne MetS bezüglich der durchschnittlichen maximalen α-Tocopherol-Konzentrationen (Cmax), die über den Zeitraum von drei Tagen 2,04 bzw. 2,73 μmol/l betrugen. Die Studie liefert einen aussagekräftigen Nachweis dafür, dass die Fähigkeit zur Speicherung von α-Tocopherol im Gewebe bei Menschen mit metabolischem Syndrom beeinträchtigt ist.

Referenzen

1. Mah E, Sapper T N, Chitchumroonchokchai C, Failla M L, et al. “α -Tocopherol bioavailability is lower in adults with metabolic syndrome regardless of dairy fat co-ingestion : a randomized , double-blind crossover trial”, AJCN 2015 (published ahead of print). doi.org/10.3945/ajcn.115.118570.

2. Tousoulis D, Plastiras A, Siasos G, Oikonomou E, et al.; “Omega-3 PUFAs improved endothelial function and arterial stiffness with a parallel anti-inflammatory effect in adults with metabolic syndrome”. Atherosclerosis 2014, 232(1): 10–16. doi.org/10.1016/j.atherosclerosis.2013.10.014.

3. Aguilar M, Bhuket T, Torres S, Liu B and Wong R J; “Prevalence of the metabolic syndrome in the United States, 2003-2012”; JAMA 2015; 313:1973–4.

4. Agarwal S, Reider C, Brooks J R and Fulgoni V L; “Comparison of prevalence of inadequate nutrient intake based on body weight status of adults in the United States: an analysis of NHANES 2001-2008”; J Am Coll Nutr 2015; 34: 126–34.

5. Bruno R S, Ramakrishnan R, Montine T J, Bray T M and Traber M G; “α –Tocopherol disappearance is faster in cigarette smokers and is inversely related to their ascorbic acid status”; Am J Clin Nutr 2005; 81: 95–103.

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Quelle: Nutri-Facts

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