Aufstehen! Mehr Bewegung und weniger Sitzen im Alltag von Kindern und Jugendlichen

Das Engagement der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) gegen den Sitzenden Lebensstil von Kindern und Jugendlichen.

Lisa Tonk, Dr. Katja Aue, Plattform Ernährung und Bewegung e.V., Berlin, Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich, Institut für Sportwissenschaft, Universität Bayreuth
Wissenschaftlicher Pressedienst: Moderne Ernährung heute 1/2016 – Kurzfassung

Bereits Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihrer Wachzeit im Sitzen. Verminderte Leistungsfähigkeit, ein geringeres Wohlbefinden, ein erhöhtes Aggressionspotenzial sowie Übergewicht und Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter stehen im Zusammenhang mit einer sitzenden Lebensweise. Selbst durch ausreichende Bewegung können die negativen Auswirkungen des Sitzenden Lebensstils nicht kompensiert werden. Die Platt- form Ernährung und Bewegung e.V. (peb) hat sich dieser Problematik angenommen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über das bisherige Engagement.

Stand der wissenschaftlichen Diskussion

Die moderne Gesellschaft zeichnet sich durch einen Mangel an Bewegung und körperlicher Aktivität aus. Die Technisierung beeinflusst den Alltag vieler Menschen und erfordert kaum noch intensive körperliche Anstrengung. Kinder und Jugendliche legen den Schulweg selten aktiv zurück. Auch in der Freizeit nimmt eine sitzende Lebensweise überhand. Die Lebenswelten – ob Kita, Schule oder zu Hause – sind durchweg von Aktivitäten geprägt, die die Kinder und Jugendlichen im Sitzen ausführen: Lernen, Lesen, Essen, Fernsehen und Computer spielen. Dies führt zu einem Ungleichgewicht von Energieaufnahme und Energieverbrauch, was unter anderem Übergewicht und Krankheiten begünstigt.

Der Schwerpunkt gesundheitsfördernder Maßnahmen lag in den vergangenen Jahren darauf, die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen zu steigern. Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sollen 5- bis 17-Jährige mindestens 60 Minuten am Tag körperlich aktiv sein. Studien zeigen, dass die mit einem Sitzenden Lebensstil korrelierenden Risiken für Folgeerkrankungen selbst dann nicht kompensiert werden können, wenn diese Empfehlungen umgesetzt werden, der Rest der Zeit aber trotzdem vorwiegend im Sitzen verbracht wird. Das Sitzverhalten selbst ist also entscheidend. Es genügt bereits, das Sitzen mehrmals in der Stunde zu unterbrechen, um die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Denn auch eine regelmäßige und kurze Unterbrechung des Sitzens durch Stehen und Umhergehen erhöht den Energiebedarf.

Engagement von PEB

Zusammen mit dem „Fachbeirat Sitzender Lebensstil“ hat peb verschiedene Instrumente entwickelt, um Multiplikatoren und Verbraucher anzusprechen:

  • Bei der Aktion „Aufstehen! Gegen den Sitzenden Lebensstil“ wurden 15 Bundestagsabgeordnete mit Schrittzählern ausgestattet, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen.
  • Der „Sitz-Check“ richtet sich an Familien und Kinder, die damit ihr Sitzverhalten interaktiv überprüfen und hinterfragen können.
  • Zusammen mit Akteuren der Gesundheitsförderung wurden in einem „Aufruf!“ Empfehlungen zur Reduzierung der Sitzzeiten zusammengetragen.
  • In Kooperation mit der Universität Bielefeld entsteht derzeit ein Familien-Spiel.
  • „Mediennutzungsverträge“, die peb 2015 entwickelte, sollen Familien bei der Koordination von Medienkonsum und Ausgleichszeiten unterstützen.

Fazit

Die Aktivitäten von peb können dazu beitragen, den Sitzenden Lebensstil als eigenständigen gesundheitlichen Risikofaktor herauszustellen und Gegenmaßnahmen zu verbreiten. Je mehr Akteure der Gesundheitsförderung diese Thematik aufgreifen und weitertragen, umso mehr Aufmerksamkeit wird das Thema gewinnen, das auch zukünftig im Fokus der Forschung stehen muss.

Download der Langfassung

Herausgeber:
Lebensmittelchemisches Institut (LCI) des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V.
Prof. Dr. Reinhard Matissek
Adamsstraße 52-54, 51063 Köln
Tel. (0221) 623 061
lci-koeln@lci-koeln.de

Pressekontakt:
:relations Gesellschaft für Kommunikation mbH
Mörfelder Landstraße 72, 60598 Frankfurt
Tel. (069) 963 652-11
wpd@relations.de

Quelle: „lCI Moderne Ernährung heute“

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