Nachfrage nach Biolebensmittel steigt während konventioneller Markt stagniert

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Grafik: Bioanteile in den Phasen des Familien-Lebenszyklus. Bezüglich ihrer Ausgaben für frische Nahrungsmittel weisen junge Haushalte überdurchschnittliche Bioanteile auf.
Quelle: AMI auf Basis GfK-Haushaltspanels

Die Nachfrage der privaten Haushalte in Deutschland nach Nahrungsmitteln, insbesondere nach frischen Nahrungsmitteln, stagniert. Das gilt jedoch nicht für ökologisch erzeugte Produkte. So gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher in den ersten elf Monaten 2015 rund 10 Prozent mehr für frische Biolebensmittel aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei waren nur 2 Prozent dieses Wachstums auf höhere Preise zurückzuführen.

Hingegen waren frische Lebensmittel aus konventioneller Erzeugung sogar etwas günstiger als im Vorjahr. Nachfrageimpulse durch gesunkene Preise blieben in diesem Segment jedoch weitgehend aus. Getragen wurde die positive Entwicklung des Biomarktes zwischen Januar und November 2015 nicht nur von den (Kern-)Zielgruppen im Biohandel.

Vielmehr leisteten alle Bevölkerungsgruppen ihren Beitrag zum Wachstum – unabhängig vom Alter, der Region, der Lebensphase oder der finanziellen Ausstattung der Haushalte. Das zeigen Analysen auf Basis der GfK-Haushaltspanels hinsichtlich soziodemografischer Merkmale. Im Durchschnitt entfielen 5,5 Prozent ihrer Ausgaben für frische Lebensmittel auf das Biosortiment. Berücksichtigt wurden folgende Produktgruppen: Fleisch, Fleischwaren, Geflügel, Eier, Käse, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Brot, Milch, Milchgetränke, Joghurt, Butter, Quark, Milchrahmerzeugnisse sowie pflanzliche Speisefette und -öle.

Junge Haushalte kaufen gerne Bio

Nach wie vor zeigten sich jedoch die jungen Haushalte besonders bioaffin. Sie wiesen die höchsten Bioanteile an den Ausgaben für frische Nahrungsmittel auf. Den Spitzenwert von 7,5 Prozent erreichten jüngere Familien mit Kleinkindern. Doch auch junge Singles und Paare wendeten überdurchschnittliche Ausgabenanteile für frische Nahrungsmittel aus ökologischer Erzeugung auf. Potential besteht dagegen noch bei den konsumstarken Rentnerhaushalten. Sie standen immerhin für rund 38 Prozent der Gesamtausgaben in diesem Warenumfeld. Zwar steigerten auch diese Haushalte ihren Ausgabenanteil für Biolebensmittel in den vergangenen zehn Jahren, mit 4,6 Prozent blieb er jedoch unterdurchschnittlich.

Selbst kräftige Preisaufschläge für Bioprodukte schreckten die Käuferschaft nicht ab. Exemplarisch steht dafür der Eiermarkt in Deutschland. Die Konsumentinnen und Konsumenten zahlten 2015 für zehn Bioeier durchschnittlich 2,85 Euro. Das entsprach annähernd dem 2,5-fachen dessen, was Eier aus Bodenhaltung kosteten. Dennoch stieg die Nachfrage nach Ware aus ökologischer Erzeugung während der ersten elf Monate des Jahres in einem rückläufigen Marktumfeld um gut 10 Prozent.

Bio auch eine Frage des Geldes

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Mit der finanziellen Ausstattung der Haushalte steigt deren Bedeutung für den Biomarkt. Ursache sind die teils erheblichen Preisaufschläge, die für Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zu zahlen sind.
Quelle: AMI auf Basis GfK-Haushaltspanels

Ungeachtet der vorhandenen Zahlungsbereitschaft waren und sind die finanziellen Möglichkeiten der privaten Haushalte eine wichtige Bestimmungsgröße für den Einkauf von Biolebensmitteln. Dies zeigt eine Analyse des Konsumverhaltens der privaten Haushalte unter Berücksichtigung ihres verfügbaren Einkommens. Zu diesem Zweck wurden die OECD-Wohlstandklassen herangezogen, die auf einem bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommen der Haushalte basieren. Sie beruhen auf der Annahme, dass sich durch gemeinsames Wirtschaften wie in einer Familie Einsparungen erzielen lassen.

Demnach wurde mehr als ein Drittel der Ausgaben für frische Biolebensmittel von Haushalten mit hohem Einkommen getätigt. Der Bioanteil an ihren Lebensmittelkäufen lag mit 7,6 Prozent weit über dem Durchschnitt. Im Werben um diese finanzkräftige Klientel stehen Bioprodukte auch im Wettbewerb mit konventionellen Premiumartikeln. Dies ist der Fall, sobald weitere Produkteigenschaften für die Kaufentscheidung relevant sind. Dabei können konventionelle Alternativen ungeachtet der unterschiedlichen Produktionsmethoden preislich durchaus auf einem Niveau mit den konkurrierenden Bioprodukten liegen.

Das gilt zum Beispiel für Trinkmilch. Wie kaum eine andere Warengruppe steht sie im Preisfokus. Während mit den Handelsmarken die Preiswürdigkeit dokumentiert wird, ergänzen teurere Alternativen das Sortiment der Handelsunternehmen. Handel und Milchwirtschaft setzen dabei auf Marken und Attribute wie Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss und Regionalität. Für Genuss steht in diesem Fall ein naturbelassener Fettgehalt von 3,8 Prozent. Bei vergleichbaren Preisen müssen sich demnach Bioartikel gegen konventionelle Marken behaupten, die diesbezüglich ein ähnliches Käuferprofil aufweisen.

Pressekontakt:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Deichmanns Aue 29, 53179 Bonn
Telefon: +49 228 6845-3280
Fax: +49 228 6845-2907
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Quelle: www.oekolandbau.de  / Copyright BLE

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