Tötung von Millionen Ferkeln geht weiter

Neue Aufnahmen zeigen den grausamen Alltag in Deutschlands Schweinefabriken

ferkeltoetungenBerlin, 12.01.2016: Animal Rights Watch (ARIWA) deckte 2014 auf, dass Ferkel in deutschen Schweinezuchten systematisch erschlagen werden, weil sich ihre zeitintensive Handaufzucht finanziell nicht lohnt. Die mit versteckten Kameras aufgenommenen Bilder lösten bundesweite Empörung aus. Neues Material aus drei Schweinezuchten in Thüringen und Sachsen-Anhalt zeigt nun, dass kleine Ferkel weiterhin massenhaft im Akkord brutal getötet werden. Dabei stellt die Tötung allein aus ökonomischen Interessen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Und der Versuch, die Ferkel „verordnungskonform“ – durch Entbluten nach betäubendem Schlag auf den Kopf – zu töten, scheitert in der Praxis und ist nicht weniger grausam als vorher. Report Mainz berichtet am Dienstag, den 12. Januar mit Bildmaterial von Animal Rights Watch.

Die grausamen Bilder zeigen, wie Ferkel im Akkord durch Schlag auf den Kopf (zum Betäuben) und anschließendes Aufschlitzen des Halses (zum Entbluten) getötet werden. In allen Fällen wird der Betäubungs- oder Tötungserfolg jedoch nicht überprüft. Ein Großteil der Tiere ist offensichtlich noch bei Bewusstsein. Das „Entbluten“ kann in vielen Fällen auch ein Luftröhrenschnitt sein. Oft werden noch zappelnde, lebende Ferkel in den Abfall geworfen.

„Die Branche hat auf den Skandal von 2014 reagiert. Der einzige Unterschied ist aber, dass jetzt den Ferkeln auch noch der Hals aufgeschnitten wird“, sagt Sandra Franz, Pressesprecherin von ARIWA. „Kleine und schwächere Ferkel werden weiter systematisch und tagtäglich in deutschen Schweinezuchten getötet. Einfach weil sich ihre Aufzucht nicht lohnt.“

ferkeltötung-quEinzelne Betriebe reagieren nun auf die neue Aufdeckung, indem sie die Verantwortung auf die Arbeiterinnen und Arbeiter abschieben. „Das ist an Zynismus kaum zu überbieten“, so Sandra Franz weiter. „Die Menschen, die in diesen Anlagen arbeiten, haben sich die ökonomischen Zwänge der Schweinefleischproduktion nicht ausgedacht, sondern leiden ebenfalls unter ihnen. Nun sollen sie auch noch als Bauernopfer herhalten für diejenigen, die den Profit mit der Ausbeutung der Tiere machen.“ Schweinefleisch wäre immens viel teurer, wenn man die Versorgung und im letzten Notfall die Einschläferung kranker Tiere denjenigen überließe, die dafür ausgebildet und zuständig sind: den Tierärztinnen und Tierärzten.

Die 2014 von ARIWA veröffentlichten Bilder lösten bundesweite Empörung aus. Einzelne Bundesländer reagierten mit Erlassen, in denen die Tötung durch Erschlagen nochmals explizit verboten wurde. Agrarminister Schmidt definierte im Tierschutzbericht der Bundesregierung zudem, dass ein „vernünftiger Grund“ zur Tötung vorliegen muss und andere Alternativen ausgeschlossen werden müssen. Nur Tiere, die auch bei entsprechender Betreuung nicht überlebensfähig sind oder stark leiden, dürfen getötet werden. Animal Rights Watch geht jedoch davon aus, dass jährlich mehrere Millionen Ferkel in Deutschland aufgrund ökonomischer Interessen getötet werden.

Sandra Franz stellt fest: „Solange wir in Deutschland weiter Fleisch essen wollen, werden sich solche Zustände nicht verhindern lassen. Auch schärfere Gesetze oder Kontrollen ändern daran überhaupt nichts. Tiere gelten bei uns letztlich nur als Ware und Produktionsfaktor, allen schönen Worten zum Trotz.“ Deshalb sieht ARIWA den einzigen Weg, um das Tierleid wirklich zu beenden, in der Förderung des bio-veganen Landbaus und pflanzlicher Alternativen.

ARIWA stellt Ihnen die neuen Foto- und Filmaufnahmen kostenlos zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse.

Pressekontakt:

Sandra Franz, Tel.: 01577-6633353, E-Mail: presse@ariwa.org

Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) ist eine gemeinnützige Tierrechtsorganisation. ARIWA deckt die Zustände in der Tierindustrie auf und fördert eine tierfreundliche, vegane Lebensweise. Bundesweite Bekanntheit erlangte ARIWA durch die Veröffentlichung von Recherchen in Bio-Betrieben und Schweinezuchtanlagen und durch die Ausrichtung des „Vegan Street Day“ in Stuttgart und Dortmund. Zahlreiche politische TV-Magazine sowie viele Print- und Onlinemedien nutzen regelmäßig von ARIWA zur Verfügung gestelltes Bildmaterial.

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