„Laktosefrei“ bei Milch und Milchprodukten?

Immer mehr Lebensmittel mit der Kennzeichnung „laktosefrei“ finden sich in den Regalen der Supermärkte. Auch Milch und Milchprodukten, bei denen Laktose (Milchzucker) entfernt wurde, sind vermehrt darunter. Ob diese Bezeichnung zu Recht verwendet wird, hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersucht. Ergebnis: Bei allen Proben lag der Laktoseanteil unter 0,1 Gramm je 100 Gramm.

Untersucht wurden 25 Produkte, darunter verschiedene Joghurts und Sauermilcherzeugnisse, Weich-, Frischkäse und Quark, H-Vollmilch und haltbare Sahne sowie Pflanzenfetterzeugnisse mit Buttermilchanteil. Alle Produkte waren als „laktosefrei“ gekennzeichnet und mit dem Hinweis versehen, dass der Laktoseanteil unter 0,1 g/100 g liege. Die gemessenen Laktosegehalte lagen zwischen 0,002 und 0,1 g pro 100 g Lebensmittel. Lediglich bei einer Probe wurde die Angabe des Laktosegehaltes bemängelt.

Laktose oder auch Milchzucker ist ein wichtiger Inhaltstoff der Milch, der im menschlichen Organismus durch das Verdauungsenzym Laktase gespalten wird. Rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Laktoseintoleranz. Ihnen fehlt dieses Enzym ganz oder teilweise, weshalb der Genuss von Milch und Milchprodukten zu Verdauungsproblemen führt.

Um auch Menschen mit Laktoseintoleranz den Genuss von Milch und Milchprodukten zu ermöglichen, werden vermehrt laktosefreie Milchprodukte angeboten. Während der Herstellung wird der Milch das Enzym Laktase zugesetzt und die Laktose wird in ihre Bestandteile aufgespalten. Im Zutatenverzeichnis dieser Produkte ist Laktase aufgelistet.

Laktosefreie Milch und Milchprodukte sind für Betroffene eine echte Hilfestellung. Allerdings ist bei entsprechender Kennzeichnung von Käse der Grad zur Werbung mit Selbstverständlichkeiten sehr schmal: Bedingt durch die Reifung ist bei Hart-, Schnitt- und Weichkäse die Laktose meist natürlicherweise kaum noch vorhanden.

Pressekontakt:
Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 39 49. 26029 Oldenburg
pressestelle@laves.niedersachsen.de

Quelle: LAVES

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