Wohlfühlen beim Fasten: Tipps für die Entscheidung und Durchführung

Für alle, die noch bis Ostersonntag religiös fasten, heißt es jetzt durchhalten. Doch viele nutzen diese Zeit auch, um sich an einer anderen Fastenmethode auszuprobieren. Egal ob Gesundheits- oder Heilfasten: Manch einer versucht dabei auch komplett auf Nahrung zu verzichten. Was man beim Totalfasten beachten sollte und mit welchen Tipps man den inneren Schweinehund während der Fastenkur leichter überwinden kann, erklärt die Ernährungsexpertin Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Totalfasten nicht länger als eine Woche

„Generell ist es wichtig, nicht länger als etwa eine Woche zu fasten, wenn man komplett auf Nahrung bzw. Kalorien verzichten möchte“, so Brendel. In der Regel stellt man sich zuvor mit zwei bis drei Umstellungstagen, an denen man immer weniger isst, auf das Fasten ein. Danach führt man beispielsweise mit Abführmitteln ab, um den Darm vollständig zu leeren. Mit Beginn des Totalfastens sollte man dann jedoch keine Ausnahmen machen. „Nichts zu essen ist dann wirklich leichter. Schon ein Kaugummi regt den Speichelfluss an und verstärkt den Hunger dadurch nur noch“, erklärt Brendel weiter. Um jedoch nicht ganz auf Geschmack zu verzichten, sind Tees in allen Variationen eine gute Option. Nach Abschluss des Fastens sind außerdem zwei bis drei Eingewöhnungstage zu empfehlen, an denen man langsam wieder anfängt zu essen.

Ablenkung und Entspannung

Um während der Fastenkur jedoch gar nicht auf dumme Gedanken zu kommen, ist eines in der Fastenwoche besonders wichtig: Ablenkung. „Viel Bewegung und Spazierengehen an der frischen Luft tut in der Fastenzeit gut. Allerdings sollte man natürlich keinen Leistungssport betreiben, wenn man nichts isst“, erklärt Brendel weiter. Auch Entspannungsübungen bieten sich in der Fastenwoche an, beispielsweise durch Yoga, Meditation oder Pilates.

Totalfasten oder Heilfasten und Co.?

Egal für welche Fastenkur man sich jedoch entscheidet: Interessierte sollten immer kritisch prüfen, bevor sie beginnen. Zu hinterfragen wäre zum Beispiel, ob die Heil- und Gesundheitsversprechen wissenschaftlich haltbar sind. Eine versprochene Entschlackung und Entgiftung durch das Fasten lässt sich im Körper nicht nachweisen. Leber und Niere sind die Hauptentgiftungsorgane des Körpers, die beim gesunden Menschen zuverlässig arbeiten, sodass kaum Giftstoffe zurückbleiben. „Langjährige ungünstige Essgewohnheiten lassen sich nicht in einer kurzen Phase der Selbstkasteiung auslöschen. Gleichwohl kann Fasten jedoch einen Anstoß zu einer bewussteren, gesundheitsförderlichen Lebensweise und Ernährungsumstellung geben“, meint Brendel.

Für ein gesundheitlich sinnvolleres Fasten hält die Ernährungsexperten dagegen Methoden, bei denen für eine längere Zeit auf bestimmte Lebensmittelgruppen, wie beispielsweise tierische Produkte oder Zucker, verzichtet werden. „Hierfür gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen, die gesundheitliche Effekte beweisen“, erklärt Brendel. In jedem Fall ist jedoch eine Fastenbegleitung und -anleitung durch einen Arzt ratsam.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

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