Lebensmittelüberwachung: Herkunft und Echtheit rücken stärker in den Fokus

Stammt der Fruchtsaft aus Direktsaft oder doch aus Konzentrat? Ist die Milch wirklich bio? Großes Interesse bestand an zwei Fortbildungstagen, die die CVUAs Karlsruhe und Freiburg in Zusammenarbeit mit der Landes- akademie Baden-Württemberg für Veterinär- und Lebensmittelwesen zum Thema Herkunft und Echtheit angeboten haben. Teilnehmer aus der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg konnten sich über die neuesten Untersuchungsmöglichkeiten beim Nachweis von Verfälschungen oder zur Überprüfung von Herkunftsangaben informieren.

Biomilch, Vanille, SpargelDer Schutz des Verbrauchers vor Täuschung ist eine klassische Aufgabe der Lebensmittelüberwachung. Aktuelle Fälle wie der Pferdefleischskandal oder Fehldeklaration von Imitaten haben das Thema beim Verbraucher, aber auch beim Europäischen Gesetzgeber wieder in den Fokus gerückt. Auch die Überprüfung von Herkunftsangaben beschäftigt die Lebensmittelüberwachung in zunehmendem Maße. Regionale Lebensmittel stehen bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Hersteller und Handel reagieren mit entsprechenden Angeboten und eigenen Herkunfts- und Qualitätszeichen.

Neue Analysenmethoden wie die am CVUA Karlsruhe eingesetzte Kernresonanzspektroskopie (NMR) eröffnen vielfältige Möglichkeiten bei der analytischen Überprüfung von Echtheits- und Herkunftsangaben. Den Tagungsteilnehmern wurden beispielhaft Einsatzmöglichkeiten und konkrete Anwendungen für die Lebensmittelüberwachung vermittelt. Herkunft, Rebsorte und selbst Jahrgang bei Weinen können mit der NMR-Methode erkannt werden.

Regelmäßig im Einsatz bei der Überprüfung von regionalen Erdbeeren und Spargel ist die Stabil-Isotopenmethode. Am CVUA Freiburg wird diese Methode zum Herkunftsnachweis, aber auch zur Unterscheidung natürlichem und synthetischem Vanillin oder zur Unterscheidung zwischen Bio- und konventioneller Milch eingesetzt.

Ihre Stärken bei der Bestimmung von Pflanzen- und Tierarten haben DNA-analytische Methoden wie die Polymerasekettenreaktion. Damit kann überprüft werden, ob es sich bei dem Angebot auf der Speisekarte wirklich um echte Seezunge handelt oder ob ein Bäcker preiswerteren Weizen anstelle von Dinkel verarbeitet.

Viele solcher aktueller Fragestellungen können nur bearbeitet werden, wenn authentische Vergleichsproben oder zusätzliche Erkenntnisse aus Ermittlungen vor Ort verfügbar sind. In den Fortbildungsveranstaltungen wurden den Lebensmittelkontrolleuren daher nicht nur die derzeitigen analytischen Möglichkeiten, sondern auch das dafür geltende Recht sowie Hintergrundinformationen und Anforderungen an die Probenahme vermittelt.

Autor(en): Hans-Ulrich Waiblinger, Dr. Eva Annweiler (beide CVUA FR), Dr. Thomas Kuballa (CVUA KA)

Weitere Informationen: Untersuchungen auf Herkunft und Echtheit

Pressekontakt:
Informationsdienst der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen sowie des Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamtes (STUA) Aulendorf – Diagnostikzentrum

Quelle: CVUA Stuttgart

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