Veganer sollten ihre Mikronährstoffzufuhr sorgfältig kontrollieren

Eine Studie aus Finnland hat ergeben, dass Veganer selbst dann an Mikronährstoffunterversorgungen leiden können, wenn sie sehr auf ihre Ernährung achten. Bei der sich vegan ernährenden Gruppe waren die Konzentrationen von Beta-Carotin, Selen, Jod und der beiden Omega-3-Fettsäuren maritimen Ursprungs, EPA und DHA, niedriger als bei der Kontrollgruppe. Die teilnehmenden Veganer nahmen bereits Vitamin-D- und Vitamin-B12-Supplementierungen zu sich.

Bei einer Gruppe von 22 finnischen Veganern wurden Zufuhr und Biomarker-Konzentration von Nährstoffen gemessen und mit den Daten von Nicht-Vegetariern gleichen Alters und Geschlechts verglichen (1, 2). Die Daten ergaben bei der sich vegan ernährenden Gruppe eine durchschnittliche Tageszufuhr von 5 µg Vitamin D und 0,9 µg Vitamin B12, bei den Nicht-Vegetariern hingegen Zufuhrmengen in Höhe von 14 µg und 8,7 µg. Allerdings schien sich der Großteil der Veganer-Gruppe der Gefahr einer Unterversorgung bewusst zu sein und griff daher bereits auf Vitamin-D- und Vitamin-B12-Supplementierungen zurück. Diese Gruppe nahm im Vergleich zu den Nicht-Vegetariern aber auch erheblich (p= 0,001) weniger Vitamin B3/Niacin (27 mg verglichen mit 41 mg) und Selen (79 µg verglichen mit 149 µg) zu sich.

Die Biomarker-Daten zeigten besorgniserregende Differenzen bei der Konzentration der beiden Omega-3-Fettsäuren maritimen Ursprungs, Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), im Blut. Bei den Veganern betrug der Anteil von EPA und DHA an den Blutfetten insgesamt 0,63 Prozent und 0,85 Prozent, bei den Nicht-Vegetariern hingegen 2,33 Prozent und 2,25 Prozent. Das ergibt bei den Veganern einen Omega-3-Index von etwa 1,5, wobei jeder Wert unter 4 mit einem deutlich erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Die Vitamin-D-Gesamtkonzentration im Serum war trotz Supplementierungen in der Gruppe der Veganer 35 Prozent geringer. Allerdings wurden durch die Vitamin-B12-Supplementierung zumindest ausreichende Werte erreicht, auch wenn diese immer noch ein Drittel niedriger waren als bei den Nicht-Vegetariern. Zudem waren bei den Veganern die Selen-Werte deutlich niedriger, die größten Unterschiede wurden jedoch bei der Jodkonzentration im Urin nachgewiesen, die bei den Veganern bei 4,6–21,8 µg/l, bei den Nicht-Vegetariern hingegen bei 17,7–86,5 µg/l lag. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation besteht bei einem Wert von unter 100 µg/l eine Jodunterversorgung. Der Grund hierfür könnte die verminderte Zufuhr von Jodsalz sein, das von der Nahrungsmittelindustrie in der Regel nicht verwendet wird.

Die Autoren der Studie empfahlen Veganern, ihre Ernährung durch mit Kalzium angereicherte Getränke und Vitamin-B12-, Vitamin-D- und Jod-Supplementierungen zu ergänzen (2). Allerdings befassten sie sich nicht mit der schwerwiegenden EPA- und DHA-Unterversorgung in der Veganer-Gruppe, die durch Supplementierungen mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl behoben werden könnte.

Referenzen

1. Elorinne A-L, Alfthan G, Erlund I.et al.; “Food and Nutrient Intake and Nutritional Status of Finnish Vegans and Non-Vegetarians”; Plos One 2016: 11(2), e0148235. doi.org/10.1371/journal.pone.0148235

2. Chu W; “Typical vegan diet lacks key nutrients; supplements can help: Study”; www.nutraingredients.com 23rd March 2016

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Dr. Peter Engel, Wissenschaftskommunikation bei DSM Nutritional Products, Schweiz
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Quelle: Nutri-Facts

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