Marmelade oder Konfitüre – wo ist der Unterschied?

Eine „Marmelade“ ist im bayerischen Sprachgebrauch üblicherweise jeder süße Fruchtaufstrich – egal ob aus Erdbeeren, Kirschen oder anderem Obst gemacht. Im Supermarktregal wird man jedoch vergeblich eine „Erdbeermarmelade“ suchen, hier findet sich nur „Erdbeerkonfitüre“.

Wie kommt das? Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern erklärt: „Der Begriff Marmelade ist im Lebensmittelrecht für Erzeugnisse aus Zitrusfrüchten vorgesehen.“ Die klassische englische Bitterorangenmarmelade zum Beispiel darf also tatsächlich als solche bezeichnet werden. Für den Verkauf auf Wochen- und Bauernmärkten gilt eine Ausnahme. Dort kann man auch Produkte, die aus anderen Früchten hergestellt sind, als Marmelade anbieten.
Die Zusammensetzung von Konfitüren und Marmeladen ist rechtlich genau geregelt. „Je nach Obstsorte ist ein Mindestfruchtgehalt vorgeschrieben, Farbstoffe oder Aromazusätze dürfen nicht enthalten sein“, so Ernährungsexpertin Danitschek. Wer auf einen hohen Fruchtgehalt Wert legt, sollte auf die Angabe „Konfitüre extra“ achten.

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

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Ein Kommentar

  1. Betreff: Newsletter für Verbraucher, Ausgabe 51 / 2016/Marmelade oder Konfitüre – wo ist der Unterschied?
    Liebe Mitarbeiter der Redaktion Agentur Baums e. K, zuerst einmal dankschön für die regelmäßige Zusendung der interessanten Informationen (Newsletter) für Verbraucher.

    Die Auskunft von Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern ist leider nicht vollständig, nur beschränkt richtig. Der Begriff Marmelade ist nicht nur in Bayern seit Jahrhunderten üblich, sondern im gesamten baierischen Sprachraum, d.h. auch in Österreich. Niemand bei uns, außer den „Zugereisten“ sagt „Konfitüre, Fruchtiger Brotaufstrich“ etc.. Österreich hat Einspruch bei der EU eingelegt und erhielt 2003 seine Marillenmarmelade zurück.

    Zum Namen Marmelade: malum cydonium, melimelon, das sind alles Begriffe, die mit der Quitte zu tun haben. Diese in/mit Honig haltbar gemachten Quitten waren als Geschenk, Handelsware und Proviant seit dem Altertum sehr begehrt. „Marmelo“, der portugiesische (und japanische) Name für Quitten wurde daraus und „Marmelade“.Die Quince-marmelade war in England schon im Mittelalter bekannt und beliebt, lange bevor Zitrusfrüchte zu Marmelade verkocht wurden. Welchem Land haben wir diese unsinnige Verordnung zu verdanken? Warum hat die BRD dieser Fehlentscheidung in Brüssel zugestimmt? Allen Respekt zum Einspruch Österreichs!

    Sie, Ihre Leser, bzw. Frau Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern sollten unter WIKIPEDIA nachlesen, da ist das sehr ausführlich und exakt beschrieben. Ich bin sehr enttäuscht, daß Ihnen eine bayerische Verbraucherzentrale diese Auskunft erteilte.

    PS: Wenn Sie gute Infos zur Quitte suchen: Die Quitte, eine fast vergessene Obstart.

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