Kaliumphosphonat, Öko-Anbau und der Streit um die Zulassung

Die extrem feuchte und warme Witterung führt in diesem Jahr zu einem sehr starken Auftreten von Falschem Mehltau (Peronospora) im Weinbau und Kraut- und Knollenfäule (Phythophtora) im Kartoffelbau. Im Öko-Anbau ist gegen diese Pilze derzeit nur Kupfer (Schwermetall) zugelassen, allerdings mit einer begrenzten Aufwandmenge, die in diesem Jahr aufgrund des massiven Befalls von 3 kg/ha auf 4 kg/ha (Rebe & Wein 21.06.2016) angehoben wurde.

Wegen der Anreicherung im Boden und negativer Auswirkungen auf das Bodenleben wären Alternativen zum Kupfereinsatz sehr wünschenswert. Bis 2013 war Kaliumphosphonat zugelassen, nun versucht man, das Problem mit einem angemeldeten Großversuch von Kaliumphosphonat zu lösen, um einen möglichen großen Schaden abzuwenden. Das birgt jedoch rechtliche Probleme.

Zur Krankheit und deren Auswirkungen äußert sich Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz am 25.6.2016 in der Presse:

„Peronospora dringt durch die Spaltöffnung in Blätter und kann auch die Blüten befallen“, erklärt Büscher. Das sei gerade jetzt besonders dramatisch: Die Rebblüte steht vor der Tür, wirft die Blüte dann die schützende Kappe ab, sind die jungen Trauben dem Pilz schutzlos ausgeliefert. „Wenn die befallen sind, ist die Traube für dieses Jahr kaputt, es gibt dann keinen Ertrag“, sagt Büscher.

Das Bizarre dabei: Ein Mittel, das bis 2013 offiziell für den Ökoweinbau zugelassen war, könnte nun die Ernte der Ökowinzer retten – doch der Einsatz von Kalium-Phosphonaten ist strikt verboten. „Schwachsinn“, nennt das Albrecht, denn Kalium-Phosphonate seien „ökologisch völlig unbedenklich und etwa so gefährlich wie Kochsalz.“

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Quelle: Bauer Willi

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