„De Haupsaach es, de Flönz es god!“ – Kölner Blutwurst jetzt EU-weit geografisch geschützt

Das rheinische Traditionsgericht „Himmel un Ääd“ besteht aus gebratener Blutwurst sowie Apfelkompott und Kartoffelpüree. Auf Kölner Brauhaus-Speisekarten bezeichnet man die heimische Blutwurst, kombiniert mit Zwiebelringen, auch stolz als „Kölsch Kaviar“. Jetzt verleiht die Europäische Kommission der „Flönz“ genannten Kölner Blutwurst das Gütezeichen „geografisch geschützte Angabe“ (g.g.A).

Das Siegel steht für die enge Verbindung eines Produktes mit dem Herkunftsgebiet: Mindestens eine der Produktionsstufen – Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – muss im Herkunftsgebiet durchlaufen werden. Das Gütezeichen bürgt für die Qualität eines hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnisses oder Lebensmittels und sorgt für den Schutz gegen Missbrauch und Nachahmung der Produktbezeichnung. Damit ist eine bessere Vermarktung möglich. Gleichzeitig soll es den Verbraucher über die besonderen Merkmale des Erzeugnisses informieren.

Die Flönz hat einen kreisrunden Querschnitt. Metzgereien bieten sie meist in Form eines Rings an. Sie ist weich, aber schnittfest. Typisch ist ihre rotbraune Farbe, gesprenkelt mit kleinen weißen Speckstückchen. Der verarbeitete Schweinespeck muss frisch oder frisch eingefroren sein. Die Flönz wird frisch oder geräuchert produziert.

Die Flönz wird in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf gleichermaßen geschätzt. Die Entstehung des Begriffs thematisiert ein bis heute beliebter Karnevalsschlager aus dem Jahr 1947. Da die kölsche Mundart, z.B das Wort „Blotwoosch“ (Blutwurst), für Besucher und Zuwanderer schwierig auszusprechen ist, wurde die Wurst kurzerhand in „Flönz“ umbenannt: „Sag’ ens Blotwoosch… wäm dat Woot es zo schwer, dä säht einfach Flönz.“ In einem anderen Kölner Mundartlied aus dem Jahr 1996 heißt es: „De Haupsaach es, de Flönz es god!“ Der Begriff „Flönz“ ist aber bereits für das 19. Jahrhundert belegt und wird heute auch benutzt, um die besondere Verbindung einer Veranstaltung oder Vereinigung mit der Kölner Heimat zu betonen.

Bereits Anfang dieses Monats wurde die Aachener Blutwurst „Öcher Puttes“ EU-weit geschützt. Im Raum Köln tragen diese Auszeichnung auch noch das Kölsch und der Bornheimer Spargel.

Weitere Informationen:

Pressekontakt:
Kerstin Streich, EU-Kommission Bonn, Tel.: 0228/ 53 009 77

Quelle: EU-Kommission

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